Erstmals ist eine ganze Region Kulturhauptstadt Europas. Rund 2.500 Veranstaltungen sind geplant, fünf Millionen Besucher werden erwartet. Um auch Menschen mit Behinderungen und sozial benachteiligte Menschen die Kulturmetropole Ruhr 2010 unbeschwert miterleben zu lassen, wurde das Programm „Social Inclusion“ entwickelt. Veranstaltungsorte sollen so gewählt und gestaltet werden, dass sie auch für Menschen mit Behinderung zugänglich sind, Informationen zum Programm möglichst barrierefrei vermittelt werden und Künstler mit Behinderung neben Künstlern ohne Behinderung auftreten. Zudem ist geplant, für finanziell benachteiligte Personen Eintrittskarten zu ermäßigten Preisen anzubieten.
Die 80 Lions Clubs des Lions-Distriktes 111-Westfalen-Ruhr haben im Frühjahr 2008 beschlossen, das Projekt „Social Inclusion“ der RUHR.2010 zu unterstützen. Neben der aktiven Betreuung von Menschen mit Behinderungen bei verschiedenen Veranstaltungen wurde auch die gezielte finanzielle Förderung von Projekten vereinbart. Dazu wurde im Herbst 2008 das Lions-Hilfswerk Soziale Dimension e. V. gegründet. Der Verein unter Vorsitz von Dr. Georg Langer hat sich zum Ziel gesetzt, 140.000 Euro aufzubringen, um im Kulturhauptstadtjahr Maßnahmen der sozialen Integration zu unterstützen. Das Hilfswerk Soziale Dimension wird inzwischen auch von den Leo-Clubs des Distriktes sowie von zahlreichen Lions Clubs des Nachbardistriktes 111- Rheinland unterstützt. Darüber hinaus wurden zusätzliche Mittel bei der Internationalen Stiftung der Lions zur Förderung des Projektes „Social Inclusion“ beantragt.
Über 40.000 Euro fließen in die Erstellung eines barrierefreien Reiseführer für das Ruhrgebiet, der neben Hinweisen zum öffentlichen Nahverkehr eine Beschreibung nahezu aller Veranstaltungsstätten, Sehenswürdigkeiten sowie der umliegenden Restaurants und Hotels umfasst. Dieser erstmalig herausgegebene Reiseführer ist als Website abrufbar (www.ruhr2010-barrierefrei.de) und in gedruckter Kurzform. Auch wird es weitere von den Lions finanzierte Broschüren mit gezielten Informationen für Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen geben. Ferner werden gemeinsame Konzertreihen mit behinderten und nicht behinderten Künstlern mit 30.000 Euro unterstützt. Diese Konzertreihen sollen die Künstler einem breiten Publikum bekanntmachen und sie so in den Stand setzen, mittelfristig ihren Unterhalt durch ihre künstlerische Tätigkeit bestreiten zu können. Weiterhin wird auf dem Weltkulturerbe Zollverein in Essen ein innovatives Navigationssystem installiert, mit dem sich blinde Personen ohne weitere Hilfe sprachgeführt durch das Gelände bzw. Gebäude bewegen können und neben Sicherheitshinweisen auch Informationen zu den Ausstellungsstücken erhalten. Die Kosten für dieses System liegen bei rund 50.000 Euro. Die restlichen Gelder werden insbesondere für kleinere Veranstaltungsstätten eingesetzt, die über keine behindertengerechten Einrichtungen verfügen. Vorgesehen ist die Beschaffung mobiler Rampen für Rollstuhlfahrer und von Induktionssystemen für Menschen mit Hörschwierigkeiten sowie die Finanzierung von Gebärdendolmetschern.
Die Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 und die Organisation der Lions bekennen sich so zu ihrer sozialen Verantwortung. Sie wollen mit ihren Aktivitäten ein stärkeres Bewusstsein in der Öffentlichkeit dafür schaffen, dass viele Menschen in unserer Gesellschaft aus sozialen und gesundheitlichen Gründen benachteiligt sind. Ziel muss es sein, die noch bestehenden Barrieren endgültig abzubauen.
Mehr zur Kulturhauptstadt Europas Ruhr.2010 und dem Projekt "Soziale Teilhabe" in unserer Zeitschrift "Lion", Ausgabe 1/2010 (S. 24-31)
Die Website des LIONS HILFSWERK SOZIALE DIMENSION e.V. zur Kulturhauptstadt ist: www.ruhr2010-barrierefrei.de
Alles zur Kulturhauptstadt ruhr.2010 unter: www.ruhr2010.de








