"Dankeschön aus der Tiefe meines Herzens", beginnt die E-Mail von Tsugumichi Hata, Internationaler Lions Direktor aus Japan und Mitglied des Lions Clubs Sendai. Was war geschehen: Ein Erdbeben 130 Kilometer östlich der japanischen Stadt Sendai löste eine zehn Meter hohe Flutwelle aus. Der Tsunami hat alles niedergerissen, fortgespült, was in den Weg kam. Acht Monate nach dem Tsunami sind immer noch soziale Gemeinschaften zerstört. Zerstörung und Trümmer prägen Sendai. Mühsam bauen die Japaner in den Überschwemmungsgebieten ihre Heimat wieder auf und haben dabei einen unerschütterlichen Durchhaltewillen. Die zerstörten Orte gleichen immer noch einem Kriegsschauplatz. Die traurige Bilanz des Tsunamis: 16.000 Tote und immer noch fast 5.000 Vermisste. 110.000 Gebäude wurden zerstört. 130.000 Gebäude sind teilweise eingestürzt, 500.000 Gebäude sind beschädigt.
Nach Kontaktaufnahme mit Japan durch den amtierenden Präsidenten des Mergentheimer Lions Clubs, Klaus Spitzley, waren die Lions sich einig, durch eine Spendenaktion ein Projekt in Japan zu unterstützen. Lionsmitglied und Geschäftsführer der Würth Industries, Rainer Bürkert, ermöglichte dem Lions Club beim Tag der offenen Tür bei Würth in Bad Mergentheim, eine Tombola und einen Flohmarkt auszurichten. Partner und Lieferanten von Würth Industries stellten dafür 20 000 Preise kostenlos zur Verfügung. Zu gewinnen gab es neben Kleinpreisen ein Fahrrad, zwei große handgemalte Bilder, einen Gutschein für eine Woche mit dem Wohnmobil, ein Wochenende mit einem Cabrio, Gutscheine verschiedener Restaurants und Hotels und für Fußballbundesligaspiele, edle Rucksäcke, Fußbälle, Jacken, ferngesteuerte Autos und Wasserboote, Staubsauger und vieles mehr. Das gesamte Lions-Team mit Familien war in Aktion, sei es beim Auf- und Abbau, beim Flohmarkt, beim Losverkauf oder bei der Gewinnausgabe. Die enorme Kraftanstrengung brachte einen Erlös von 18.092 Euro. Diesen Betrag stockte der Lions Club auf 20.000 Euro auf.
Mit Hilfe bestehender Kontakte von Familie Spitzley zu Familie Kojima in Japan wurde ein passendes Projekt gefunden. Dem Lions Club ist es wichtig, ein Kinderhilfsprojekt zu unterstützen. Tsugumichi Hata kontaktierte eine Bildungseinrichtung in der Präfektur Miyagi.
Die Situation dort: Durch die Gebäudezerstörung von Schulen und die Umnutzung einer weiteren Schule als Lagerhalle für Hilfsgüter wurden die Schulen in ein Gebäude zusammengefasst. Von den Schülern selbst starb zum Glück keiner, aber fünf verloren beide Eltern, weitere fünf verloren ein Elternteil und 30 Schüler verloren Brüder oder Schwestern. Die Kinder sind psychisch geschädigt.
Laut Aussage der Lehrer vor Ort benötigen die Kinder dringend Bücher, um das Unfassbare verarbeiten zu können und um allmählich wieder in den Alltag zurückkehren zu können. Deshalb hat der Lions Club entschieden in dieser Schule mit der gesamten Summe eine Bücherei einzurichten. Nach Abschluss der Aktion will der Lions Club erneut berichten. lc
(Quelle: Tauber Zeitung, Bad Mergentheim vom 16. November 2011)








