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Empfang beim Oberbürgermeister der Stadt Koblenz am 18. Juni 2011

Stiftung Schalkenmehrener Maar(e)

Beitrag zum Erhalt der Kulturlandschaft der Eifelmaare
Dr. Hans Friderichs bei Dauner Lions

Ein einzigartiges Haus unmittelbar am Schalkenmehrener Maar - diesen Traum haben sich der ehe­malige FDP-Bundeswirtschaftsminister Dr. Hans Friderichs und seine Frau Erika erfüllt.  1996 hatten sie sich bei einem Urlaubsaufenthalt in Schalkenmehren zum Kauf des Hauses aus den 50er Jahren entschlossen. Die „Mainzer“ nutzen es vor allem an den Wochenenden und in den Sommermonaten.
"Am 24. September 2000  haben wir dann die Stiftung Schalkenmehrener Maar(e) gegründet," so Dr. Hans Friderichs, geboren in Wittlich, Bundeswirtschaftsminister in der Sozialliberalen Koalition von 1972-77, ehemaliger Vorstand der Dresdner Bank, bei seinem Vortrag bei den Dauner Lions am 03. Februar 2012 im Landhaus Müllenborn bei Gerolstein. Hans Friderichs - am 16. Oktober 2011 80 Jahre alt geworden - ist seit Alter nicht anzumerken. Sein Vortrag ist überzeugend, klar in seinen Aussagen und gleichzeitig anschaulich und praxisnah. Mit Wandern und Radfahren hält er sich fit. Nach wie vor nimmt er Aufgaben in Vorständen von Firmen wahr.
Damals sei es um die Natur rund um das Schalkenmehrener Maar nicht gerade gut bestellt gewesen. Der Vulkankrater drohte zu verwildern, weil niemand mehr die Wiesenhänge nutzte. Früher wurde hier extensive Landwirtschaft betrieben – Obstbäume schmückten die sanften Hänge entlang des Maarufers. Über die Jahre aber wucherte die Landschaft zu und verbuschte. Mit ihrer Stiftung setzte sich das Ehepaar Friderichs zum Ziel, den früheren Charakter der alten Maarkulturlandschaft wieder herzustellen.
Die Stiftung wurde von dem Ehepaar Friderichs mit einem Anfangskapital ausgestattet. Von den durchschnittlich 12.500, die im Jahr ausgegeben werden, stammen 30 % aus Erträge des Startkapi­tals. Weiter 30 % werden bezogen aus Fördermittel der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord. Die restlichen 40 % kommen aus Spenden.
Seit der Gründung der Stiftung hat sich einiges getan:
Die Entbuschung unterhalb des Rundweges 2. Weil Motorsägen und Handwerkzeug nicht reichen um eine solche Arbeit durchzuführen, muss ein sogenannter „Forstmulcher“ zum Einsatz kommen. Mehrere Jahre lang muss anschließend mit einem „normalem“ Mulcher nachgearbeitet werden, um zu verhindern dass die Büsche und Sträucher nachwachsen. Die Beweidung durch Schafherden trägt zusätzlich dazu bei, den erreichten Zustand zu erhalten. Dr. Friderichs konnte den Schäfer davon überzeugen, einige Ziegen in die Herde auf zu nehmen. Ziegen können nicht nur Gras und Kräuter, sondern auch Futtermittel verwerten, die nicht für Schafe geeignet sind Ziegen fressen alles, leider auch junge Ostbäume, die deswegen aufwendig geschützt werden müssen.

Um die Bevölkerung einzubinden, wird viermal im Jahr ein „Freiwilligeneinsatz“ organisiert: 15-20 begeisterte Helfer entbuschen und säubern dann das Gelände, und erhalten als „Lohn“ ein gemein­sames Mittagsessen, wobei alle Fragen gestellt werden können und wo erklärt werden kann, warum etwas gemacht wird.
Das verlandete Trockenmaar wurde in ein moorähnliches Maar zurückversetzt. Schwere Maschinen konnten hierbei nicht eingesetzt werden: sämtliche Weiden, Birken usw. wurden mit Motorsägen entfernt. Der Bestand an Wasser- und andere Vögel sowie an Libellen hat sichtbar zugenommen.
Im Auftrag der Stiftung wurde von dem Biotopbetreuer Gerd Ostermann ein sogenanntes Obstbaumkataster für den Maarkessel Schalkenmehren erstellt: 331 Obstbäume unterschiedlichen Alters und Zustandes auf 55 ha Fläche werden hier aufgeführt. Die alten Obstbäume werden wieder gepflegt und zusätzlich jede Menge neue Apfelbäume gepflanzt. So sollen sich die entbuschten Wiesenhänge langsam wieder in Streuobstwiesen verwandeln, deren Früchte auch geerntet und vermarktet werden. Informationstafeln rundum das Maar klären die Besucher darüber auf, was sich im und um das Maar so alles tut.

Der Lionsabend ging mit einer Bilderschau zu Ende, die einen plastischen Einblick in die einzigarti­ge Flora und Fauna der Maarlandschaft bot. 

Kontakt: Dr. Hans Friderichs, Kappelhofgasse 2, 55116 Mainz, E-Mail: info(at)dr.friderichs.de.
 

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