Ihre Leistung für die flächendeckende Einführung des Neugeborenen-Hörscreenings unterschlagen
In einer Pressemitteilung vom 10. Juni 2010 feiert die bayerische Sozialministerin Christine Haderhauer das Neugeborenen-Hörscreening zur Erkennung von Taubheit als „Schlüssel zum Erfolg!“ Kein Wort davon, dass flächendeckendes Hörscreening in Bayern und darüber hinaus eine großartige Initiative von Lions war.
Wörtlich heißt es in der Pressemitteilung:
„Ein Neugeborenen-Hörscreening, das in Bayern in Modellprojekten in der Oberpfalz und in Oberfranken erprobt wurde, ermöglicht die Früherkennung von schweren Hörstörungen bereits wenige Tage nach der Geburt und schafft die Voraussetzung für eine frühzeitige Diagnosestellung und Einleitung von Therapiemaßnahmen innerhalb der ersten sechs Monate. Seit 01.01.2009 ist das Neugeborenen- Hörscreening als Kassenleistung anerkannt und ermöglicht damit eine flächendeckende frühzeitige Erfassung der Hörstörungen. Von einer angeborenen, beidseitigen, therapiebedürftigen Hörstörung ist circa eins von 1000 Neugeborenen betroffen, mit der Folge von Schwierigkeiten in der sprachlichen, psychosozialen und intellektuellen Entwicklung insbesondere bei verzögerter Diagnosestellung und Therapiebeginn ... Es ist dringend notwendig, dass gehörlos geborene Kinder möglichst frühzeitig ein Implantat bekommen. Durch die Innenohrprothese wird eine Schallwahrnehmung - ähnlich dem Hören - erzeugt.“
Soweit ein Auszug aus der Pressemitteilung des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen.
Es war aber keinesfalls die staatliche Gesundheitspolitik, die das Hörscreening auf den Weg gebracht hat, sondern eine Initiative aus dem früheren Distrikt Franken-Oberpfalz- Niederbayern (FON).
Dr. Maximilian Pielmaier, Mitglied des Lions Club Weiden, hatte sich seit Jahrzehnten bayernweit für erwachsene Gehörlose eingesetzt. Dies führte ihn zu der Frage nach Möglichkeiten, Gehörlosigkeit ab der Geburt zu heilen. Dazu fehlte jedoch bis vor wenigen Jahren das rechtzeitige Erkennen eines Gehörschadens bei Neugeborenen. 1997 übergab der Lions Club Weiden das erste neu entwickelte Hörtestgerät der Entbindungsklinik in Weiden.
In der Folge wurden Testgeräte in allen Entbindungskliniken in der Oberpfalz eingeführt. Örtliche Lions Clubs stellten den Entbindungsstationen die rund 3 600 Euro teuren Geräte zur Verfügung. Von den sichtbaren Erfolgen der Untersuchungen beeindruckt, ging Dr. Pielmaier einen entscheidenden Schritt weiter in Richtung einer flächendeckenden Versorgung der Kliniken in Bayern. Auch bundesweit wurde das Projekt vorgestellt. Bis 2003 wurde in Bayern ein flächendeckende Versorgung der Geburtskliniken durch Lions sichergestellt. Im Freistaat wurden dafür von den Lions rund 650 000 Euro aufgebracht, in ganz Deutschland mehr als 4 Millionen.
Die seither auf Anstoß von Dr. Pielmeier und den Lions betriebene Aufnahme des Hörscreenings in den Katalog der Regelleistungen im Rahmen der Kindervorsorgeuntersuchungen erfolgte schließlich 2009.








