Begeisterter Applaus brandete auf, als der 11-jährige Daniel Schreivogel aus Bayern-Nord sein Vorspiel beendete. Als jugendlicher Ehrengast nahm er teil am Bundeswettbewerb des Lions – Musikpreises in Stuttgart, im Rahmen der Multi-Distrikt-Versammlung. Seine musikalische Darbietung war so jugendlich frisch und zugleich künstlerisch reif, dass die Zuhörer und Zuhörerinnen im Mozartsaal der Liederhalle gut nachvollziehen konnten, warum Daniel in Bayern-Nord einen 1. Preis beim Schülerwettbewerb errungen hatte.
Gleiches galt von dem 14-jährigen Henri Schulte aus Niedersachsen-Bremen, der Bachs Bouree BWV 996 zart und genau vortrug. Beide Schüler erfreuten sich dann mit den anderen Lions, die sich im Lauf des 7. Mai als Zuhörer beim Lions-Musikpreis einfanden, an den musikalischen Beiträgen der Teilnehmer des regulären Wettbewerbs.
Acht Kandidaten musizierten in der ersten Runde am Vormittag. Alle hatten als Pflichtstück von Johann Sebastian Bach, Gavotte 1+2, BWV 995 zu spielen und ein weiteres Stück, das aus einer Repertoireliste auszuwählen war. Daraufhin wählte die Jury, unter Vorsitz von Prof. Bernard Hebb (Bremen) folgende Kandidaten und Kandidatinnen für das „Konzert der Sechs Besten“ am Nachmittag aus: Judith Bunk (gesponsert vom Distrikt OS), Ozan Coskun (WL), Pawel Gorzel (N), Magdalena Kaltcheva (R), Anna Kermer (OM) und Iva Nezic (BN).
Um 16 Uhr folgte dann das öffentliche Konzert, für die ausgewählten Kandidaten die zweite Runde des Wettbewerbs. Nachdem DG Barbara Goetz den jungen Talenten gutes Gelingen gewünscht hatte, gaben die sechs Musikerinnen noch einmal eine wunderbare Kostprobe ihres Könnens. Prof. Hebb, der nach dem Vorspiel die Ergebnisse der Juryberatung mitteilte, lobte das hohe Niveau aller Teilnehmenden. Aber es musste eine Entscheidung über die Preisvergabe fallen und so vergab die Jury einen 3. Preis an Iva Nezic und einen 2. Preis an Judith Bunk. Den ersten Preis und damit die Fahrkarte nach Bologna (wenn nicht sogar nach Seattle!) gewann Anna Kermer aus dem Distrikt Ost-Mitte. Wie die Zweitplatzierte studiert Anna Kermer an der Musikhochschule in Weimar. Sie wird nun im November, beim Lions-Musikpreis im Rahmen des Europaforums in Bologna, die Deutschen Lions vertreten und mit den Kandidaten aus den anderen europäischen Ländern um die ausgesetzten Preise spielen.
Am Sonnabend, während der Hauptversammlung der Deutschen Lions in der Liederhalle, erhielten die drei Preisträgerinnen ihre Preisgelder vom Internationalen Präsidenten Eberhard Wirfs überreicht. Am Tag zuvor hatte bereits seine Ehefrau Margit Wirfs die Musiker und Musikerinnen durch ihre Teilnahme am Konzert und durch die Überreichung der Urkunden geehrt. Wer die Gelegenheit hatte, im mit 600 Lions gut gefüllten Hegelsaal auf den Vortrag der 1. Preisträgerin zu lauschen, erlebte eine faszinierende Verschmelzung von Instrument und Musikerin.
Übrigens: Der 17. Lions-Musikpreis 2011 ist für das Instrument Oboe ausgeschrieben. Der Deutschland-Wettbewerb findet anlässlich der nächsten MDV in Osnabrück statt. Für die Vorentscheidungen in den Distrikten können Anmeldeunterlagen direkt angefordert werden bei: Ingo.Brookmann@t-online.de und in Kürze, direkt zum download auch über: www.lions-musikpreis.de.
Ingo Brookmann
Beauftragter des Governorrats für den Lions-Musikpreis im Multi-Distrikt 111 Deutschland
Preise: 1. Preis EUR 2.000 / 2. Preis EUR 1.500 / 3. Preis EUR 1.000
Jury: Prof. Bernhard Hebb, Professor für Gitarre an der Hochschule für Künste Bremen (Konzertierender Künstler und Leiter von Meisterklassen im In- und Ausland), LF Carsten Linck (Freischaffender Musiker im Bereich Kammermusik, Dozent an der Folkwang Musikschule), Prof. Johannes Monno (Professor für Klassische Gitarre und Didaktik an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart), Finn Svit (Dänemark, Gitarrist), LF Gregor Schmidt-Bohn (Oberstudienrat, Musikpädagoge, Emmendingen)
Ort und Zeit des Europäischen Wettbewerbs: 4. + 5. November 2010, Bologna/Italien
Repertoireliste:
- Mauro Giuliani (1781-1829): Grande Ouverture, op. 61
- Mauro Giuliani (1781-1829): Grand Sonata Eroica, op. 150
- Fernando Sor (1778-1839): Sonata Grand Solo, op. 14
- Fernando Sor (1778-1839): Variationen über ein Mozart Thema, op. 9
- Augustin Barrios Mangore’ (1885-1944): La Catredal
- Manuel Maria Ponce (1882-1948): Sonatine Meridional
- Joaquin Turina (1882-1949): Sonata, op. 61
- Mario Castelnuovo-Tedesco (1895-1968): Variations á travers les siécles, op. 71
- Frank Martin (1890-1974): Four short pieces/ Quatre piéces bréves
- Leo Brouwer (1890-1939): Variationen über ein Thema von Django Reinhard








