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Interview mit Lutz Baastrup, Governorratsvorsitzender 2016/2017 „Das Lions-Jubiläum ist gleichermaßen Herausforderung und Chance!“

Der neue Governorratsvorsitzende Lutz Baastrup bekommt seine Ernennung beim Meet & Greet in Fukuoka vom Past Governorratsvorsitzenden Daniel Isenrich (r.)

Der neue Governorratsvorsitzende Lutz Baastrup bekommt seine Ernennung vom Governorratsvorsitzenden des Vorjahres Daniel Isenrich (r.).

 

Interview mit Lutz Baastrup: Der neue Governorratsvorsitzende über sein Konzept, die skandinavische Lebensart und seine Lieblingsschlagzeile über Lions.

LION: Wir wollen gerne wissen, wie es Lutz Baastrup denn jetzt in den ersten Momenten seines Amtes geht. Wie fühlt man sich da?

Lutz Baastrup: Ich fühle mich immer noch geehrt, dass ich jetzt zum GRV gewählt wurde. Und ich fühle mich gut dabei. Ich bin entspannt, ich weiß, was auf mich zukommt, ich freue mich auf dieses Amt. Ich freue mich vor allen Dingen auf das Jubiläum, das mit dem Amt als Centennial verbunden ist. Das ist eine Herausforderung, die macht auch sehr viel Spaß.

LION: Was ist dir als Erstes durch den Kopf geschossen, als Daniel Isenrich Dir das Amt übergab?

Baastrup: Mal so ins Unreine gesprochen: im Prinzip gar nichts.

LION: Du warst also gedanklich also schon auf diese Situation vorbereitet?

Baastrup: Ja. Ich versuche grundsätzlich, vorbereitet in eine Veranstaltung zu gehen. Es ist wahr, dass man sich darauf einstellt. Das beste Beispiel dafür ist vielleicht das Interview durch die DG elect vor der Wahl. Ich wusste, dass die Kandidaten Eingangsstatements geben und dann Fragen beantworten sollten. Bereits bei meinem Eingangsstatement habe ich eine ganze Reihe von Fragen angerissen, weil ich ahnte, worauf man sich einstellen sollte.

LION: Kannst du mal kurz die für dich wichtigen Punkte in „Deinem“ Jahr skizzieren?

Baastrup: Ich möchte das 100-Jahr-Jubiläum als Chance und Herausforderung nutzen. Als Chance, um Änderungen einzubringen - vielleicht weniger Änderungen, als einfach neue Ideen zu verwirklichen, sowohl auf Multi-Distrikt-Ebene als auch auf Distrikt- und Club-Ebene. Ich möchte den Lionsfreunden den Tipp geben: Nutzt diese Chance, sie kommt erst in 100 Jahren wieder. Nutzt die Chance, um mal alles auf den Prüfstand zu stellen und sich neu auszurichten.

LION: Könntest du dafür Beispiele geben?

Baastrup: Etwa: Überlegt euch, ob eure Mitgliederstruktur zeitgemäß ist. Versucht, in Verbindung mit neuen Activitys neue Mitglieder zu gewinnen. Nutzt die Möglichkeit, über Frauen als Mitglieder nachzudenken oder ganz generell eine andere Konstruktion zu finden. Wir haben viele Clubs, die überaltert sind - das ist einfach Fakt. Wir müssen zusehen, dass sich diese Clubs revitalisieren. Für diese Revitalisierung kann ich hervorragend die Möglichkeit des Jubiläums nutzen.

LION: Hast du eine Lieblingsaktivity im Hinterkopf, die dafür passend wäre? Was ist denn deine ideale Aktivity?

Baastrup: Meine ideale Aktivity ist eine helfende Aktivity. Also nicht eine, die darauf abzielt, möglichst viel Geld zu generieren, sondern eine, für die man sich als Lions-Mitglied persönlich einbringt.

Als Lieblingsaktivity sehe ich in der Unterstützung von Menschen mit Behinderungen. Ein Beispiel dafür: Als Distrikt-Governor bat ich die Clubs zu überlegen, etwas in dieser Richtung zu tun. An einem der ersten Clubabende erzählte mir der Präsident: „Das haben wir gleich umgesetzt. Wir haben einen Kegelabend mit Menschen von der Lebenshilfe organisiert. Am Anfang wussten wir nicht, wie wir zurechtkommen sollten. Aber am Ende haben wir festgestellt, dass das ganz klasse war und beschlossen, das definitiv noch einmal zu machen, weil es ein so positives Erlebnis war“. Man hat diese, wie man so schön sagt, Win-win-Situation, man gibt etwas von sich und man sieht sofort, wie unglaublich begeistert der andere Mensch ist und wie sehr er sich freut.

LION: Wir treffen uns zu diesem Interview genau in dem Moment, da die International Convention abgeschlossen ist. Gleichzeitig gibt ein neuer Präsident programmatisch eine neue Ausrichtung vor. Was von dem, was programmatisch hier in den letzten vier Tagen gesagt wurde, kommt in deinem Konzept vor?

Baastrup: Im Prinzip ist es das Motto des Internationalen Präsidenten: „New mountains to climb“ - also sich neuen Herausforderungen stellen. Wir haben jetzt eine Art Gipfel erstiegen: Als Lions können wir nach 100 Jahren voller Stolz zurückblicken auf das, was wir erreicht haben. Aber das ist nicht das Ende, vielmehr geht es jetzt erst richtig weiter. Viele neue Punkte spielen da eine Rolle. Da komme ich zurück auf den bisherigen International President Dr. Jitsuhiro Yamada, bei dessen Präsentation eine Band spielte, eine Orchestergruppe aus Menschen mit einer geistigen Behinderung. Das fand ich ganz toll. So einfach werden neue Wege beschritten. Und wenn ich im Hintergrund mal lausche, was im Hauptquartier so angedacht wird, höre ich heraus, dass auch dort diese Chance genutzt wird, um neue Wege zu gehen.

LION: Was sah dabei anders aus als bei einer Band mit Nichtbehinderten?

Baastrup: Die Menschen waren begeistert davon, dass sie so toll Musik spielen konnten, richtig begeistert. Besonders aufgefallen ist mir der eine Trommler, der nicht viel zu tun hatte, aber die ganze Zeit engagiert und begeistert herumgetanzt ist und voll mit dabei war. Bei einer meiner Distrikt-Versammlungen trat eine Band mit zwei Musikern auf, die beide blind waren. Einer der beiden hatte noch diverse andere Behinderungen, die man ihm deutlich ansah. Doch in dem Moment, als er anfing Musik zu spielen, war das alles wie weggeblasen.

LION: Glaubst du, dass man sich in Deutschland grundsätzlich mehr für Behinderte engagieren sollte, können wir Lions da etwas verändern?

Baastrup: Ich glaube, wer noch keinen Kontakt zu Menschen mit Behinderung hat, braucht zunächst diesen Kontakt, ganz niederschwellig, auf kleiner Ebene. In dem Moment, da er diesen Kontakt hat, wird er feststellen, wie toll das ist. Man muss sich darauf einlassen und man wird feststellen, wie gut man mit den Menschen zurechtkommt und wie glücklich sie sind, wenn man sich mit ihnen befasst.

Ich glaube schon, dass Menschen mit Behinderungen auch bei Lions in Deutschland einen hohen Stellenwert haben. Wir sehen es an den Special Olympics, die wir jetzt grade in Hannover abgeschlossen haben. Dort war ganz deutlich spürbar, dass Lions unglaublich aktiv und engagiert waren und zusammen mit den Sportlern viel Freude hatten. Viele Lions Clubs tun schon viel in diesem Bereich. Wobei ich sage: Man kann immer mehr tun.

LION: Kommen wir zurück zu Deiner neuen Rolle als Governorratsvorsitzender. Unser scheidender GRV Daniel Isenrich kam aus München, er war Schweizer. Du kommst jetzt ganz hoch aus dem Norden. Kannst du etwas zu deiner Heimat sagen?

Baastrup: Schwierig…. Heimat ist dort, wo ich mich wohlfühle, wo meine Familie ist. Ich bin in Hamburg geboren, so steht´s in meinem Pass. Ich bin aufgewachsen in Buchholz/Nordheide. Lebte dann ein Jahr in Boston (USA). Habe meinen Wehrdienst absolviert, bin danach nach Bayern gezogen, um dort zu studieren, habe dort auch meine Frau kennengelernt.
Meine Frau kommt aus Kiel, so war es naheliegend, dass wir nach dem ersten Staatsexamen beide wieder zurück in den Norden wollten. Durch Zufall bin ich dann in Flensburg gelandet. Von der Historie und von meinem Namen her habe ich dänischen Ursprung. Meine Familie ist im 18. Jahrhundert von Kopenhagen nach Hamburg-Altona gezogen, das zu dem Zeitpunkt dänisch war. 1864 kamen die Preußen und haben Schleswig-Holstein befreit, und seitdem sind wir deutsch.

LION: Also im Grunde deines Herzens bist du - wie man so schön landläufig sagt - Wikinger? Oder hörst du das nicht gern?

Baastrup: (lacht) Ja, ich würde mich eher als Skandinavier fühlen, nicht als Wikinger.

LION: Das sind aber gleich mehrere Länder…. Welches muss man sich vorstellen?

Baastrup: Norwegen.

LION: Sprichst du auch norwegisch?

Baastrup: (lacht)  Nei, jeg ikke snakker norsk…

LION: Das kann ich nicht übersetzen….

Baastrup: (lacht) Nein, ich bemühe mich, es zu verstehen… und ich spreche ein ganz, ganz, ganz klein wenig.

LION: Da muss ich nachfragen: Was können wir Deutschen uns von der Lebensart der Norweger abgucken?

Baastrup: Die sind extrem weltoffen, obwohl sie in vielerlei Hinsicht ganz, ganz kleine Ortschaften haben und ganz, ganz kleine Dörfer. Aber wenn man mit Norwegern spricht - man trifft sie weltweit - spürt man deutlich ihre Weltoffenheit, eine Offenheit zu allen Menschen. Das sieht man auch am Beispiel Schweden, wobei ich wieder bei Skandinavien bin. Im Verhältnis zu ihrer Bevölkerung haben die Schweden in Europa wegen der Krise die allermeisten Flüchtlinge aufgenommen.

LION: Lutz Baastrup kann man sich also so vorstellen: durchaus in Deutschland, im Norden zu Hause, aber auch viel unterwegs gewesen, mehrere Stellen kennengelernt, auch teilweise im Ausland gelebt. Welche Erkenntnisse hast du durch deinen Auslandsaufenthalt gewonnen?

Baastrup: Ich glaube, der Aufenthalt in Boston hat mein Leben maßgeblich verändert. Ich bekam ganz neue Perspektiven, einen neuen Blick auf die Welt, auf andere Menschen. Und ich habe die Erfahrung gemacht, dass auch im Ausland nicht immer alles gut läuft, dass man sich trotzdem durchbeißt und nicht gleich aufgibt, sondern weitermacht. Es gab auch negative Erfahrungen in den Vereinigten Staaten, die mich aber nicht davon abgehalten haben, dort noch länger zu bleiben und meinen Weg zu finden.

LION: Wenn du die USA und Deutschland vergleichst, wo liegt aus deiner Sicht der Hauptunterschied, wenn es um die Kernfragen der Lions geht, etwa Bedürftigkeit in Fällen, in denen der Staat nicht genug tätig wird? Werden da inzwischen soziale Kompetenzen wirklich wieder wichtiger als bisher, ist der Sozialstaat gefragt?

Baastrup: Ich glaube, der wesentliche Unterschied ist, dass die Amerikaner auch heute noch von sich aus „volunteers" sind. Fast jeder Amerikaner, der irgendwie kann, ist in seiner Freizeit jederzeit bereit, anderen Menschen zu helfen. Lions sind in Amerika ein sogenanntes „grassroots-movement“, eine Basisbewegung. Da geht es nicht um Treffen, wo man nette Reden schwingt und ein gutes Essen hat, sondern darum, konkret zu helfen, gemeinsam etwas zu machen.

Das ist schon ein ganz wesentlicher Unterschied, und das muss man als deutscher Lion erst einmal verstehen. Als deutscher Lion muss man ohnedies begreifen, dass die Lions-Welten teilweise weltweit so unterschiedlich sind wie Tag und Nacht. Aber gleichwohl: Im Kern sind wir alle Lions. Bei einer International Convention oder einem Europa Forum stellt man ganz schnell fest: Wir liegen alle auf einer Wellenlinie. Wir sind Lions.

LION: Unterschiedlich wie Tag und Nacht - kannst du dafür Beispiele nennen?

Baastrup: Ein guter Lionsfreund hat mir von einer Erfahrung berichtet, die er in Indien gemacht hat, als er dort den Kontakt zu einem indischen Lions Club suchte. Die erste Frage der indischen Lions war: Möchtest du Mitglied werden? Als er verneinte, weil er ja Mitglied in einem deutschen Lions Club war, kam die Frage: Wann wollen wir uns treffen? Irgendwann wurde ein Treffen vereinbart, doch als er dorthin kam, war niemand da. Es habe nicht geklappt, war die Antwort des Präsidenten. Ein Treffen zu vereinbaren war ganz schwierig. Indische Clubs haben eine ganz andere Struktur, vieles wird über Medaillen und Auszeichnungen gemacht. Bei den Activitys gibt es keinen Unterschied. Aber das Clubleben ist ganz ganz anders, weniger strukturiert, weniger stringent. Ob ich heute in dem Club aktiv bin, weiß ich erst morgen (lacht).

LION: Ist es ein Vorteil oder ein Nachteil, dass die deutschen Lions strukturierter sind?

Baastrup: Es ist ein Vorteil, wir sind effizienter, definitiv. Du wolltest ein zweites Beispiel: Ein Lionsfreund aus Istanbul erzählte mir voller Stolz, er sei jetzt der zweite Assistent des Distrikt-Schatzmeisters. Ich fragte ihn: wieso? Wir haben nicht mal einen Assistenten vom Distrikt-Schatzmeister. Daraufhin erklärte er mir: „Wenn du in der Türkei nicht ein spezielles Standing innerhalb der Gesellschaft hast, wirst du auch bei vielen Lions Clubs keine bestimmte Position erreichen. Deshalb ist der zweite Assistent des Distrikt-Schatzmeisters die Position, die ich erreichen kann. Und darauf bin ich stolz“.

LION: Den Governorrat machst du nicht alleine. Du bist der Vorsitzende, der Moderator, du hast eine Crew. Was kannst du über deine Crew sagen, wie wichtig ist sie, wie sehr gibt sie dir Sicherheit, wie sehr musst du helfen? Wie wichtig ist sie für das gemeinsame Ziel?

Baastrup: Ohne Crew könnte ich überhaupt nichts erreichen, könnten wir zusammen überhaupt nichts erreichen. Selbstverständlich sind die Distrikt-Governor als Mittler zwischen LCI und den Clubs vor Ort das entscheidende Kriterium. Ganz wichtig für mich ist, und das, glaube ich, kann ich jetzt schon sagen, dass wir ein gutes Team sind. Und nur ein gutes Team ist effektiv. Und nur mit einem guten Team können wir überhaupt die Ziele erreichen, die wir uns stellen.

LION: Die nächste Governorratssitzung findet in Oldenburg statt. Ist zu erwarten, dass der Governorrat durch ganz Deutschland zieht? Wie ist deine Fahrbereitschaft?

Baastrup: Ich verstehe meine Aufgabe zunächst einmal und vorrangig als Sprecher und Moderator des Governorrates, nicht darin, ich sage mal so das böse Wort, der „Grüßonkel“ bei Distrikt-Versammlungen oder Ähnliches zu sein. Ich kann es mir auch gar nicht leisten. Ich habe zwei kleine Kinder von sechs und neun Jahren, ich bin selbstständiger Rechtsanwalt, ich muss auch mal zu Hause sein (lacht). Ich muss also meine Aktivitäten schon ein wenig kontrollieren….

LION: Du wirst also versuchen, die Wege zu optimieren.

Baastrup: Richtig.

LION: Was wird denn durch deinen persönlichen Stil anders geprägt sein, als wir das in den letzten Jahren gewohnt waren? Du bist ein anderer Mensch, etwas muss ja anders sein.

Baastrup: Ich will mich gar nicht mit Vorgängern vergleichen. Jeder Vorgänger hat seine ganz eigene Art, und jeder Governorrat besteht aus 19 unterschiedlichen Persönlichkeiten, die man nicht vergleichen kann. Ich würde mir eine sehr hohe Lockerheit bei der Ausführung meines Amtes zugutehalten, nicht in dem Sinne, dass ich nicht effektiv und vernünftig arbeite, eher in dem Sinne, dass ich mich selbst nicht zu ernst nehme. Ich bin ein Glied von vielen, und ich bin nicht der Wichtigste.

LION: Nehmen wir das mit dem Team noch einmal auf. Du hast gerade gesagt, du wärst nichts ohne dieses Team. Aber wo ist die gemeinsame Schnittmenge, um mehr Qualität zu erzielen als ein Einzelner?

Baastrup: Man muss nicht nur Teamplayer sein, man muss auch Leader sein, man muss moderieren, man muss im Grunde genommen eine ganze Reihe von Funktionen in einer Person vereinigen. Ich muss einschätzen können, wo die Stärken, wo die Schwächen meines Teams sind und wie ich gemeinsam mit diesem Team unser gemeinsames Ziel erreichen kann. Dass ich schon mal durchaus der Motor oder der Motivator bin, ist selbstverständlich.

LION: Dann machen wir jetzt noch eine Schnellraterunde. Du bist schon wie viele Jahre bei Lions?

Baastrup: Zehn.

LION: Zehn Jahre - du hast also schon gehörig Erfahrung. Du hast in vielen Lions-Ämtern gearbeitet, du hast viel mit deinem Club, in deinem Distrikt gemacht. Was wäre so die Lieblingsschlagzeile, die du gerne über die deutschen oder die internationalen Lions lesen würdest?

Baastrup: Ich würde das in dem aktuelle Motto zusammenfassen: „Wherever there's a need there's a Lion“, beziehungsweise logischerweise die deutsche Form. Das wäre die tollste Schlagzeile, wenn öffentlich klar würde: Lions helfen.

LION: Hast du eine bestimmte Zielvorstellung?

Baastrup: Jeder Club, jeder Lion muss für sich entscheiden, wo seine Prioritäten liegen.

LION: Warum Lion, warum nicht Rotarier?

Baastrup: Zum einen: Mein Vater ist Gründungsmitglied des Lions Clubs Scheeßel. Ich bin also praktisch von Kindesbeinen mit Lions groß geworden (lacht). Das zweite ist: Lions sind aktiver, Lions sind mehr „hands on“. Wir tun selbst etwas, um Gelder zu generieren, um Leuten zu helfen.

LION: Wo stehen die Lions in 20 Jahren?

Baastrup: In 20 Jahren ... ich hoffe, wir haben bis dahin deutlich mehr Mitglieder, deutlich mehr Clubs, um deutlich mehr Menschen zu helfen.

LION: Wenn du nicht mehr Governorratsvorsitzender bist, ist dein nächstes Ziel bei Lions…?

Baastrup: Ich habe immer die Bereitschaft angezeigt, ein Amt zu übernehmen, so, wie es der normale Lion auch tun soll. Dann wurde ich gefragt, ob ich mir jetzt vorstellen könne, dieses oder jenes Amt zu übernehmen. In fast allen Fällen war ich immer bereit, das auch zu tun. Welche Ämter auch immer in Zukunft an mich herangetragen werden, werde ich mir dann überlegen, ob ich eines davon übernehme oder nicht.

LION: Noch einmal etwas Inhaltliches: Diabetes wurde jetzt als ein wichtiges Thema genannt für die Lions.

Baastrup:  Ich sehe gesunde Ernährung und Sport als ganz wichtige Themen, speziell bei den Kindern und Jugendlichen.

LION: letzte Frage: 100 Jahre Lions, damit fällt in dein Amtsjahr ja nun ein ganz großes Event. Was heißt das für uns, was müssen wir tun, worauf dürfen wir uns freuen, mit welcher Perspektive gehen wir dahin?

Baastrup: Unser Wunsch und unser Ehrgeiz ist, dass jeder Club in Deutschland im Kalenderjahr 2017 eine zusätzliche Aktivity unter dem Motto „100 Jahre Lions“ macht, um auch dieses wieder als Sprungbrett zu nutzen - für mehr Öffentlichkeit, für mehr Interesse an Lions und natürlich damit auch wieder für mehr helfende Hände.

LION: Also was müssen wir tun? Worauf dürfen wir uns freuen?

Baastrup: Wir können uns freuen auf das, was noch vor uns liegt und was wir noch erreichen wollen. Und wir können uns natürlich freuen, weil wir das Ganze auch feiern wollen. Wir möchten das in Berlin auf unserem Kongress der Deutschen Lions feiern, und ich sage allen Lionsfreunden: Überlegt euch ernsthaft, eine Clubfahrt nach Chicago zu machen. Denn das wird eine richtig große Feier.

LION: Jetzt hab ich doch noch eine aller-allerletzte Frage….

Baastrup: (lacht)

LION: Der Spendenmarathon ist ja in seiner Größenordnung – aus einem mach drei Euro - eine sehr erquickliche und auch insgesamt ertragreiche Veranstaltung für die deutschen Lions. Jetzt wirst du der Lion sein, der die Lions bei der Sendung zum Spendenmarathon live im Studio vertritt. Wie gehst du damit um?

Baastrup: Ich versuche, genau diese Botschaft zu überbringen: Aus eins mach drei. Es ist die beste Möglichkeit, mit kleinen und größeren Spenden ein großes Ziel zu erreichen. Ich finde es aber auch ganz, ganz wichtig, weil „Sight First“, also die Bekämpfung von Blindheit in der Welt, immer noch das oberste Ziel von Lions weltweit ist und wir als deutsche Lions damit auch einen internationalen Beitrag leisten. Ich habe Verständnis für jeden Lions Club, der sagt, ich möchte größtenteils in meiner Umgebung etwas Gutes tun. Ich erinnere aber alle Lions daran, dass wir zu einer internationalen Organisation gehören und bitte sie deshalb zehn oder 20 Prozent ihres jährlichen Budgets in internationale Activitys zu investieren. Da ist natürlich der Spendenmarathon „Lichtblicke für Kinder“ das Beste, was uns passieren kann.

LION: Vielen Dank für das interessante Gespräch.