Anmelden

Haiti

Ein verheerendes Erdbeben hat am 12. Januar 2010 eines der ärmsten Länder dieser Erde erschüttert: Haiti, Zahlreiche Nachbeben folgten bis heute. Rund 230.000 Menschen starben. Viele Tote liegen bis heute noch unter den Trümmern, wenngleich schon riesige Schuttberge weggeschafft wurden. Mehr als zwei Millionen Menschen wurden obdachlos. Unzählige Kinder haben Eltern und Heim verloren. Viele Einrichtungen einer ohnehin maroden Infrastruktur, wie Schulen, Kindergärten, Waisenhäuser und Krankenhäuser sind zerstört. Die großen Hilfsorganisationen haben vielfach nach Maßnahmen der Soforthilfe das Land verlassen. Korruption und Gewalt blühen.

Inzwischen leben die Menschen immer noch unter katastrophalen Bedingungen. Die Cholera breitet sich weiter aus und erschwert den Aufbau. Zahlreiche Menschen sind bereits gestorben. In dieser Situation geht es vor allem darum, den Kindern zu helfen. Ohne Schulbildung und ohne eine warme Mahlzeit täglich haben die Kinder keine Chance. Wie schon so oft, ist unser Engagement bemüht, nachhaltig zu wirken. 

Rund 120.000 Euro sind bislang im Distrikt Bayern-Süd gesammelt worden – eine stolze Zahl, doch zu wenig, um ein eigenes Projekt anpacken zu können. Ich habe mich deshalb seit Monaten bemüht, einen vertrauenswürdigen Partner zu finden, wo wir unsere Mittel ohne Verlust einsetzen können. Hinzu kommt, dass jede Hilfsorganisation, die in Haiti tätig werden will, dort eine eigene Niederlassung unterhalten muss. 

Glücklicherweise bekam ich Kontakt zur „action medeor", dem größten europäischen Medikamentenhilfswerk mit Sitz in Tönningsvorst bei Köln. Der Geschäftsführer dieser Organisation ist LF Bernd Pastors. Zuständig für humanitäre Hilfe weltweit ist Frau Alexandra Geiser.

Hier kamen wir gerade rechtzeitig, um in ein gemeinsames Wiederaufbauprojekt in Gressier (25km westlich von Port-au-Prince) mit den Komponenten Unterkunft (Internatsgebäude), einer kombinierten Grund. und Sekundarschule sowie einer Einrichtung zur Gesundheitsversorgung einzusteigen. Die Gebäude werden erdbebensicher, zyklonresistent sowie behindertengerecht gebaut. Neben zahlreichen Schul-, Multifunktions-, Verwaltungsräumen sowie Sanitäranlagen, wird auch ein Speisesaal benötigt, dessen Kosten sich auf etwa 135.000 Euro belaufen. 

Kabinett, Distriktversammlung 2010/11 und die Jahresversammlung des Lions-Hilfswerks Bayern-Süd 2011 haben sich für dieses Projekt entschieden.

Kompletten, bebilderten Artikel - Ein Land in Not - als PDF zum Download ... (605 KB) 

ZWISCHENBERICHT VOM 11. APRIL 2012 ÜBER UNSERE HAITI-ACTIVITY:

Schule in Gressier (Speisesaal)
Frau Alexandra Geiser, Leiterin Humanitäre Hilfe beim Deutschen Medikamenten-Hilfswerk action medeor e.V., berichtete am 11.04.2012 über die aktuelle Situation vor Ort in Gressier: