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null Projekt Äthiopien Zwischenstand 08.2020

Projekt Äthiopien Zwischenstand 08.2020

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Eine wichtige Säule der Projektmaßnahmen sind die Schulungen (Trainings) von Kleinbauern nach dem Prinzip „Train the trainer“ – kleine Gruppen werden in nachhaltiger Landbewirtschaftung geschult und geben ihr Wissen weiter.

Ziel des Projekts ist die Lebenssituation von Kleinbauern und ihrer Familien durch Sicherung der Versorgung mit Wasser und Nahrungsmitteln wesentlich und vor allem nachhaltig zu verbessern. 

Insgesamt erreichen die Projektmaßnahmen über 20.000 Menschen. Vorher unproduktive Böden werden mit fachlicher Begleitung durch die lokale Bevölkerung in produktive, ertragsreiche und ökologisch wertvolle Flächen umgewandelt. Nach Abschluss der begleiteten Projektphase werden die Menschen in der Lage sein, das Erlernte selbstständig anzuwenden, ein umfassendes, selbstverwaltetes Wassermanagement zu betreiben, die Ernährung ihrer Familien zu sichern und ein bescheidenes Einkommen zu erwirtschaften.

Was geschafft ist:
An allen vier Standorten konnten die Brunnenbohrungen erfolgreich abgeschlossen werden. Die vorgeschriebenen Tests belegen: Für den Dauerbetrieb der Brunnen ist ausreichend Grundwasser vorhanden. Alle installierten Einrichtungen zur solaren Stromversorgung sowie die Pumpanlagen funktionieren reibungslos, die Gemeinschafts-Sanitäranlagen und Waschhäuser werden bereits zahlreich genutzt: Für über 20.000 Menschen stehen in einer Entfernung von bis zu 1,5 km Wasser in guter Qualität und ausreichender Menge, genügend Zapfstellen und sanitäre Anlagen zur Verfügung. 

 

Schnelle Reaktion auf Pandemie und Lockdown
​​​​​​​Die vorhandene Infrastruktur machte es unserem Partner vor Ort möglich, auf die Herausforderungen durch die Corona-Pandemie schnell zu reagieren.  An den Brunnenstandorten wird auf Einhaltung der Abstandregeln geachtet, die Menschen werden aufgeklärt und es werden zusätzlich Seife und Hygieneartikel ausgegeben.  Corona macht derzeit auch im ganzen Land die Versorgungslage problematisch: Ohne Transporte keine Belieferung  und kein Verkauf auf den Märkten – schlimm für die Bauern, denen die Einnahmen verloren gehen, während ihnen die Lebensmittel verderben und gleichermaßen dramatisch für die  Bevölkerung, wenn auf dem Markt nichts zu beschaffen ist.  Der Strom aus den vorhandenen Solarpanels an den vier Standorten wurde nun auch dazu genutzt, an diesen Orten, die sowieso frequentiert werden, gekühlte Lagerkapazitäten einzurichten. Die „Wasserkunden“ (hauptsächlich die traditionell zuständigen Frauen und Kinder), können sich jetzt nicht nur mit Wasser sondern auch mit frischen und vor allem günstigen Lebensmitteln versorgen, die Bauern haben wieder Einnahmen. Somit wird die regionale Versorgungslage verbessert, es sinken die Transportkosten, zusätzliche Wege, und damit der Zeitaufwand, und die Ansteckungsgefahr.

 

Verzögerungen durch die Corona-Pandemie

Trotz allem brachte die Corona-Pandemie und der staatlich verordnete Lockdowns im März 2020 die meisten geplanten Projektmaßnahmen leider zum Stillstand.  Besonders betroffen sind nun, in der Endphase des Projektverlaufs, vor allem die landwirtschaftlichen Trainingsmaßnahmen. Rund 2.000 Kleinbauern sollen erlernen und üben, wie Brachland wieder urbar gemacht, Erosion dauerhaft verhindert und Böden ertragreich bewirtschaftet werden können.

 

Die Grundlage: Wasserbohrungen für Tiefbrunnen wurden an vier Standorten erfolgreich durchgeführt.

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Bisher konnten 40 Kleinbauern geschult werden, die als Multiplikatoren ihr Wissen weitergeben werden  („train  the  trainers“).  Diese  Gruppe  freut sich, dank des nun ganzjährig verfügbaren Wassers und der angewandten neuen Verfahren, schon jetzt über deutlich erhöhte Erträge. Aktuell werden bereits zusätzlich 20 Hektar neu gewonnene Anbaufläche als produktive Böden für Anpflanzungen und Wiederaufforstung genutzt.  Corona-bedingt erfolgt der Wissenstransfer derzeit nur  auf  „kleiner  Ebene“  unter  Nachbarn.  Es  ist vorgesehen, dass diese außerordentlich wichtigen Trainings im größeren Umfang im Herbst wieder aufgenommen und dann alle 2.000 Kleinbauern mit einbezogen werden können. 

Die Schulungen im Bau von Kompost-Toiletten waren ursprünglich für Anfang 2020 vorgesehen.

Der Corona-bedingte staatlich verordnete Lockdown hat leider auch das verhindert. Mit Stand heute ist aufgrund der Lockerungen damit zu rechnen, dass nun nach und nach wieder Transporte möglich sind und die benötigten Materialien beschafft werden können. Die im Rahmen des Projekts zum Training vorgesehenen Kleinbauern werden dann angelernt, einfache Kompost-Toiletten zu bauen – zunächst an den Brunnenstandorten, dann auch im eigenen Umfeld.
Ausblick:
​​​​​​​Auch wenn kein absoluter Stillstand herrscht, kann es erst mit einer Verzögerung von mindestens drei Quartalen weitergehen. Ursprünglich sollte das Projekt im Dezember dieses Jahres abgeschlossen sein, derzeit rechnen wir mit mindestens Oktober 2021.

​​​​​Unser Projekt ist mit solchen Verzögerungen nicht allein. Derzeit bemühen sich viele Projekte um Anpassungen ihrer geplanten Maßnahmen, durch die zusätzliche Herausforderungen unter Pandemie-Bedingungen. Ich bin persönlich froh, dass die bereits umgesetzten Schritte unseres Projekts das erleichtern und unsere Hilfe schon jetzt – wenn auch anders als geplant – Früchte trägt.  Wasser ist Leben – das gilt für seine Eigenschaft als wichtigstes Lebensmittel, als Notwendigkeit für die Landwirtschaft und damit auch für die Ernährungssicherung aber auch für die allgemeine und persönliche Hygiene, deren Wichtigkeit uns allen inzwischen ins vorderste Bewusstsein gerückt ist. Zu gegebener Zeit werde ich sie über die weitere Entwicklung des Projekts informieren. Danke für Ihre Unterstützung und bleiben Sie gesund! 
 

Herzliche Grüße
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1. Juli 2020 - Olaf Kahlke tritt Amt als Distrikt Governor an.

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