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Integrationsprojekte

Hier finden Sie eine Liste mit aktuellen und abgeschlossenen Integrationsprojekten aus dem Distrikt 111NB. Gute Ideen, die Anregung sein sollen. Weiterhin sind hier die Ansprechpartner genannt. Kontaktdaten entnehmen Sie bitte dem Lionsmitgliederverzeichnis.

Ausschreibung Distrikt-Integrationspreis 2017

Ziel dieses LIONS-Preises ist, Einzelpersonen oder Gruppen - insbesondere solche mit eigenem Migrationshintergrund- herauszustellen und zu fördern, die sich mit ihrem Engagement besonders im Bereich der Integration zugewanderter Menschen hervorgetan haben.

Der Appell an die Sie bzw. die Clubs in 111 NB lautet:
bitte nennen Sie uns geeignete Kandidaten mit kurzer Schilderung deren Tätigkeit bis zum 01. März 2017 an:  ki@lions-111nb.de

Die meldenden Clubs erhalten bis zum 03.03.17 eine Eingangsbestätigung!

Die Jury besteht aus PDG Karola Jamnig-Stellmach, PDG Dr. Dirk Schröder und KI/1.VG Dr. Wolf Rieh.

Rückfragen an Wolf Rieh –  ki@lions-111nb.de

 

Verleihung des Lions-Distrikt-Integrationspreises 2015

Foto: Heinrich Grün

Begeisterte Lions würdigten Arbeit und Engagement der Preisträger „Integrationslotsen des Landkreises Verden e.V.“ und die „Stadtteileltern des Familienbildungszentrums Buxtehude“ mit grossem Applaus. Distriktgovernor Bernhard Konitz überreichte die Urkunden und je einen Scheck über 750 €.

Zusätzlich wurde ein Ehrenpreis Dipl.-Ing. Jörg Reitmann aus Harsefeld zugedacht. Dem Erfinder, Konstrukteur von Seifenkisten und Möbel für irakische und syrische Kinder rief KI Dr. Wolf Rieh ein „weiter so“ zu - und überreichte ihm den „Carry On-Award 2015“ !

Integration beginnt im Kopf!

LIONS hat sich die kulturelle und soziale Entwicklung der Gesellschaft zum Ziel gesetzt.

Was tun wir für die Integration junger Menschen, die hier leben und arbeiten wollen?

Sicherlich gibt es etliche Clubs, die sich in diesem Bereich engagieren: durch Sprachförderung, Unterstützung von Kindergärten und Schulen, Berufsberatung, praktische Eingliederungshilfen etc. Aber das sind leider nur wenige Clubs! Und wie ist es um die Nachhaltigkeit dieser Maßnahmen bestellt? Sinnvoll wäre, Clubbeauftragte für Integration zu ernennen, die auch nach dem jährlichen Präsidentenwechsel im Amt bleiben und für Kontinuität sorgen. Aber bisher hat nicht einmal die Hälfte unserer Distrikte einen Kabinetts-Integrationsbeauftragten.

Wir beklagen uns über die undankbaren jungen Leute, denen „wir“ Ausbildung oder Studium finanzieren und die nach ihrem Abschluss im Land ihrer Eltern Arbeit suchen – und finden.  arum gehen sie? Woran liegt es, dass Anna leichter einen Arbeitsplatz findet als Ayse? Können wir es uns bei unserer demographischen Situation leisten, viele sehr gut qualifizierte junge Menschen nach ihrer Ausbildung oder Studium ziehen zu lassen? Sollten wir nicht auch in unseren Firmen darüber nach denken?

Eine gute Möglichkeit, jungen Menschen mit Migrationshintergrund zu helfen, wäre als Mentor. In unseren Clubs sind viele Mitglieder, die geeignet und auch bereit wären, für 1-2 Jahre eine derartige Tätigkeit auszuüben. In Zusammenarbeit mit Schulen könnte erreicht werden, dass sich die Betroffenen besser in unserer Gesellschaft zu Recht finden, akzeptiert werden und z.B. durch uns Beratung in Berufsfragen erhalten. Erfahrungen haben etliche LIONS u.a. in Bremen gesammelt, wo immer wieder am Beispiel der Hilfsmaßnahmen für junge Flüchtlinge festgestellt wurde, wie engagiert diese jungen Menschen sind.

LIONS sind in der Regel aufgeschlossene Menschen. Wo liegen die Berührungsängste, wenn wir die Mitgliederstruktur unserer Clubs anschauen und relativ wenig Menschen mit Migrationshintergrund finden? Gibt es keine geeigneten Kandidaten oder „übersehen“ wir sie nur? Schade, sie wären ein gutes Mitgliederpotential und könnten sicherlich für eine Belebung und Verjüngung in vielen Clubs beitragen. Welchen Gewinn Menschen mit Migrationshintergrund bedeuten, sollten wir nicht erst durch die Pfleger/-innen im Seniorenheim erfahren (s.o.)!

Integration - eine Zukunftsaufgabe für LIONS !

Die Bevölkerung

  • nimmt pro Generation ohne Zuwanderung um ca. 1/3 ab

  • wird ständig älter

  • wandelt sich ungünstig hinsichtlich des Verhältnisses Junge zu Alte mit vielfältigen

       Auswirkungen (Renten-/Sozialkassen, Mangel an Arbeitskräften, …)

 

In den industriellen Zentren sowie den Großstädten beobachten wir einen zunehmenden Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund. Viele dieser Mitbürger sind als Gastarbeiter zu uns gekommen bzw. als 2. oder 3. Generation hier geboren. Weiterhin nahmen wir Flüchtlinge bei kriegerischen und religiösen Auseinandersetzungen (Kosovo, Afrika), Spätaussiedler und andere Migranten im Rahmen der EU-Erweiterung in den letzten Jahren.  Durch die Wirtschaftskrise folgten viele vorwiegende junge und gut qualifizierte Südeuropäer.

Das 21. Jahrhundert ist von Migration geprägt. Bei der Diskussion – in der Regel der Probleme, nicht der Vorteile der Migration! - vergessen wir häufig, dass es immer schon Völkerwanderungen, Kolonisationen, Kriegs-, Wirtschafts- oder Religions-bedingte räumliche Veränderungen breiter Bevölkerungsschichten gegeben hat. In Deutschland haben derzeit etwa 20% der Bevölkerung einen Migrationshintergrund, in Großstädten teils deutlich über 30%, vereinzelt 40 % – mit steigender Tendenz. Im Kindes- und Jugendalter erreichen wir bereits Jahrgänge mit > 60% Migrationshintergrund. Hierfür verantwortlich ist die (zunächst) höhere Geburtenrate dieser Bevölkerung, insbesondere der Gruppen mit niedrigem sozialen Status.

Da seitens der Politik lange Jahre das Einwanderungsphänomen verdrängt wurde, erleben wir derzeit zwei gegenläufige Entwicklungen in der Integration:

  • einerseits in der zweiten oder dritten Generation gut integrierte Mitbürger mit teilweise hochqualifizierter Ausbildung. Einen Teil dieser Menschen verlieren wir trotz oder wegen ihrer guten Ausbildung an die Heimatländer der Vorfahren oder ins Ausland. Sie profitieren dort von besseren Berufschancen bei Multilingualität, verlassen uns aber auch, weil sie sich hier nicht voll akzeptiert fühlen.

  • andererseits eine sich schwer öffnende Bevölkerungsschicht mit niedrigem Bildungsstandard und unflexiblem archaischem Verhaltensmuster und hierarchischem Familienbild. Zu oft wurde der Kampf gegen die Herausforderungen des Arbeitsmarktes aufgegeben, aber die Segnungen eines modernen Sozialstaates blieben akzeptiert.

In den Großstädten sind ethnische häufig Enklaven entstanden, deren Segregation durch den Fortzug der ursprünglichen Bevölkerung wie auch der neuen ethnischen Mittelschicht intensiviert wird. Im Verlauf strömen weitere Mitglieder dieser ethnischen Gruppen, aber auch einheimische soziale Unterschichten in diesen Bereich, so dass Stadtviertel entstanden sind, die durch einen großen Migrantenanteil, niedrigen sozialen Status bei gleichzeitig hohem Kinderanteil gekennzeichnet sind.

 

Was hat das mit LIONS zu tun?

Als LIONS haben wir uns verpflichtet, für die bürgerliche, kulturelle, soziale und allgemeine Entwicklung der Gesellschaft einzutreten. Integration wurde vom Ausschuss für Langzeitplanung 2006 definiert als die Ermöglichung einer Teilhabe am gesellschaftlichen, kulturellen wirtschaftlichen und politischen Leben unter Berücksichtigung kultureller Vielfalt.

 

Dazu sollten sich Einheimische und Migranten aufeinander zubewegen. Wir müssen gegenüber den Fremden, die wir gerufen haben, ohne Vorurteile auftreten, ihnen entsprechende Aufklärungs- und Bildungsangebote („Integrationskurse“) anbieten und sie an unserer Gesellschaft teil haben lassen.

Als Gegenleistung dürfen wir erwarten, dass als elementare Basis unser Grundgesetz akzeptiert und gelebt wird. Dazu gehört als Kommunikationsmittel das Erlernen der Sprache und die Bereitschaft, sich mit einer Arbeitsleistung einzubringen.

Wir können nicht Schulter zuckend die PISA-Studien ad acta legen oder die fehlenden Schul-abschlüsse von Migrantenkindern als deren Schicksal akzeptieren, denn in wenigen Jahren werden wir die wirtschaftlichen und sozialen Folgen dieser Entwicklung tragen (Stichwort: Facharbeiter-mangel). Wir müssen befürchten, dass sich derartige Verhaltensweise auch auf deutsche soziale Randgruppen übertragen. Die in einigen Kitas beobachtete frühkindliche Sprachentwicklungsstörung einheimischer Kinder gibt Anlaß zur Sorge.

Und über die Probleme Langzeitarbeitsloser und behinderter Menschen sollten wir uns ebenfalls Gedanken machen.

Die Clubs im Distrikt 111 NB haben sich seit Jahren mit dieser Problematik beschäftigt und sind in vielen Lösungsansetzen engagiert.  Dabei helfen die Kontakte zu Politik, Verwaltung, überregionalen und lokalen Integrationszentren und –vereinen.

Gern stehe ich den Zonen bzw. Clubs mit Rat und Tat bei Integrationsprojekten zur Seite, gebe Anregungen und bin ggf. bei der Vermittlung von Partnern und Netzwerken behilflich.

 Wichtig für die Clubs ist, bei entsprechenden Activitys erfahrene Kooperationen zu suchen, aber auch bei anfänglicher Misserfolgen nicht zu verzagen. Träger der Clubs sind die einzelnen Mitglieder. Sie sollten im besten lionistischen Sinn ihr Engagement und ihre Kontakte für diesen Problembereich einbringen.

Last but not least gehören mehr erfolgreiche, engagierte Bürger mit Migrationshintergrund in unsere Clubs!

Beauftragter

Dr. med. Wolf Rieh

Dr. med. Wolf Rieh
LC Bremer Schweiz
E-Mail: ki(at)lions-111nb.de