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    Zu Gast bei Lions: Jugendforum in Goslar

    Lions Jugendforum 2018
    Lions Jugendforum in Goslar 2018

    Das jährlich in einer anderen deutschen Stadt vom Hilfswerk der Deutschen Lions organisierte Jugendforum widmet sich gezielt dem Prozess der europäischen Integration. Teilnehmen können Abiturienten, Auszubildende und Studenten im Alter zwischen 18 und 24 Jahren aus dem europäischen Ausland. Untergebracht sind sie immer bei zahlreichen Gastfamilien. Das Jugendforum wird auch in diesem Jahr geleitet von Katarina Burghardt.

    In Goslar begrüßt wurden die 14 Jugendlichen aus Portugal, Spanien, Frankreich, Italien, der Türkei, Georgien, Rumänien, Tschechien und Moldawien am Samstag von unserem Vorjahres-Distriktgovernor Helmut Grabe (Immediate Past District Governor IPDG)

    Gestern besuchte unser Vize-Governor Renate Krastowsky-Kraft die Gruppe, um mit den jungen Leuten über Lions und die Welt zu diskutieren.

    Auf dem Programm stehen für die nächsten Wochen noch viele Ausflüge und Themen, die den Teilnehmern helfen sollen, einander kennen zu lernen,Vorurteile zu überwinden, internationale Freunde zu finden und Ideen für ein Europa in Zukunft auszutauschen.

     

    Wer auch mitmachen möchte: Zum Austauschprogramm geht es hier

    18 Teilnehmer aus zwölf Ländern im Jugendforum Eine Verabredung für die Zukunft

    Das Jugendforum 2017 in Bückeburg
    Das Jugendforum 2017 in Bückeburg

    von Klaus Suchland, Frieder Küppers und Milena Jäger

    Es gab Workshops, Vorträge zu vielen verschiedenen Themen und Exkursionen in ver-schiedene interessante Ecken Deutschlands. Das Programm war dabei komplett in deutscher Sprache gehalten. 

    „Europa – Quo Vadis?“

    Das Kernthema des ganzen Programms war: „Europa – Quo Vadis?“, also „Europa wohin gehst du?“. Dabei war es vor allem das Ziel, in den Jugendlichen ein Bewusstsein für die aktuellen politischen Entwicklungen hervorzurufen. Sie sollten verstehen, dass es in der Hand ihrer Generation liegt, Europa zu dem zu machen, was es in ihren Augen sein sollte. Natürlich war es dabei auch wichtig, zuerst mal einen durchaus kritischen Blick auf den aktuellen Zustand Europas zu werfen. 

    Die Programmpunkte widmeten sich vielen verschiedenen Themen. Mit einem Besuch der Gedenkstätte Bergen-Belsen, auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers dort, wurde gleich zu Beginn des Jugendforums das Thema Geschichte aufgegriffen. 

    Das Thema Geschichte

    Gemeinsam hat man sich dabei nicht nur mit der deutschen Geschichte befasst, sondern zusammengetragen, was im vergangenen Jahrhundert in den verschiedenen europäischen Nationen geschehen ist und wie das die Entstehung der EU geprägt hat. Dabei haben alle festgestellt, dass – auch wenn ihre nationalen Geschichten durchaus sehr verschieden sind – sich doch die Wünsche und Bedürfnisse der Menschen in ihren Ländern über die Jahre hinweg sehr ähnlich waren.  

    Es folgte eine Exkursion nach Bremerhaven zum Auswandererhaus. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren allesamt begeistert, wie toll und realistisch die Reise eines Auswanderers von vor 200 Jahren dort zu erleben ist. Der Besuch ermöglichte eine Auseinandersetzung mit dem Thema Migration, Integration und Teilhabe. 

    Doch auch wenn dieser Besuch die Teilnehmer sehr beeindruckte, wurde er übertroffen von einer anderen, später folgenden Erfahrung. So ergab sich für sie nämlich die Möglichkeit, eine Gruppe von Geflüchteten zu treffen, die bereit waren, über ihre persönlichen Erfahrungen –  vor allem mit der Integration – zu sprechen. Diese kamen aus verschiedenen Ländern und aus verschiedenen Gründen nach Deutschland, waren jedoch verbunden durch ihren Wunsch nach einem Neuanfang. Dieses Gespräch ist den Teilnehmerinnen und Teilnehmern sehr intensiv in Erinnerung geblieben. 

    Ein weiteres Thema, das einen großen Teil der Gruppe sehr interessiert hat, war das Thema Meinungs- und Pressefreiheit. Das lag vor allem daran, dass viele der Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Ländern kommen, wo Pressefreiheit keine Selbstverständlichkeit ist und sie deswegen sehr persönlich davon betroffen waren. Es waren sich alle einig, dass es ein extrem wichtiges Thema ist. 

    Besuch bei einer Lokalzeitung

    Im Zusammenhang mit diesem Thema, gab es unter anderem einen Workshop bei einer Lokalzeitung, dem Mindener Tageblatt, und im Anschluss einen Besuch bei dem regionalen Radiosender Radio Westfalica. Bei diesen beiden Veranstaltungen stand die Entwicklung des Journalismus’ im Vordergrund und welche Probleme Journalismus in der heutigen Zeit hat, wo doch fast alle Men-schen ihre Nachrichten mittlerweile aus dem Internet beziehen.

    Auch die deutsche Bundeswehr lud die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu sich ein. Dort war das große Thema Sicherheit – sowohl die innere als auch die äußere. Auch Gewaltenteilung und warum sie wichtig ist, war Thema. Oberst Schütte und der Leiter der Polizei Bückeburg standen den Teilnehmern dabei Rede und Antwort, denn diese waren sehr interessiert daran, wie hier in Deutschland die Sicherheit geregelt wird, im Gegensatz zu den Regelungen in ihren eigenen Ländern. 

    Faszination Hubschrauber

    Doch alle Vorträge und Workshops wurden in den Schatten gestellt von der Aussicht, selber einen Helikopter fliegen zu können. Zwar keinen echten, sondern nur einen virtuellen, in einem der professionellen Hubschrauber-Simulatoren im Hubschrauber-Ausbildungszentrum in Achum, aber dennoch fühlte es sich für alle sehr echt an. Diese spannende Erfahrung war eines der Highlights des Programms. 

    Bei den ganzen aktuellen Themen durfte natürlich auch Digitalisierung und Arbeit 4.0 nicht fehlen. Im Rahmen dieses Themas war Bundestagsabgeordneter Maik Beermann angereist, um zu berichten, was die Bundesregierung hier in Deutschland über die Digitalisierung denkt, was die Wünsche für die Zukunft sind, und was um jeden Preis verhindert werden sollte. 
    Obwohl alle Teilnehmer zwischen 18 und 24 Jahre alt sind, betrachteten sie dieses Thema extrem kritisch und stellten dem Bundestagsabgeordneten viele Fragen. Vor allem die Problematik der schwindenden Arbeitsplätze durch Automatisierung lag ihnen am Herzen. 

    Einige Tage später folgte ein Besuch in der Autostadt in Wolfsburg. Dabei durfte auch eine Führung durch das VW-Werk nicht fehlen. Auch wenn die schönen Autos die meisten in ihren Bann gezogen hatten, wurde bei der Führung einiges über die neuen automatischen Abläufe der Autoproduktion erklärt. So wurde wieder der Bogen zu Digitalisierung und Arbeit 4.0 gespannt. 

    Bildung und Ausbildung

    Zu diesen Themen kamen natürlich noch viele weitere hinzu. Die Rolle des Glaubens in der Politik wurde gemeinsam heiß diskutiert und eine wirkliche Einigung wurde nicht gefunden. Auch über Erinnerungskultur wurde gesprochen und natürlich über Bildung und Ausbildung. Für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer besonders interessant war das Thema der interkulturellen Kommunikation, schließlich war das etwas, was sie für diese drei Wochen selber täglich erlebt haben. 

    Und kommuniziert wurde wirklich eine Menge. Trotz des anstrengenden Tagesprogramms trafen sich abends immer alle im Gemeinschaftsraum, um sich zu unterhalten, Karten zu spielen oder gar Karaoke zu machen. Die Gruppe ist in den drei Wochen fest zusammengewachsen, auch wegen der vielen teambildenden Aktionen. 

    So kamen sich zum Beispiel unter Anleitung von Gregor Zöllig vom Tanztheater Braunschweig alle ein ganzes Stück näher. In einem sehr abwechslungsreichen Workshop mussten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer unter anderem zu viert Platz auf einem kleinen Blatt Zeitung finden, oder es wurden Figuren erschaffen, indem sich alle aufein-ander abstützen. 

    Gekrönt war das von dem Erlernen einer gemeinsamen Tanz-Choreografie. Dass der eine oder andere dabei nicht alle Schritte drauf hatte, war völlig egal, alle waren schließlich in diesem Moment Teil eines großen Ganzen. Auch andere Aktivitäten, wie das gemeinsame Drachenbootfahren und auch das Golfen hat das Gruppengefühl nochmal gestärkt. 

    Am Ende war allen eine Sache klar: Gemeinsam sind wir stark und können etwas erreichen. Die abschließende Aussage dieses Jugendforums ist: „Wir sind Europa und bekennen uns gemeinsam dazu!“

    Und so nehmen hoffentlich alle einen kleinen Teil des Jugendforums mit in ihre Heimatländer und verteilen den hier erarbeiteten Gedanken der Gemeinsamkeit auch dort.

    Die Autoren: Klaus Suchland, Leiter des 29. Jugendforums Bückeburg 2017, Frieder Küppers, Präsident des Lions Clubs Porta Westfalica, und Milena Jäger, Medienbeauftragte des Jugendforums.