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Aus unserer Öffentlichkeitsarbeit

Dieser Artikel ist für die Zeitschrift "Der Lions" von DG Grit Gröbel geschrieben

Lions Joint Integration Event 2019 –
Lions in Europa

Anlässlich 30 Jahre Mauerfall lud der Distrikt 111-OM seine europäischen Partner
in den Harz ein

„Nein! Es war kein Schnee da oben. Es war eine Mauer. Und im Herbst 89 gingen wir da hoch und wollten die Mauer öffnen“, Wolfram Kulik, Lionsfreund aus Quedlinburg. Dank seines und des Mutes von so vielen Menschen Ende 1989 fiel die Mauer. Auch die auf dem Brocken! 

In bewegenden Worten erzählte er von den Ereignissen auf der Bergspitze. Wo? Genau an der Stelle, wo vor 30 Jahren die Mauer stand. Auf dem Brocken. 

Wann? Beim „Lions Joint Integration Event“ des Distrikts 111-OM, Sachsen-Anhalt und Thüringen. 

Über 80 Lionsfreunde und LEOs aus den europäischen Jumelage-Distrikten Polen und Frankreich 103-CS, Lions aus Russland, Holland und nicht zuletzt aus 111-NB – unter ihnen PID Elisabeth Haderer - waren vom 30. August bis 1. September 2019 der Einladung nach 111-OM, genauer gesagt in den Harz gefolgt, um anlässlich 30 Jahre Mauerfall ihre internationale Freundschaft und das Miteinander der Kulturen zu würdigen. 

Symbolkraft des Brockens bewegte die Teilnehmer

Die Tour von Quedlinburg, über Wernigerode auf den Brocken mit dem Podiumsgespräch war ein Höhepunkt. Ist der Brocken doch ein Symbol für das freiheitliche, demokratische Europa.

Über die bewegende, auch nicht einfache Zeit direkt nach der Wiedervereinigung erzählte neben Wolfram Kulik auch der Wernigeröder Lionsfreund Uwe Heuk, erster Landrat des Landkreises Wernigerode nach der Wende. 

Den Blick auf die Volkswirtschaft, die Situationen in den neuen Bundesländern - gepaart mit ganz persönlichen Erlebnissen - brachte Prof. Karl-Heinz Paqué näher. Paqué leitete von 1991 bis 1996 das Institut für Weltwirtschaft an der Universität Kiel, war später Finanzminister des Landes Sachsen-Anhalt. Er ist heute Dekan der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft der Otto-von-Guericke-Universität in Magdeburg sowie Vorsitzender der „Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit“. 

Eine persönliche Botschaft von Friedensnobelpreisträger Lech Wałęsa überbrachte unser polnischer Lionsfreund Mariusz Szeib. 

Moderiert wurde die Gesprächsrunde durch Lionsfreund Michael Bierwagen vom LC Quedlinburg. Als Beauftragter für Distrikt-Jumelagen Polen und Frankreich sowie Beauftragter für Europa im Kabinett von OM organisierte er über Monate hinweg im Ehrenamt das „Lions Joint Integration Event 2019“.

Durch die verschieden eingebrachten Sichtweisen der Podiumsgäste ebbte der Gedankenaustausch unter den Lions das ganze Wochenende nicht ab. Jeder hat seine Geschichte aus der Zeit des Mauerfalls und Wiedervereinigung. Und jeder weiß, welch hohes Gut die Demokratie ist. Heute mehr denn je. Das verbindende Element von „we serve“ brachte uns das einmal mehr näher - über Ländergrenzen hinweg.

Länderübergreifende Distrikt-Activity betont

„We serve“ wurde auch zum Tagesausklang im „Gothischen Haus“ zum Ausdruck gebracht. Kinder und Jugendliche der Kirchengemeinde sammelten in diesem Jahr Spenden für Kinder und Jugendliche im Flüchtlingscamp Arsal, Libanon. Lionsfreundin Brigitte Schattenberg arbeitet im Kirchenkreis mit den Kindern zusammen, über sie erfuhren sie über die Nöte Gleichaltriger im Flüchtlingscamp.

Die Hilfe für Arsal ist eine gemeinsame, mehrjährige Distrikt-Activity von Polen mit aktuell DG Reginald Zdzisław Sas Jaworski, Frankreich 103-CS mit DG Marc Raynal, Deutschland 111-NB mit DG Bettina Menke und Deutschland 111-OM mit DG Grit Gröbel. Koordiniert wird die Activity durch PDG Detlev Geißler, der bereits seit 2015 im Distrikt OM für Interkulturelle Angelegenheiten / Integration verantwortlich ist. Die gemeinsame Unterzeichnung eines „Letter of Donation“ für die Flüchtlingshilfe während der internationalen Jumelage-Begegnung im Harz betonte erneut die Bedeutung der Activity.

Nährboden für Lions-Jumelagen

Die Erlebnisse auf dem Brocken und in Wernigerode waren in den Aufenthalt in Quedlinburg und Halberstadt eingebettet. 

In der UNESCO-Weltkulturerbestadt Quedlinburg begann das Jumelage-Wochenende im Rathaus mit dem Empfang des Oberbürgermeisters. Schon im 10. Jahrhundert kamen die Menschen in Quedlinburg zum Tagen zusammen. Im Kontext gedacht sei dabei an Kaiser Otto der Große oder Kaiserin Theophano. Kurz um: Hier traf sich schon immer Europa.

Und weil über besondere Momente das Miteinander gestärkt wird, gab es für die Lions im wahrsten Sinn des Wortes eine theatralische Überraschung. Die Bühne des Harzer Städtebundtheaters verwandelte sich in einen „Festsaal“ mit kulinarischem Hochgenuss.

Bevor die Gäste am 1. September die Heimreise antraten, rundete die Besichtigung des Halberstädter Domschatzes das Programm würdig ab. Für viele war der Rundgang mit einem Aha-Effekt verbunden. Denn dieser Domschatz gilt als einer der größten und wertvollsten Kirchenschätze außerhalb des Vatikans.

Viele Feedbacks erreichten DG Grit Gröbel nach der Zeit im Harz. Eines davon berührt besonders: „Als die polnischen und deutschen Lions auf dem Weg zum Brocken gemeinsam Wander- und Volkslieder sangen, da wusste ich, allein für diesen Augenblick hat sich die Teilnahme gelohnt.“ 

Das „Lions Joint Integration Event“ war übrigens das zweite, was in 111-OM stattfand. Die Premiere dieses mittlerweile außerordentlich erfolgreichen Freundschaftsformates gab es vor gut drei Jahren in der Weinbauregion von Naumburg/Saale, in Sachsen-Anhalt, 111-OM. Danach trafen sich die Lions auf Einladung von 111-NB in der Lüneburger Heide und im letzten Jahr luden unsere polnischen Lionsfreunde nach Warschau ein.

Über besondere Erlebnisse in der Freizeit sich kennen lernen, Freundschaften entstehen lassen und vertiefen, in lockerer Atmosphäre Ideen für gemeinnütziges Handeln entwickeln: Das ist der Gedanke des „Lions Joint Integration Event“. Und das ist ein guter Nährboden für Lions-Jumelagen.