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angle-left Chorgesang erhellt die Stadtkirche

Chorgesang erhellt die Stadtkirche

Bereits zum dritten Male gastierte der Maulbronner Kammerchor in der Stadtkirche. Der Lions-Club hatte zum Benefizkonzert für notleidende Waisen gebeten und viele kamen. Während vor der Kirche Schmuddelwetter herrschte, war es drinnen wunderbar heimelig. Gregor Stempfle war es gelungen, den international erfolgreichen Maulbronner Kammerchor wieder nach Bopfingen zu holen. Als dessen Mitglieder zu „Veni, veni Emmanuel“ in die Kirche einzog, breitete sich ein Gefühl aus, als würde die Queen in Westminster Abbey einziehen.
Thema des Konzerts war Licht. In erster Linie das Licht des Sternes und so wie dieser über dem Stall von Bethlehem strahlte, leuchteten die hervorragenden Stimmen des Chores durch das Kirchenschiff. Nicht umsonst hat dieser Chor seine zahlreichen Auszeichnungen erhalten. Siege bei internationalen Chorwettbewerben und Tourneen durch Frankreich, Schweiz oder Südamerika beweisen dies ebenfalls.
Zum ersten Mal in Bopfingen stand Benjamin Hartmann am Pult. Er ist seit 2016 der Nachfolger von Jürgen Budday. Hartmann ist ein begeisterter Sänger und Dirigent. Seine Bewegung dabei anmutig, bedächtig und genau überlegt. So forderte er den Chor zu verblüffenden Intonationen. Stellte die Standorte der Stimmen immer wieder um, wodurch
jeweils ein anderes Klang-rlebnis durch das Gebäude schwebte.
Der Chor lotete die Akustik der Stadtkirche voll aus. Mal wurde im Altarraum, mal in der Kirche gesungen. In vier Sprachen zeigten die Mitglieder des Ensembles ihre Internationalität. Auf Deutsch, Englisch, in Latein oder Schwedisch schwebten die Lieder durch das Gotteshaus. Hartmann forderte auch das Auditorium. Bei „Maria durch ein
Dornwald ging“ und „Hark! The herald angels sing“ durften die Gäste mitsingen. Thomas Mayer an der Orgel zeigte seine außerordentliche Qualität mit zwei Stücken von Jean Langlais. Dieser französische Organist gilt als einer der experimentierfreudigsten seines Genres. Mayer gelang es, diese schwierigen Stücke leicht klingen zu lassen.
In seinem geistlichen Wort sprach Konventualprior Pater Albert Knebel OSB, über den „Doppelten Advent“. „Advent ist Zukunft und Zugehen auf die Vergangenheit“.
Das Maulbronner Kloster, aus welchem der Kammerchor stammt, ist bekannt als die Erfindungsstätte der Maultaschen. Ein Gericht, welches die schwäbische Seele erwärmt. So wie an diesem Abend die Musiker die Besucher. Minutenlanger Beifall und Standing Ovation waren der verdiente Lohn. Für die vom Lions-Club unterstützten Waisenkinder
blieben zum Abschluss viele Geldscheine in den Körben.