LC Kornwestheim

LC Kornwestheim

Das hat nicht nur Georg Wilhelm Friedrich  Hegel bewiesen, der mit seiner Dialektik der große Philosoph Deutschlands wurde. Karl Marx war sein Schüler und glaubte, ihn als Einziger verstanden zu haben. Dabei hatte er ihn missverstanden. Grundregel: wenn eine Sache so zu sein scheint, warum nicht auch das Gegenteil denken ? (These und Anti-These).

Genauso verfuhr der schwäbische Lionsclub Kornwestheim. Seit Gründung der Förderung von Kindern und Jugendlichen in Kornwestheim verpflichtet, war es bei den vielen Aktivitäten des Clubs  zu guter Letzt  ziemlich schwer noch geeignete Projekte zu finden, um das erwirtschaftete Geld des Fördervereins auch sinnvoll auszugeben. Ein Luxusproblem. Das war auch deshalb ein Problem, weil die meisten Mitglieder des Clubs gar nicht in Kornwestheim wohnten, also nicht in den Kommunikationsnetzen von Vereinen und Organisationen verdrahtet waren. Wie also von neuen Projekten erfahren?

„Wenn wir nicht zu den Problemen vorstoßen, dann lasst doch die Probleme zu uns kommen“ . Präsident Siegfried Dannwolf kann die Entstehungsgeschichte des KORNWESTHEIMER LÖWEN erklären. „Ein kleiner Kreis von drei Mitgliedern setzte sich zusammen, diskutierte und dachte schwäbisch. So entstand der Kornwestheimer Löwe, ein Preis bis zu 5000.- Euro, der ab 2018 jedes Jahr ausgeschrieben werden soll und für den sich Vereine und Organisationen mit ihren Projekten bewerben können.“ Bedingung:  es muss Kindern und Jugendlichen zu Gute kommen, es muss im Laufe des Jahres abgeschlossen sein und es darf nicht von der Stadt zusätzlich gefördert werden. Entweder der Verein der Freunde finanziert das Projekt, oder es findet nicht statt.

„Scheck überreichen  allein reicht nicht! Der Preis muss etwas Handfestes haben, man muss ihn mit Stolz herumreichen können!“ Lion Matthias Clesle, einer von den Dreien,  bringt es auf den Punkt. Die Graphikerin Susanne Turnbow entwarf den Löwen und schenkte ihren Entwurf dem Club ( Achtung: Graphik und Design sind urheberrechtlich geschützt).  In einem metallverarbeitenden Betrieb wurde der Entwurf zu einer Figur: der KORNWESTHEIMER LÖWE entstand  in poliertem Edelstahl durch einem Hochleistungslaser. Den Löwenkopf ziert eine Garbe aus Weizen – ein Detail aus dem Kornwestheimer Stadtwappen, war Kornwestheim einst die Weizenkammer des württembergischen Königreiches.

Gleich bei der ersten Ausschreibung bewarben sich zwölf Vereine und Institutionen mit Kinder- und Jugendprojekten, die zwar ehrenamtliche Mitarbeiter hatten, denen jedoch die Grundfinanzierung an Materialien und  Ausrüstungen fehlten. Drei Preise für 2018 wurden als Löwen vergeben, drei weitere Projekte wurden zusätzlich finanziert.  Mit der Preisverleihung ist gleichzeitig der Wettbewerb für den Löwen 2019 eröffnet.

Die Preisträger sind stolz. Klar, mit dem Scheck kann man nun arbeiten. Aber einen KORNWESTHEIMER LÖWEN vorzeigen, das hat schon etwas. Typisch schwäbisch eben.

Jürgen Kaiser