DG Prof. Dr. Michael Schmitt

Liebe Lions,

liebe Freundinnen und Freunde,

leider beschäftigt die gegenwärtige Corona-Epidemie auch unseren Distrikt, den Vorstand und den Governor, das Kabinett, alle Clubs sowie jedes einzelne Mitglied. Die Entwicklung ist so stürmisch, dass ich meinem Schreiben vom 12.03.2020, das Sie alle erhalten haben und das auf unserer Website veröffentlicht ist, ein weiteres folgen lassen muss!

Bereits bei der Vorstandsitzung am 11.03.2020 haben wir die Lage intensiv erörtert und versucht, für uns Lions einen vernünftigen Weg zu finden. Dabei haben wir uns leiten lassen von der Sorge um die Gesundheit unserer Mitglieder, denn nicht wenige gehören den allseits bekannten Risikogruppen an. Es wäre schmerzlich und würde unseren altruistischen und humanitären Leitsätzen diametral entgegenstehen, wenn aufgrund von Lions-Aktivitäten Freundinnen und Freunde erkrankten oder gar Schlimmeres erleiden müssten.

Wir haben uns daher schweren Herzens entschlossen, die für den 28. März in Gäufelden vorgesehen Distriktkonferenz mit Ämterinformation abzusagen. Wir bedauern das, denn wir haben uns von der Wiederaufnahme des Versammlungsformats „Distriktkonferenz“ eine Intensivierung der Erörterung wichtiger Lions-Themen versprochen. Sobald es möglich ist, werden wir diesen Gedanken wieder aufgreifen!

Für den Teil „Ämterinformation“ wird unsere 1.VG/DGe Dr. Ilonka Czerny die Möglichkeit von Webinaren bzw. E-Learning-Pools prüfen, damit unsere neuen Amtsträger nach Möglichkeit nicht ohne Rüstzeug seitens des Distrikts in ihr Lions-Jahr starten müssen.

Am 13.03.2020 wurde infolge einer behördlichen Verfügung die geplante gemeinsame Distriktversammlung (DV) mit den Distrikten Süd-Nord und Süd-West am 25. April in Linkenheim-Hochstetten abgesagt. Wir werden umgehend prüfen, ob wir eine DV für unseren Distrikt im Go-To-Meeting-Verfahren abhalten  und ob wir Wahlen und Beschlüsse im schriftlichen Verfahren durchführen. Erste Handlungsempfehlungen des Multidistrikts liegen vor.

Ob die International Convention vom 25.-30. Juni 2020 in Singapur und der Kongress Deutscher Lions vom 21.-24. Mai 2020 in Bremen stattfinden können, wird sich zeigen.

Es stellt sich natürlich auch die Frage, wie die Clubs mit ihren Clubabenden und ihren anderen örtlichen Veranstaltungen umgehen. Das liegt in erster Linie in der Verantwortung der Clubs, die Präsidenten und deren Vorstände sind gefragt. Um es aber klar zu sagen: ich habe meine Meinung geändert und empfehle Ihnen/Euch nunmehr dringend, bis ca. Ende April keine Clubabende und keinerlei andere Veranstaltungen mehr durchzuführen. Ich weiß, zahlreiche Clubs handeln bereits so. Der Appell gilt auch für Mitgliederversammlungen! Diese können entsprechend der Hinweise des Governorrats an die Präsidenten online erfolgen. Wahlen und Beschlussfassungen sind im schriftlichen Verfahren möglich. LCI, unser Multidistrikt und unser ASuO (Ausschuss für Satzung und Organisation) interpretieren unsere Satzungen der Lage angepasst entsprechend dynamisch.

Auch ich persönlich muss der Lage leider Rechnung zollen und stelle meine Clubbesuche, die ich so liebe, jedenfalls bis Ende April ein. Bei den betroffenen Clubs werde ich mich noch persönlich melden. Mir tut das unendlich leid, ich sehe aber keine andere Handlungsmöglichkeit und bitte um Verständnis!

Ich hoffe mit Ihnen/Euch auf bessere Zeiten! Treffen Sie verantwortungs-bewusste Entscheidungen!

 

Mit besten lionistischen Grüßen

und bleiben Sie bitte gesund

Ihr/ Euer Michael Schmitt

vor kurzem haben sich unser Governorratsvorsitzender Fabian Rüsch für den Multidistrikt und PCC Christiane Lafeld für die Stiftung Deutscher Lions mit ihrer Weihnachtspost bei allen Lions für deren großzügige Spenden für die Aktion Lichtblicke im Rahmen des RTL-Spendenmara- thons bedankt. Insgesamt haben die deutschen Lions nach 2018 wieder einen Betrag von deutlich über 700.000 €, nämlich genau 748.644 €, aufgebracht. Da die RTL-Stiftung und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung diese Spendensumme um jeweils 500.000 € aufstocken, fließen voraussichtlich 1.748.644 € in das deutsche Lichtblicke-Projekt der Campaign 100.

Ohne die Lions unseres Distrikts wäre dieser Erfolg so nicht möglich gewesen! Von dem Betrag von 748.644 € hat unser Distrikt allein stolze 97.690 € aufgebracht! Mit dieser Summe stehen wir deutlich an der Spitze aller Lions Distrikte in Deutschland. Mit einem Betrag von 27,75 € pro Lion belegen wir einen hervorragenden zweiten Platz!

Für diese großartige Leistung bedanke ich mich namens unsers Distrikts sehr herzlich bei allen unseren Clubs und allen unseren Mitgliedern! Ich bitte Sie als Präsidentinnen und Präsidenten diesen Dank an alle Ihre Mitglieder weiter zu geben.

Herzliche Grüße

Ihr Michael Schmitt

Interview

Der Lions Club hat mein Leben nachhaltig verändert.“ Michael Schmitt ist eigentlich keiner, der schnell ins Schwärmen gerät. Der 65-jährige Jurist ist Honorarprofessor an der Universität in Mannheim und hat bis 2018 die Steuerabteilung im baden-württembergischen Finanzministerium geleitet. Der Mann der Steuern ist vor Kurzem zum Governor des Distriktes 111-SM gewählt worden. Als Vorsitzender berät er ein Jahr lang die 95 Lions Clubs in Württemberg: „Durch den Club habe ich andere Welten kennengelernt“, erzählt der Bietigheimer.

Gerhard Mayer-Vorfelder, Gerhard Stratthaus, Willi Stächele, Nils Schmid, Edith Sitzmann – beruflich waren vor allem die Finanzen seine Welt. Michael Schmitt hat für diese Finanzminister in leitender Funktion gearbeitet. Aber der Reihe nach: Der Rechtsanwalt aus Mannheim macht rasch Karriere. Von der Finanzverwaltung in Lörrach wechselt er ins Ministerium. Kurz darauf wird er Finanzreferent in Bonn. Wenig später beruft Mayer-Vorfelder ihn zum Pressesprecher und zum Leiter der Zentralstelle. Schmitt gefällt die Verbindung von Politik und Fachabteilung: „Ich hatte Einblicke in das ganze Haus.“ 2000 wird er schließlich Leiter der Steuerabteilung. Eine Position, die er bis zu seiner Pensionierung 2018 innehat.

Ob beim Ankauf von Steuersünder-CDs oder beim Flowtex-Skandal: Er war immer nahe dran am politischen Geschehen, hat Minister beraten und wurde von ihnen in Untersuchungsausschüssen fachlich gefordert. Der Bereich der internationalen Steuer hat es ihm besonders angetan. Schmitt lobt das gute Arbeitsklima im Ministerium. Natürlich habe es auch manch belastende und heikle Phase gegeben, aber er erinnert sich gerne an die Zeit. „Als eine Art Außenminister“ habe er ein sehr erfüllendes Arbeitsleben gehabt. Nicht zuletzt auch dank der Unterstützung seiner Frau. Doris Schmitt, selbst Juristin, habe sich allein um die aufgeweckte Tochter gekümmert, wenn er in Bonn oder Stuttgart unterwegs war. Ein Alltag, den er lange Zeit falsch eingeschätzt habe, gibt Schmitt zu, der bald zum ersten Mal Opa wird. Der Jurist erzählt lebhaft, lacht gerne und besticht durch klare Analysen. Aber er kann auch zuhören und beherrscht die leisen Zwischentöne.

Mit seinem Engagement für die Lions hat sich vieles für ihn verändert. Es habe seinen Blick für die Nöte anderer geweitet. „Wenn man sieht, was zum Beispiel das therapeutische Reiten bewirken kann, weiß man, warum man sich engagiert“, sagt Schmitt. Durch die regelmäßigen Clubaktivitäten sind echte Freundschaften entstanden, erzählt Schmitt, der auch gerne zu Konzerten von AC/DC, Phil Collins und Pink geht.

Unterstützung für den Pflegedienst der Diakonie, das Hospiz oder das therapeutische Reiten: Der Bietigheimer Lions Club bringt mit seinen 38 Mitgliedern jährlich rund 30 000 bis 40 000 Euro auf für soziales Engagement durch Losverkäufe oder den Verkauf von Adventskalendern. Schmitt ist das soziale Engagement vor Ort wichtig, aber nicht nur das. Der Club habe eine Tradition darin, auch internationale Projekte zu unterstützen, wie zum Beispiel Wasserprojekte in Afrika.

„Einheit in Vielfalt“

Die Vereinigung lebt von den Aktivitäten und davon, dass jedes Mitglied Funktionen für ein Jahr übernimmt. Vor sechs Jahren war Schmitt bereits Präsident. Nun übt er die Funktion des Govenors aus. Ein Jahr lang knüpft er Kontakte, besucht die verschiedenen Clubs in Württemberg und berät sie. „Einheit in Vielfalt“ hat er sich dafür zum Motto gewählt. Dabei will er Integration breiter verstanden wissen als nur in Bezug auf Migration. Es geht auch darum, die „Leute bei der Stange zu halten“, zu schauen, ob kleinere Clubs in Zukunft überlebensfähig sind. Pro Jahr müssen zwei neue Mitglieder hinzukommen, aber „das wird zurzeit nicht geleistet“. Michael Schmitt will die Lions vor Stagnation und vor Überalterung bewahren. Für ihn steht fest: „Wir müssen uns den Frauen öffnen.“

Weltweit beträgt die Frauenquote bei den Lions 30 Prozent, in Württemberg sind es nur 13 Prozent. Für den Bietigheimer Club konnte bereits eine Frau gewonnen werden, Schmitt hofft auf weitere. Warum manche Männer ein Problem mit weiblichen Clubmitgliedern hat, kann er nicht nachvollziehen. Viele Club seien mittlerweile gemischt, es gebe aber auch einige nach Geschlechtern getrennte Zusammenschlüsse. Jeder Lions Club hat seine eigene Satzung, Mitglieder müssen vorgeschlagen werden. Selbst als Governor ist er den einzelnen örtlichen Vereinigungen gegenüber nicht weisungsbefugt. Aber er hat eine eindeutige Botschaft an alle Mitglieder: „Wir müssen runter vom hohen Ross.“ Sonst drohe eine Entwicklung wie in Schweden, wo sich die Anzahl der Mitglieder schon halbiert habe.

„Wir sind überparteilich und europafreundlich, wir sind offen für junge Leute, für Frauen wie für Männer, für Akademiker und Nicht-Akademiker. Für alle, die der Gesellschaft etwas zurückgeben möchten“, beschreibt Schmitt seine Vision eines modernen Lions Clubs. Dafür möchte er auch am 28. September bei der Distrikversammlung im Kronenzentrum werben, zu der die 95 Clubs ihre Delegierten schicken und bei der Günther Oettinger einen Vortrag zum Thema „Einheit in Vielfalt“ hält.