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null 2021-05-04: Erster Lions Hornhautbank-Tag im Distrikt 111-Süd-Nord - erfreuliche Entwicklung der Lions Hornhautbank Heidelberg

2021-05-04: Erster Lions Hornhautbank-Tag im Distrikt 111-Süd-Nord - erfreuliche Entwicklung der Lions Hornhautbank Heidelberg

Eine erfolgreiche Patenschaft: Lions Clubs unterstützen seit sechs Jahren Hornhauttransplantationen an der Universitäts-Augenklinik Heidelberg / Jährlich erhalten rund 200 Patienten, die von Erblindung bedroht sind, eine neue Augenhornhaut / Lions Clubs finanzieren Projekte und Ausrüstung für eine bessere Versorgung mit Hornhauttransplantaten in Nordbaden

 

Video-Lions Hornhauttag HD 2021

 

Die Fakten

Die Hornhaut ist gewissermaßen die Windschutzscheibe des Auges. Sie überdeckt wie ein gewölbtes Uhrglas Pupille und Iris. Gemeinsam mit der Augenlinse bündelt sie das einfallende Licht und hat einen erheblichen Anteil am scharfen Sehen. Darüber hinaus schützt sie das Auge vor Fremdkörpern und Krankheitserregern. In Folge von Verletzungen, Infektionen, Entzündungen oder angeborenen Erkrankungen kann sie sich teilweise oder vollständig eintrüben. Betroffene können dann trotz eines ansonsten gesunden Auges sogar erblinden. Diese Form der Erblindung lässt sich durch die Transplantation der Augenhornhaut eines Verstorbenen verhindern bzw. rückgängig machen. Die Hornhautübertragung gilt heute in Europa als Routineeingriff in der Augenchirurgie.

Anders als bei Organen können die Spenderhornhäute durch eine anspruchsvolle Aufbereitung und in speziellen Brustschränken noch mehrere Wochen funktionsfähig erhalten werden. Nach eingehender Untersuchung unter anderem auf Schäden, Lebensfähigkeit und übertragbare Krankheiten lagern sie bis zur Transplantation in einer speziellen Nährlösung bei einer Temperatur von 34,4 Grad Celsius, die der im Auge entspricht.

Rund 200 Patientinnen und Patienten, die akut von Erblindung bedroht sind, erhalten jährlich an der Universitäts-Augenklinik Heidelberg eine Hornhauttransplantation, Tendenz steigend. Voraussetzung für diese positive Entwicklung ist die gut aufgestellte Gewebebank für Augenhornhäute an der Klinik, die nun schon seit sechs Jahren von den 58 Lions Clubs des Distrikts 111-SN gefördert wird. In ihr werden die Gewebespenden Verstorbener aufbereitet und in speziellen Brustschränken gelagert.

Etwas Geschichte

Das Engagement der Lions Clubs im Kampf gegen vermeidbare Blindheit habe eine beinahe 100-jährige Tradition, insbesondere die Zusammenarbeit mit Hornhautbänken weltweit, wie Distrikt Governor Werner H. Schwenk anlässlich seiner Begrüßung der Gäste an der Veranstaltung ausführte: Bereits die erste, in New York gegründete Hornhautbank wurde seit 1952 von den Lions unterstützt. Inzwischen sind es weltweit 45, stolze 7 in Deutschland. „In dieser Tradition haben wir im März 2015 die Patenschaft für „unsere“ Hornhautbank in Heidelberg übernommen“, sagt er. „Veränderungen der Hornhaut des Auges zählen zu den weltweit häufigsten Ursachen für Blindheit bzw. schwere Sehbehinderung. Durch die Förderung von Hornhautbanken tragen wir unseren Teil dazu bei, möglichst vielen Menschen mit Erkrankungen oder Verletzungen der Augenhornhaut ein Leben in Blindheit zu ersparen.“

Meilensteine

Vor dem Hintergrund der ersten Pandemiewelle fiel die ursprünglich für 2020 geplante Feier zum 5-jährigen Jubiläum dieser „Patenschaft“ leider aus. Um die Leistungen der Lions Hornhautbank adäquat zu würdigen, lud Distrikt-Governor Werner H. Schwenk für den 01. Mai 2021 zum ersten Lions Hornhautbank-Tag 2021 in die Lions Hornhautbank an der Universitäts-Augenklinik Heidelberg ein, um das 6-jährige Bestehen dieser Lions Institution zu feiern und auch der allen Interessierten zu präsentieren. Gewissermaßen nachträglich zog das Team der „Lions Hornhautbank Heidelberg“ am 1. Mai 2021 eine höchst positive Bilanz: Professor Dr. Gerd U. Auffarth, Ärztlicher Direktor der Universitäts-Augenklinik und medizinischer Leiter der Hornhautbank, Dr. Patrik Merz, wissenschaftlicher Leiter der Lions-Hornhautbank sowie Werner H. Schwenk, Distrikt-Governor des Distrikts 111-Süd-Nord und Dr. Sibylle Scholtz, Kabinettsbeauftragte Lions Hornhautbank und Sight First warfen bei der virtuellen Feierstunde, die von der Düsseldorfer Congress-Organisation-Gerling höchst professionell als Hybrid-Veranstaltung durchgeführt wurde, sowohl einen Rückblick auf die bisherige fruchtbare Partnerschaft als auch erste Blicke auf zukünftige Projekte.

Am 27. März 2015, wurde die Hornhautbank Heidelberg im Amtsjahr von Distrikt-Governor Uwe Metzinger als fünfte Lions Hornhautbank in Deutschland, und weltweit als 54. Lions Hornhautbank gegründet. Alle Lions Clubs der Region Nordbaden übernahmen damit auch für „ihre“ Hornhautbank die Patenschaft und die Verantwortung, sie unterstützen seither zahlreiche Projekte und Anschaffungen dieser Einrichtung.

Der nächste Meilenstein in der Geschichte der Lions Hornhautbank in Heidelberg konnte am 20. November 2016, im Lions Jubiläumsjahr 2016/2017 anlässlich des 100jährigen Bestehens von Lions Clubs International gefeiert werden: Dieses „Leuchtturmprojekt“ wurde vom seinerzeitigen Distrikt-Governor Dr. Michael Pap in den Stand eines „Centennial Legacy Projekts des Distrikts 111-Süd-Nord“ erhoben. Die in der Klinik angebrachte Gedenktafel zeugt heute von dieser außergewöhnlichen Ehrung der Lions und der Würdigung der Arbeit dieser Institution. Auch der Besuch des Internationalen Präsidenten der Lions Organisation, Dr. Naresh Aggarval, am 3. Oktober 2017 zeigt deutlich die Wertschätzung, die der Lions Hornhautbank Heidelberg auch international innerhalb der Lions Organisation entgegengebracht wird.

„In den sechs Jahren der Lion-Patenschaft haben wir die Anzahl der Transplantationen und der aufbereiteten Gewebespenden fast verdoppelt. Auch unsere Forschung auf dem Gebiet der Hornhauttransplantation macht große Fortschritte“, freut sich Prof. Auffarth, der die Lions Hornhautbank leitet. „Diese Erfolge sind nicht zuletzt der kontinuierlichen Unterstützung der Lions zu verdanken, die in dieser Zeit nicht nur einen Kleinwagen für die nötige Mobilität bei der Spendenakquise, ein Spezialmikroskop sowie einen Spezial-Brustschrank spendeten, sondern auch die Fort- und Weiterbildung des Teams auf Kursen und Kongressen regelmäßig mittragen.“

Der Festakt

Aus dem „Übertragungs-Studio“, zu dem der große Hörsaal der Uni-Augenklinik umfunktioniert worden war, präsentierten DG Werner H. Schwenk, KSF Dr. Sibylle Scholtz, der medizinische Leiter der Lions Hornhautbank Prof. Dr. Auffarth, Dr. Patrick Merz als wissenschaftlicher Leiter der Hornhautbank den über einhundert Teilnehmern der Online-Veranstaltung einen bunten Strauß an Informationen. Dr. Merz stellte die tägliche Arbeit in der Hornhautbank vor, Prof. Dr. Auffarth referierte an Hand von anschaulichen und beeindruckenden Foto- und Filmaufnahmen über moderne Transplantationstechniken der Hornhaut. Ein virtueller Rundgang durch die Hornhautbank mittels eines Videos, das Prof. Auffarth und Dr. Merz speziell für diese Veranstaltung erstellt hatten, rundete das sehr beeindruckende Bild weiter ab.

Auch Ehrungen durften bei dieser besonderen Veranstaltung nicht fehlen: DG Schwenk ehrte die für die Lions Hornhautbank im Distrikt-Kabinett zuständige KSF Dr. Sibylle Scholtz für ihre über 6-jährige Arbeit an und mit der Hornhautbank mit einem Progressive Melvin Jones Fellow Award. Dr. Patrick Merz, Mitglied im LC Mannheim-Rosengarten wurde mit einem Distrikt-Governor Activity Award und Prof. Dr. Gerd U. Auffarth mit einer Medal of Merit, ausgezeichnet.

Eine fruchtbare Zusammenarbeit

Bereits 1999 wurde Universitätsklinikum Heidelberg eine Hornhautbank eingerichtet. Vor der Umwandlung in eine Lions Hornhautbank 2015 mussten die in der Universitäts-Augenklinik benötigten Hornhäute größtenteils von anderen Gewebebanken zugekauft werden. „Das hat sich dank der Unterstützung der Lions, aber auch durch die Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Gewebetransplantation (DGFG), inzwischen geändert“, sagt Prof. Auffarth. Durch die kontinuierliche Schulung des Teams können die Gewebeentnahmen in den Kliniken der Region selbst durchgeführt und so mehr Hornhautspenden akquiriert werden. Die moderne technische Ausstattung ermöglicht es, aktuelle Entwicklungen der Transplantationstechnik umzusetzen und die Operationszahlen kontinuierlich zu steigern. „Damit hat sich in den letzten sechs Jahren nicht nur die Versorgung verbessert, sondern auch die Wartezeiten der einzelnen Patienten von maximal zwei Jahren auf durchschnittlich rund ein bis zwei Monate verkürzt“, so der Augenchirurg. In Heidelberg stehen derzeit um die 50 Patienten auf der Warteliste für eine Hornhauttransplantation, deutschlandweit sind es rund 7.000 bei gleichzeitig etwa 9.000 Transplantationen pro Jahr.

Ähnlich wie auch bei Organtransplantationen müssen die Gewebemerkmale der Hornhaut möglichst genau zu denen des Empfängers passen. Die Zusammenarbeit mit Deutschlands größtem Netzwerk für Gewebemedizin, der DGFG, erleichtert seit 2018 die Vermittlung passender Hornhäute „Ist eine passende Hornhaut bei uns nicht auf Lager, dann vermittelt die DGFG ein Gewebetransplantat aus einer der anderen Hornhautbanken des Netzwerks“, sagt Dr. Patrick Merz, wissenschaftlicher Leiter und Qualitätsmanagementbeauftragter der Lions Hornhautbank Heidelberg. Ebenso stellt die Heidelberger Gewebebank aufbereitete Hornhäute für Patienten der kooperierenden Kliniken zur Verfügung.

In den gut 2 Stunden Hybrid-Meeting bot der Hornhautbank-Tag der Lions Hornhaubank Heidelberg einen sehr detaillierten Einblick in die aufwändige Arbeitsweise einer Hornhautbank und vermittelte auf verständliche Weise wissenschaftliche Hintergründe der verschiedenen Techniken einer Hornhauttransplantation. Man darf auf die Zukunft unserer Hornhautbank sehr gespannt sein!

Verfasser:

Werner H. Schwenk, Distrikt-Governor

Dr. Sibylle Scholtz, kabinettsbeauftrage für die Lions Hornhautbank und Sight First

Niefern/Ettlingen, 04.05.2021

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