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  • Ziele und Anliegen

    Die Deutsche Liga für das Kind ist ein interdisziplinärer Zusammenschluss zahlreicher Verbände und Organisationen aus dem Bereich der frühen Kindheit.

    Ziel der Liga ist es, die seelische Gesundheit von Kindern zu fördern und ihre Rechte und Entwicklungschancen in allen Lebensbereichen zu verbessern.

    Zu den mehr als 250 Mitgliedsorganisationen gehören wissenschaftliche Gesellschaften, kinderärztliche- und psychologische Vereinigungen, Familien- und Jugendhilfeverbände, zahlreiche Lions Clubs sowie weitere Service Clubs.

    Kinder lernen von Anfang an

    Der wichtigste Zeitraum für die Entwicklung des kindlichen Gehirns ist die frühe Kindheit. Neben den Erbanlagen prägen vor allem die Einflüsse der Umwelt in den ersten Monaten und Jahren die geistigen und emotionalen Fähigkeiten eines Kindes. Jede Zuwendung, aber auch jede Ablehnung, die ein Kind in dieser Zeit erfährt, hat Einfluss auf seine spätere Persönlichkeit.

    Gemeinsam für Kinder

    Die Liga hat in den letzten drei Jahrzehnten zahlreiche Projekte für Kinder auf den Weg gebracht. Dabei hat sie die Öffentlichkeit nicht nur über die Bedeutung der frühen Kindheit und der Eltern-Kind-Beziehung informiert, sondern hat sich auch für die Anerkennung der sozialen Elternschaft und für die Qualität außerfamiliärer Einrichtungen stark gemacht. Die Liga fördert wissenschaftliche Untersuchungen über Einflüsse in der frühkindlichen Entwicklung und engagiert sich für die Verbesserung politischer und gesellschaftlicher Rahmenbedingungen. Sie nimmt auf gesetzgeberische Maßnahmen aktiv Einfluss.

    Familie und Gesellschaft gemeinsam in Verantwortung

    Die Orte, an denen Kinder heute durch emotionale Vernachlässigung Schaden nehmen können, haben sich von außerfamiliären Einrichtungen zunehmend in die Familien selbst hineinverlagert. Familie ist einerseits der optimale Ort der Sozialisation. Dort können Kinder alles lernen, was sie für die Zukunft brauchen: Selbstbewusstsein, Neugier und soziale Kompetenz. Andererseits werden der Familie aber alle Fehler, die an Kindern zu beobachten sind, angelastet. Wenn Kinder den Leistungsanforderungen in der Schule nicht gewachsen sind, wenn sie Drogen nehmen, kriminell werden oder radikalen Strömungen folgen – stets haben angeblich die Eltern versagt. Für die Liga gilt es, die Verantwortung deutlich zu machen, die Familie und Gesellschaft gemeinsam tragen müssen. Im Zentrum steht dabei die Fragestellung, unter welchen Bedingungen Familien heute leben, ob sie all diese Anforderungen überhaupt erfüllen können und inwieweit Medien, Politik und gesellschaftliche Institutionen sie dabei ideell und materiell unterstützen können.

    Kinder brauchen eine Lobby

    In der Deutschen Liga für das Kind arbeiten Fachleute aus den Bereichen Gesundheit, Erziehung, Sozialwissenschaften und Recht zusammen und ermöglichen einen intensiven Kontakt zu Wissenschaft, Praxis und Politik. Dabei stehen folgende Aufgabenbereiche im Mittelpunkt:

    Kinder brauchen starke Eltern

    Die Elternverantwortung zu stärken, bedeutet nicht nur, öffentlich auf die unverzichtbare Rolle der Eltern hinzuweisen, sondern auch, Eltern selbst Aufklärung und Unterstützung anzubieten.

    Kinder brauchen Schutz und Förderung

    Kinder haben ein Recht auf die Förderung ihrer natürlichen Begabungen. Das gilt nicht nur für den rechtlichen Schutz, sondern auch für familienergänzende, wenn nötig familienersetzende Angebote für Kinder.

    Kinder brauchen Beteiligung

    Schon von Geburt an muss die eigenständige Persönlichkeit des Kindes sowohl im rechtlichen als auch im psychologischen Sinne Anerkennung finden. Hierzu gehört auch, die Interessen von Kindern und Familien im politischen Raum zu stärken.

    Kinder brauchen materielle Gerechtigkeit

    Die Entscheidung für ein Kind gehört heute zu den größten Armutsrisiken. Der Beitrag, den die Erziehung von Kindern in der gesellschaftlichen Gesamtrechnung leistet, wird in unserem Steuer- und Rentensystem in einer nicht länger hinzunehmenden Weise unterbewertet. Eine Korrektur dieses Missstandes ist überfällig.

    Kinder brauchen bessere Lebensbedingungen

    Beim Wohnungsbau, der Stadt- und Regionalplanung und in allen anderen Feldern, die zur Lebensqualität von Familien beitragen, müssen Bedingungen geschaffen werden, die ein Leben mit Kindern erstrebenswert machen. Dies gilt auch für die Arbeitsplatz- und Arbeitszeitgestaltung der Eltern.

    Die Deutsche Liga für das Kind beobachtet aufmerksam alle wichtigen Entwicklungen innerhalb und außerhalb der Familie. Sie folgt einem für Wandlungen offenen, am Wohl des Kindes orientierten Familienbild. Die Liga hebt die von Familien erbrachten Leistungen ins öffentliche Bewusstsein und vertritt die Interessen und Rechte von Kindern und Familien im politischen Verteilungskampf. Als Sachverständige wird sie von politischen Entscheidungsträgern angehört und ist unter anderem Mitglied in der National Coalition Deutschland - Netzwerk zur Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention e.V., im Bundesforum Familie und in der World Association For Infant Mental Health (WAIMH).

    Hier geht's direkt zur Deutschen Liga für das Kind ►►►

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    40 Jahre Deutsche Liga für das Kind Kinderschutz

    Bundesfamilienministerin Dr. Katharina Barley

    Am Freitag, den 13. Okt. 2017 ging es hoch her im Berliner Abgeordnetenhaus. Grund hierfür war weder der Aberglaube, noch schwierige Koalitionsverhandlungen. Stattdessen trafen sich die Mitglieder der Deutschen Liga für das Kind zu ihrer 40. Jahrestagung.

    Die Liga wird zu Recht auch als Lobby für Kinder bezeichnet: In beeindruckenden und bewegenden Vorträgen ließen Experten aus Politik, Medizin und Wissenschaft, Psychologen und Juristen die letzten vier Jahrzehnte Revue passieren. So erschreckend der Entwicklungsstand vor vierzig Jahren zum Teil war, so stolz kann der Verband auf das sein, was er bis heute erreicht hat.

    „Wir alle stehen in der Verantwortung, gute Rahmenbedingungen für das Aufwachsen aller Kinder zu schaffen.“, sagte Bundesfamilienministerin Dr. Katharina Barley, die Schirmherrin der diesjährigen Tagung, in ihrem Grußwort. Sie dankte der Liga dafür, dass sie für die Aufnahme von Kinderrechten ins Grundgesetz eintritt und sich seit 40 Jahren konsequent für die jüngsten Mitglieder der Gesellschaft einsetzt.

    Prof. Dr. Sabine Walper, Präsidentin der Deutschen Liga für das Kind und Jurymitglied des HanseMerkur Preises für Kinderschutz, betonte in ihrer Begrüßung: „Zu den Erfolgen, an denen die Liga seit ihrer Gründung beteiligt war, zählen beispielsweise die Einführung des Rooming-in auf Entbindungsstationen, die Abschaffung von Säuglingsheimen, die rentenrechtliche Anerkennung von Erziehungszeiten, die gesetzliche Verankerung des Rechts jedes Kindes auf gewaltfreie Erziehung und die schrittweise Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention.“

    Weitere Vorträge hielten unter anderem Prof. Jutta Allmendinger, Präsidentin des Wissenszentrum Berlin für Sozialforschung, und Prof. Dr. Lothar Krapmann, ehem. Mitglied des UN-Ausschusses für die Rechte des Kindes.

    Prof. Dr. Sabine Walper, Präsidentin und Prof. Dr. Jörg Maywald, Geschäftsführer der Deutschen Liga für das Kind

    Ein viel diskutiertes Thema war das Wahlrecht ab Geburt. Was das konkret bedeutet und ob sich darin das Risiko verbirgt, dass Eltern das Wahlrecht ihres Kindes missbrauchen, erklärt uns Prof. Dr. Jörg Maywald, Geschäftsführer der Deutschen Liga für das Kind:

    „Wir setzen uns für ein allgemeines Wahlrecht von Geburt an ein nach dem Prinzip ‚Ein Mensch, eine Stimme‘ und bevorzugen eine Kombination aus Stellvertreterwahlrecht und Reduzierung der Wahlaltersgrenze – sowohl pauschal durch eine Herabsetzung der Altersgrenze auf 16 Jahre, als auch individuell durch die Schaffung der Möglichkeit durch einfachen Willensakt kundzutun, von nun an selbst das Stimmrecht wahrzunehmen. Die Wahlmündigkeit ist bei diesem Modell also nicht an ein festes Alter gebunden, sondern kann von jedem Kind bzw. jedem Jugendlichen selbst bestimmt werden. Bis zu diesem Zeitpunkt üben die Eltern für ihr Kind stellvertretend das Wahlrecht aus. Spätestens jedoch sollte die Wahlmündigkeit per Gesetz mit der Vollendung des 16. Lebensjahres eintreten.

    Was eine mögliche Neigung zu extremen politischen Positionen angeht, so kann Entwarnung gegeben werden. Umfragen haben ergeben, dass im Unterschied zu älteren Menschen gerade junge Menschen und auch Eltern nicht zu extremen Positionen neigen. Im Falle der Einführung eines Wahlrechts von Geburt an wäre im Übrigen auch nicht zu erwarten, dass davon eine bestimmte Partei profitiert. Allerdings würden vermutlich alle Parteien ihre Programme weitaus mehr als bisher auf die Interessen der jungen und nachfolgenden Generationen ausrichten, ein aus unserer Sicht wünschenswerter Effekt.“

    Abendveranstaltung in der „Hörsaalruine“ des Medizinhistorischen Museums der Charité

    Bei der Abendveranstaltung in der „Hörsaalruine“ des Medizinhistorischen Museums der Charité gab es dann neben dem Festvortrag von Prof. Dr. Gesine Schwan noch ein besonderes Highlight: Die Ehrenpräsidentin und Kuratoriumsvorsitzende Dr. Lore Maria Peschel-Gutzeit wurde von den Lions, die maßgeblich an der Gründung der Deutschen Liga für das Kind beteiligt waren, für ihr außergewöhnliches Engagement mit der Medal of merit ausgezeichnet. Dies ist die höchste Auszeichnung, die ein Nicht-Lion erhalten kann.

    Auschnitt aus dem Bericht von Silke Hirschfeld, Pressereferentin CSR, HanseMerkur Krankenversicherung AG. Herzlichen Dank für die freundliche Unterstützung. Weitere Informationen erhalten Sie hier ►►

    Unseren Distrikt 111-WL repräsentierte Heribert Kellnhofer, MDB KFG / Kindergartenplus

    KINDER & JUGENDLICHE sind unsere Zukunft

    Der Lions-Musikpreis 2017 im Distrikt 111-Westfalen-Lippe Conrad Mauersberger wurde zum Sieger gekürt

    Der Ditrikt-Sieger 2017: Conrad Mauersberger

    Die jungen Künstlerinnen und Künstler zeigten mit dem Pflichtstück von Johan Bapitst Neruda (Konzert für Trompete, 1. und 2. Satz) bereits großes Können und konnten sich anschließend mit einem Wahlstück aus der Reptertoireliste individuell entfalten.

    Die Juroren, Prof. Norbert Stertz (Hochschule für Musik, Detmold), Siegfried Westphal (Junge Philharmonie OWL) und Akio Ogawa Müller (Lippisches Landestheater, Detmold) kürten Conrad Mauersberger (22) mit dem ersten Preis. Damit ist der junge Künstler auch der musikalische Vertreter des Distrikts 111-Westfalen-Lippe beim Bundeswettbewerb des Lions-Musikpreises am 12. Mai 2017 auf dem Kongress der Deutschen Lions 2017 in Berlin. Den zweiten und dritten Platz belegten Tabea Löbbecke (22) und Manuel Konnerth (23).

    (von links) Die Jury: Norbert Stertz, Akio Ogawa Müller, Siegfried Westpha | Distrikt-Governor Stefan Lüersen | die TeilnehmerInnen: Clara Ziesenis, Tabea Löbbecke, Annabell Bialas, Manuel Konnerth, Jonathan Debus, Conrad Mauersberger (Sieger) | Korrepetitorin Beate Ramisch, Quije Yang | Kabinettsbeauftragte Saskia Schulte.

     

    Distrikt-Governor Stefan Lüersen gratulierte den erfolgreichen Interpreten und überreichte die Urkunden, die mit Preisgeldern von 1.000 € (1. Platz), 750€ (2. Platz) und 500 € (3. Platz) verbunden sind.

    Im Vorfeld wurden die jungen Musikerinnen und Musiker von den Lions Clubs Blomberg, Detmold und Detmold-Residenz gefördert. Die Kabinettsbeauftragte für den Lions Musikpreis, Saskia Schulte, dankte dem Lions Club Lage-Lippe und der Musikschule Lage für die hervorragende Unterstützung bei der Organisation und Durchführung des Wettbewerbstages.

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    GROSSARTIG: Bielefelder Schüler belegt bundesweit den ersten Platz Das Motto des Friedensplakatwettbewerbs 2016/2017 am besten umgesetzt

     

    Nach der Jurysitzung in Bielefeld zeigen das Siegerplakat: Angela Rehorst und Manfred Schnell.

    Der 13-jährige Schüler Thanush Santharuban spielt gerne Keyboard und ist auch ein begeisterter Schwimmer. Am meisten Spaß in seiner Freizeit macht ihm aber das Zeichen und Malen an der Musik- und Kunstschule (MuKu) Bielefeld. Thanush, der die 7. Klasse im Gymnasium am Waldhof besucht, hat den Friedensplakatwettbewerb von Lions Clubs International auf lokaler und Bundesebene gewonnen und damit die ersten Hürden auf dem Weg zu internationaler artistischer Anerkennung gemeistert.

    Das Motto des Wettbewerbs „Eine Feier des Friedens“ umzusetzen, war nicht ganz einfach, berichtet Thanush im Gespräch mit den Bielefelder Lions Angela Rehorst, Manfred Schnell und Siegfried Mühlenweg. Aufmerksam auf den Wettbewerb habe ihn seine Kunstlehrerin in der MuKu gemacht. Erste Ideen wurden bereits im Oktober letzten Jahres entwickelt, einfache Skizzen gefertigt und konkretisiert - bis schließlich das farbenfrohe Friedensplakat des 13-Jährigen auf Aquarellpapier fertig war.

    Eigentlich könne er gar nicht besonders gut zeichnen oder malen, sagt Thanush bescheiden. Ein Einwand, den der freischaffende Künstler Manfred Schnell nicht gelten lässt. „Jeder kann Kunst“ sagt der Bielefelder und sollte Recht behalten. Schon auf lokaler Ebene konnte sich Thanush gegen harte Konkurrenz behaupten. Sein Beitrag wurde aufgrund seiner Originalität, künstlerischen Gestaltung und Darstellung des Wettbewerbsthemas im Lions-Distrikt Westfalen-Lippe als Siegerplakat ausgewählt.

    Freuen sich mit Thanush Santharuban (3.v.l.) über den großen Erfolg: Manfred Schnell, Angela Rehorst und Siegfried Mühlenweg (v.l.).

    Schnell, Mitglied des Lions Clubs (LC) Bielefeld-Ravensberg, ist von dem Ausdrucksvermögen und der Kreativität des 13-Jährigen begeistert. „Es ist offensichtlich, dass viele junge Menschen genaue Vorstellungen davon haben, was Frieden für sie persönlich bedeutet“. Und Thanush, der mit seinen Eltern und seinen beiden Geschwistern in Bielefeld-Schildesche lebt, ergänzt: „Wir Kinder und Jugendlichen können zwar keinen Frieden in der Welt der Erwachsenen schaffen, aber doch einen kleinen Beitrag dazu leisten“.

    Lions-Sprecher Siegfried Mühlenweg (LC Bielefeld-Sparrenberg) betont, dass die Service-Organisation den internationalen Friedensplakatwettbewerb bereits seit 1988 sponsert, um junge Leute auf der ganzen Welt auf die Bedeutung des Weltfriedens hinzuweisen. Zur Teilnahme berechtigt sind Kinder und Jugendliche zwischen elf und 13 Jahren. Das Motto für den Wettbewerb im Jahr 2017 stehe bereits fest und laute „Eine Zukunft des Friedens“, sagt Angela Rehorst vom LC Bielefeld-Phoenix, die den Wettbewerb auch künftig als „Beauftragte“ weiter begleiten wird.

    Nachdem das Plakat aus Bielefeld auch bundesweit auf dem ersten Platz landete, ist es mittlerweile in die USA versandt worden, um am weiteren internationalen Wettbewerb teilzunehmen. „Wir drücken Thanush und seinem Plakat für die Finalrunde die Daumen“, heißt es unisono. Sicher ist: Auf Distrikt-Ebene wird er gemeinsam mit weiteren zwei Schülerinnen als Zweit- und Drittplatzierte für die erfolgreiche Teilnahme am Wettbewerb am 1. April in Hamm geehrt werden.

    Ein fantastisches Jubiläum 25 Jahre Klasse2000 – Gesundheitsprogramm hat über 1,3 Millionen Grundschulkinder erreicht

    Marlene Mortler, Drogenbeauftragte der Bundesregierung, mit KLARO

    1991 wurde Klasse2000, ein Unterrichtsprogramm zur Gesundheitsförderung, Gewalt- und Suchtvorbeugung in der Grundschule, am Klinikum Nürnberg entwickelt.   „Erfinder“ war Lions-Mitglied und Lungenspezialist Univ.-Doz. Dr. med. Pál Bölcskei, der Kinder frühzeitig für einen gesunden Lebensstil begeistern wollte. Das Programm startete mit 234 Klassen und 6.000 Kindern aus Bayern. Bis heute hat es über 1,3 Mil­lionen Kinder in ganz Deutschland erreicht und ist damit das am weitesten verbreitete Gesundheits­programm für Grund- und Förderschulen. Zu den Unterstützern zählen neben den Deutschen Lions Clubs auch die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler und der Arzt, Komiker und Fern­sehmoderator Dr. Eckart von Hirschhausen.

    Herzliche Grüße übermitteln (v.l.) Thomas Duprée, Geschäftsführer Verein Programm Klasse 2000 e. V., Jutta Künast-Ilg (DG 111-BN), KLARO, Dr. Siegfried Grillmeyer, 1. Vorstandsvorsitzender Verein Programm Klasse 2000 e. V., Marlene Mortler, Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Willi  Burger, Klasse2000-Beauftragter des Governorrats.

    Vorab: Kurze Informationen zum Programm "Klasse2000"

    Das Programm begleitet die Kinder von Klasse eins bis vier und behandelt die großen Themen der Gesund­heitsförderung: von Ernährung, Bewegung und Entspannung über Möglichkeiten der gewaltfreien Konflikt­lösung bis zum Nein-Sagen zu Alkohol und Zigaretten. Klasse2000 wird laufend aktualisiert und weiterentwickelt, seine Wirksamkeit – sowohl auf den Alkohol- und Zigarettenkonsum im Jugendalter als auch auf das Ernährungs- und Bewegungsverhalten im Grund­schulalter – ist wissenschaftlich belegt.

    Die wichtigsten Unterstützer von Klasse2000 sind die deutschen Lions Clubs, ...

    ... die sich seit den Anfän­gen für seine Verbreitung und Finanzierung einsetzen. Auch in unserem Distrikt wird dieses Programm gern gefördert.

    Willi Burger, Klasse2000-Beauftragter des Governorrats der Deutschen Lions, sieht die langjährige Verbundenheit der beiden Organisationen als Erfolgsgeheimnis: „Klasse2000 ist ein wichtiger Teil der Lions Jugendprogramme, mit denen wir dazu beitragen möchten, dass Kinder und Jugendliche ihr Leben ohne Sucht und Gewalt meistern. In 25 Jahren haben viele Akteure es gemeinsam erreicht, dass sich über 14 % aller Grundschulklassen in Deutschland an Klasse2000 beteiligen. In einer solchen Größenordnung kann Prävention eine tatsächliche gesellschaftliche Wirkung entfalten, und das ist sowohl für Lions als auch für Klasse2000 ein großer Erfolg.“

    Auf Initiative der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Marlene Mortler, erhält Klasse2000 seit letztem Jahr auch Mittel aus dem Bundeshaushalt: „Das Projekt Klasse 2000 bietet bereits seit 25 Jahren Kin­dern im Grundschulalter wertvolle, effektive Hilfe und Unterstützung. Ziel ist es, Kindern dabei zu helfen, ein selbstbestimmtes, gesundes und drogenfreies Leben zu führen, zu einer starken Persönlichkeit heran­zuwachsen und ganz klar „Nein“ zu Drogen zu sagen. Somit begrüße ich es als Drogenbeauftragte der Bundesregierung ausdrücklich, dass dieses Engagement seit dem letzten Jahr auch finanzielle Mittel des Bundes zur Verfügung bekommen hat. Dafür habe ich mich intensiv eingesetzt. Außerdem bin ich selbst aus Überzeugung Patin zweier Klassen aus meiner Heimatregion. Es macht mir große Freude, diese Kinder dabei zu unterstützen, gesund und stark aufzuwachsen. Ich hoffe, dass noch viele weitere Grund- und Förderschulen an diesem bewährten Programm teilnehmen.“

    Dr. Eckart von Hirschhausen engagiert sich seit 2011 als ehrenamtlicher Klasse2000-Botschafter: „Ich liebe Klasse2000 aus mehreren Gründen. Es ist ganz nah dran am echten Leben, es vermittelt den Schülern Lebenskompetenzen, und es zielt nicht nur  auf die körperliche, sondern auch auf die  seelische Gesund­heit. Und vor allen Dingen ist es eines der wenigen Programme in ganz Deutschland, die einen Wirksamkeitsbeweis angetreten haben. Es gibt unheim­lich viele Projekte, die kommen und gehen, und 25 Jahre in diesem Markt unterwegs zu sein, ist schon eine unglaubliche Leistung, noch dazu mit dem Stempel „Wirk­samkeit“. Glückwunsch dazu!“

     

    Heribert Kellnhofer: Aggression gegen Flüchtlinge ist Zeichen von Defiziten in Bindung und Persönlichkeitsentwicklung Eine spannende, kurze Analyse zu einem hochaktuellen Thema: Die Angst vor dem „Fremden in mir“

    Der Kinder- und Jugendlichenpsychoanalytiker Heribert Kellnhofer

    Viele freiwillige Helfer opfern ihre Freizeit, nehmen Sprachprobleme und Missverständnisse auf sich, um Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen, zu unterstützen: Aber zur Zeit wächst auch die Zahl von Menschen, die in den Flüchtlingen ein Problem, gar eine Bedrohung sehen. In Sachsen z. B. zeigten die vergangenen Wochen Erschreckendes:

    Ein Mob wütete in Clausnitz gegen ankommende Flüchtlinge in einem Bus, in Bautzen brannte der Dachstuhl einer geplanten Flüchtlingsunterkunft, die verbalen Hetztiraden gegen die Neuankömmlinge werden immer ungehemmter. Die Angst schürende Rede vom „gesellschaftlichen Sprengstoff“ ist längst politikfähig geworden. Um einen Erklärungsversuch, was es mit dem vermeintlichen Sprengstoff auf sich hat, bemüht sich seit einiger Zeit der Weidenauer Kinder- und Jugendlichen-Psychoanalytiker.

    Im Gespräch mit der Siegener Zeitung (Bericht vom 5. März 2016) präsentierte er provozierende Ansichten. Er konstatiere eine Polarisierung in der Gesellschaft, sagt Kellnhofer: zwischen denen, die die Flüchtlinge vor allem zu schützen versuchen wollten und jenen, die die volle Wucht einer Staatsräson gegen die Neuankömmlinge forderten oder gar sich selbst zu „Staatsschützern“ erklärten. Das Verhaltensmuster, das dort zutage trete, sei einfach erklärbar, sagt er: „Menschen, die entwurzelt zu uns kommen, bringen Traumatisierungen mit, sind entwurzelt und fremd zugleich und bieten den Menschen hier Projektionsflächen.“ Mit anderen Worten: „Sie provozieren das eigene Fremde in uns, das man erlebt und noch nicht bearbeitet hat, weil man sich davor fürchtet“. Deshalb Kellnhofers erste Konsequenz: „Wir müssen erkennen lernen, dass die Wut und der Hass gar nicht die Flüchtlinge meinen, sondern oftmals das eigene, erschreckend fremd Erlebte.“

    Provozierender als diese Folgerung ist allerdings Kellnhofers Anwendung seiner These auf die historisch-gesellschaftliche Realität: Die starke Abwehr des Fremden, sagt er, habe gerade in den östlichen Bundesländern mit der frühen Abgabe der Kinder in die Kindertagesstätten zu Zeiten der DDR zu tun – oder, verallgemeinernd: Kindern bleibe in dieser Entwicklungsphase oft zu wenig Raum, notwendige Adaptionsschritte sicher und erfolgreich zu schaffen.

    Diese Schritte haben Kellnhofer zufolgemit den Bindungserfahrungen zu tun. Dazu zitiert er die Psychoanalytikerin Melanie Klein, die gesagt habe, zunächst erlebe der Säugling die Mutter als nur gut, wenn sie ihm die spontane Bedürfniserfüllung verweigere, werde sie als nur böse wahrgenommen, und dazwischen geschehe die notwendige „Adaptionsarbeit, den „Kompromiss zwischen Gut und Böse zu finden, mithin also die Wahrnehmung der Realität“. Dazu müsse dann ein notwendiger „emotionaler Dialog“ stattfinden, der mit der Annahme des Anderen in seinem Anderssein und der Offenheit für die jeweiligen Bedürfnisse zu tun habe: „Die Eltern müssen sich auf die Bedürfnisse der Kinder einlassen, und die Kinder müssen das Regelsystem der Eltern übernehmen, um geschützt zu bleiben.“ Das, meint er, sei ein Fundament der Erziehung, das erst gesellschaftsfähig mache. Denn Erziehung sei auch die „Zumutung ans Kind, die Grenzen, die am und im Anderen liegen, zu akzeptieren, zuzuhören und respektvoll zu sein“.

    Diese „Basis der Verstehensbereitschaft“, das ist seine drängende Analyse, gehe zunehmend verloren, sagt Kellnhofer. Die Unfähigkeit, auf den Anderen einzugehen, führe zu Radikalisierung und Brutalisierung. Der Reaktionskreislauf sei der eingangs erwähnte: Fühle ein Kind sich nicht verstanden oder angenommen, entwickele es zunächst in sich Zorn, der

    später nach außen verlagert (was man psychologisch „Projektion“ nennt) und im Fremden bekämpft werde, weil die eigenen inneren Prozesse fremd, d. h. nicht verstanden seien. Die Rücknahme der Projektion sei dabei eine moralische Grundaufgabe: bei sich selbst nachzuschauen, und nicht einfach den anderen verantwortlich zu machen. „Ruhe und Sicherheit treten dann ein, wenn man Klarheit schafft“, fährt der Analytiker fort. So lange beide Seiten – die Ankommenden und die bereits hier Lebenden – unrealistische oder diffuse Bilder von einander hätten, sei kein Dialog möglich.

    „Schnelle Lösungen gibt es nicht“, betont Kellnhofer, das sei auch für ihn im therapeutischen Prozess immer wiederschwer auszuhalten. Aber „erst durch den geduldigen, liebevollen, zuhörenden Dialog entsteht ein Prozess, der zu zukünftigen Lösungen führt.“

    Dies sei ein gesellschaftliches Grundmuster, knüpfe aber zugleich an der frühen Kindheit an, in der der Mensch lerne, konfliktfähig zu werden. Konflikte als innere Bestandteile eines Aneignungsprozesses seien „die Chance, etwas Neues zu entdecken“. Und diese Form des Konfliktes sei auch für die Neuankömmlinge nötig. „Die haben Heimat- und Familienverlusterlebt, sind durch Traumatisierungen bindungsgestört. Nun wollten sie einerseits versorgt werden, um sich beruhigenzu können. „Aber andererseits brauchen sie auch das Verstehen der Enttäuschungen, der Wut, des Leids und der Erschöpfung.“ Und dann treffe die Aggressivität der Flüchtlinge auf Wut, Hass und Enttäuschung der Menschen in unserer Gesellschaft,die aus bindungsunsicheren Milieus kämen.

    Hier einen Dialog herzustellen, sei die Grundlage dafür, Lösungen zu finden. Beide Seiten müssten die Erfahrung eines direkten Kontaktes machen, weil dieser für den Versuch, zu verstehen und Ängste abzubauen, unabdingbar sei. Allerdings müsse dieser Kontakt moderiert werden, „damit beide Seiten nicht in ihre Defizitfallen laufen“, also doch wieder den Projektionen aufsitzen. Deshalb wiederholt Kellnhofer sein Credo, dass Kindergärten nicht ausschließlich zu frühkindlichen „Bildungsfabriken“ werden dürften: Nicht das frühe Anhäufen von kulturellem Wissen sei nötig, sondern insbesondere das sensible Einüben von sozialem Miteinander, die Erfahrung, dass Konflikte ausgehalten und bearbeitet würden und damit die Erfahrung sicherer Bindung nach außen (zur Welt) und nach innen (zum Ich). Er sei sich bewusst, betont der Therapeut, dass man „all dies nicht eins zu eins in die gesellschaftspolitische Realität übertragen kann“, aber der Anfang müsse bei den Kindern, in der Erziehung und in der Familie gesetzt werden.

    Hochkarätiger Ohrenschmaus mit der Violine im Technikum Lage Dorothee Appelhans siegte beim Lions Musikpreis 2015/2016

    Glückliche Sieger: Gina Keiko Friesicke (2. Platz), Saskia Schulte, Will Wellhausen, Dorothee Appelhans (1. Platz), David Wedel, Clara-Saeko Burkhardt (3. Platz), Andreas Fadejew, Siegfried Westphal und Marita von Garrel (v.l.n.r.)

    Die Kabinettsbeauftragte für den Lions Musikpreis in Westfalen-Lippe und Organisatorin Saskia Schulte freute sich, wieder Gast in der Musikschule Lage zu sein. Ihr Dank galt dem Schulleiter Stefan Albrecht für seine Unterstützung. Sie dankte auch dem Lions Club Lage/Lippe mit seinem Präsidenten Will Wellhausen, dem Past-Präsidenten Michael Krügermeyer-Kalthoff und ihrem Team für die Durchführung und das „leibliche“ Wohl. Ein besonderes Dankeschön galt auch der Jury mit David Wedel (Konzertmeister 2. Violine Gewandhausorchester Leipzig), Siegfried Westphal (Dirigent Junge Philharmonie Ostwestfalen-Lippe) und dem Pianisten Andreas Fadejew.

    Alle Musikerinnen und Musiker zeigten bei einem Pflichtstück von Wolfgang Amadeus Mozart und einem Wahlstück ausgezeichnete Leistungen. Der Klang der Violine fesselte das Publikum im Vortragssaal. Die Darbietungen waren spannend und hochwertig.

    Es siegte die 21jährige Dorothee Appelhans aus Arnsberg. Sie erhielt den mit 1000 € dotierten 1. Preis. Stefan Veskovic begleitete sie am Piano und der Lions Club Arnsberg-Sundern förderte sie. Die Siegerin studiert Geige an der Musikhochschule in Lübeck.

    Den 2. Platz (750 €) errang die erst 13jährige Gina Keiko Friesicke aus Detmold. Mari Ito-Friesicke begleitete sie am Klavier. Unterstützung erhielt sie vom Lions Club Detmold-Cherusker. Sie ist Schülerin des Christian-Dietrich-Grabbe-Gymnasiums und Jungstudentin an der Musikhochschule Detmold. Der 3. Preis (500 €) ging an die 18jährige Clara-Saeko Burkhardt aus Möhnesee, die ihr Abitur im letzten Jahr machte und Musik studieren möchte. Am Piano saß Christoph Hengst. Sie wurde vom Lions Club Soest gefördert.

    Marita von Garrel, Governor des Lions Distrikts 111-Westfalen-Lippe, verlieh feierlich die Preise und sprach allen Beteiligten am Wettbewerb ihre Hochachtung aus. Die 1. Siegerin Dorothee Appelhans hat sich für die Ausscheidung um den 22. Musikpreis des Lions-Multi-Distrikts Deutschland am 20. Mai 2016 in Darmstadt qualifiziert. Marita von Garrel wünscht ihr viel Erfolg. Wer dort siegen wird, darf zur europäischen Entscheidung nach Sofia.

    Eine interessante Ausstellung des Geigenbaumeisters Matthias Weiken aus Detmold zur Herstellung von Geigen rundete das Programm ab.