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    Wiederbelebung der Jumelage von 1975 mit dem französischen Lions-Distrikt 103-N

     

    Um die Modalitäten der Pflege einer Jumelage mit dem französischen Distrikt zu erkunden, reisten Vize-Governor Siegfried Mühlenweg und PDG Karl-Heinz Menne im Auftrag unseres Distrikts im Juni nach Abbeville-Hautvillers und Lille in Nordfrankfreich.

    Auf französischer Seite waren Serge Weibel, Distrikt-Governor Elect Jean-Luc Robert und IPDG Jacques Dellemotte die kompetenten Gesprächspartner. Governor Régis Florent war wegen einer Reise verhindert.

    Menne und Mühlenweg erörterten am Beispiel unserer erfolgreichen Jumelage mit dem niederländischen Distrikt 110-BZ, wie diese Jumelage realisiert und mit Inhalten ausgefüllt werden könnte. Insbesondere die Förderung von Projekten stand dabei im Vordergrund. Die französischen Lionsfreunde brachten zum Ausdruck, dass sie sich die Zusammenarbeit mit unserem Distrikt in dieser Form gut vorstellen können.

    Unsere Distrikt-Beauftragten waren von der überwältigenden Gastfreundschaft, der freundlichen, zuvorkommenden Einstellung und dem förderlichen Meinungsaustausch angenehm beeindruckt. „Wir können deshalb empfehlen, mit dem Distrikt 103-N auf Dauer eine Jumelage zu pflegen,“ so das Ergebnis dieser Exkursion.

    Auf der 1. Distrikt-Versammlung 2017/18 der Franzosen im Oktober 2017 werden die Delegierten über das Bestreben zur Aktivierung der Jumelage informiert. Unser Distrikt 111-WL wird ebenfalls alle Delegierten auf der für den 23.9.17 disponierten 1. DV 2017/18 unterrichten.

     

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    Über 100 Lionsmitglieder und Gäste erlebten eine gelungene Fest-Veranstaltung in Münster 25. Jumelage-Feier „Ein Herz und eine Seele“

    Stefan Lüersen, Governor:

    »Wir können die Völkerverständigung über die Grenzen hinweg leben. «

    Jeder spürte in den Begrüßungsworten unseres Distrikt-Governors Stefan Lüersen, dass die vielen anregenden Gespräche und nachhaltigen Activitys die Funken der Freundschaft über Grenzen hinweg versprühten.

    Münsters Bürgermeisterin Beate Vilhjalmsson lobte in ihrem Grußwort die „Jumelage“ als Initiative, in der „Niederländer und Deutsche ihre Kräfte gebündelt“ hätten und „für grenzüberschreitenden Austausch“ sorgten.

    In der Podiumsrunde mit Zeitzeugen der Jumelage konnte das Publikum interessanten Erinnerungen lauschen und erhielt einen aktuellen Einblick in das Geschehen. Saskia Schulte (KMW | KYA im Distrikt 111-WL) führte als zweisprachige Moderatorin exzellent und amüsant die Gesprächsrunde. Es machte den Gästen eine erkennbare Freude, den Worten der Runde zu folgen.

    „Man muss Gegenteiliges akzeptieren und kennenlernen und Gemeinsames herausfinden.“ Diese Erkenntnis machte Irmgard Alice König, PDG, bei ihrem Engagement. Sie hat von Anbeginn die deutsch-niederländische Verbindung miterlebt.

    Als Aktiver der ersten Jahre hat der Niederländer Jaap Vreeken, PDG, bereits 1995 „den ersten Kontakt“ zu den Lionsfreunden im Distrikt Westfalen-Lippe gehabt. Als Redakteur des niederländischen „LION“ berichtete er von der Jumelage.

    In 2001 beschlossen beide Distrikte ein beachtliches Förderbudget: Jährlich sollten von beiden Distrikten je 4000 Euro für nachhaltige Activitys bereitgestellt werden, wie Moderatorin Saskia Schulte, Kabinettsbeauftragte für den Lions-Musikpreis, informierte. „Ziel war es, die regionalen Clubs in die Jumelage einzubeziehen.“

    Albert Groot Rouwen (Governor Distrikt 110-BZ), Monique Wijnhoven (Vize-Governor Distrikt 110-BZ), Hans-Günter Benthaus (Vize-Governor Distrikt 111-WL) und Gastgeber Stefan Lüersen (Governor Distrikt 111-WL) referierten über aktuelle und künftige Ziele dieser erfolgreichen Jumelage.

    Voller Begeisterung stellten Clubs aus unserem Distrikt ihre Activitys vor, die aus den Fördermitteln dieser Jumelage unterstützt werden. Hier zwei Beispiele:

    • das münsterische Projekt „Mulingula“, einem mehrsprachigen Vorleseangebot für rund 300 Kinder an neun Grundschulen, das vom LC Johann-Conrad-Schlaun begleitet wird;
    • die Activity „Mitmachkinder“ des LC Münster-Westphalia, in der 50 Kinder aus bedürftigen Familien ein Musikinstrument lernen können.

    In einem Vortrag sprach Lionsfreund Prof. Dr. Friso Wielenga (Leiter des Hauses der Niederlande), über „Die niederländische Identität – Mythen und Wirklichkeit“. Es gelang ihm, das Auditorium mit seinen aufschlussreichen Darstellungen und seiner einzigartigen Redekunst zu begeistern.

    Im Ratskeller tauschten die Lionsfreunde bei einem gemeinsamen Lunch ihre Erfahrungen aus. Es wurden weitere persönliche Freundschaften geschlossen. Den zahlreichen Organisatoren, insbesondere den L Lothar Günzel und Franz Hartje, gebührt herzlicher Dank und viel Anerkennung für die gelungene Vorbereitung und Realisation dieses gelungenen Festaktes.

     

     

    INTERNATIONAL

    Eine Arbeit des Ausschusses für Langzeitplanung (ALZP) Jumelage – ein wichtiger Beitrag zur Internationalität

    Helmut Hartmann, PDG 111-WL, V/ALZP

    Eine Clubpartnerschaft / Jumelage / Twinning ist eine freiwillige und gegenseitige Vereinbarung zwischen Clubs und Distrikten  in verschiedenen Ländern.

    Durch eine Jumelage wird das Ziel von LCI aktiv mit Leben erfüllt: „Den Geist gegenseitiger Verständigung unter den Völkern der Welt zu wecken und zu erhalten“.

    Der Governorrat hat das Thema „Jumelage“ zwischenzeitlich auf Empfehlung des ALZP als Thema für einen workshop im Rahmen des Europaforums (EF) 2016 in Sofia  vorgeschlagen. Ziel ist es, durch  Vorstellung und Diskussion dieses Themas

    • die Quantität der Club- und District-Jumelagen
    • die Qualität der Club- und District-Jumelagen

    in allen europäischen Multi-Distrikten  zu steigern, dadurch eine Intensivierung der grenzüberschreitenden Lions-Freundschaften zu erreichen und auf diese Weise den Europagedanken bei allen europäischen Lions zu stärken.

    Grundlage des Workshops ist das Ergebnis einer quantitativen Bestandsaufnahme der in Deutschland bestehenden Jumelagen. Sie beruht auf Daten, die  in den Jahren 2011 bis 2013 im Distrikt 111-WL und im Multi-Distrikt durchgeführt wurden. Dabei wurde unterstellt, dass die in 111-WL gefundenen Ergebnisse grundsätzlich auf alle deutschen Distrikte übertragbar sind und so die Situation im MD-111 wiedergeben

    Bei den seinerzeit 104 Clubs in 111-WL wurde festgestellt, dass 39 Lions Clubs (37,5 %) eine Jumelage mit einem ausländischen Lions Club haben, davon lediglich 2 mit einem Lions Club aus einer ausländischen Gemeinde, mit die deutsche Gemeinde eine Städtepartnerschaft pflegt. 65 Lions Clubs (62,5 %) haben keine Jumelage mit einem ausländischen Lions Club.

    Von den „Heimatgemeinden“ (Standortgemeinde des Clubs bzw. im nahen  Einzugsbereich des Clubs gelegene Gemeinden) der 104 Clubs pflegen 509 Gemeinden mit unterschiedlicher Intensität Städtepartnerschaften oder Städtepatenschaften. Bleiben die 72 Patenschaften unberücksichtigt, die mit Gemeinden in den neuen Bundesländern im Zusammenhang mit der Wiedervereinigung begründet wurden, so existieren im „Hoheitsbereich“ des Distrikt 111-WL 437 Gemeinden mit einer Städtepartnerschaft.  

    Die den deutschen Gemeinden durch Städtepartnerschaften zuzuordnenden 437 ausländischen Gemeinden sind wiederum 285 Lions Clubs in unterschiedlichen europäischen Ländern (Schwerpunkt Niederlande und Frankreich) geographisch zuzuordnen. Diese 285 ausländischen Lions Clubs sind das rechnerisch ermittelte Potential für eine Jumelage mit einem deutschen Lions Club in 111-WL.

    Für eine qualitative Bestandsaufnahme wurden Clubs telefonisch kontaktiert. Die Clubs, die eine Jumelage aktiv gestalten, vermitteln in der überwiegenden Mehrzahl ein sehr positives Bild über die Beziehungen, die Treffen und die geschlossenen Freundschaften. Eine lebende Jumelage ist offensichtlich eine Bereicherung für jedes Clubleben.

    Unübersehbar ist aber auch die Zahl der Clubs, die sich selbstkritisch zur  Qualität ihrer Jumelage äußern. Als Ursache für  Qualitätsmängel werden genannt:

    • Sprachprobleme bei der Kontaktpflege und bei den wechselseitigen Besuchen.
    • Kostenprobleme bei den wechselseitigen Besuchen, insbesondere bei weit auseinanderliegenden Orten.
    • Konzentration der „Treiberfunktion“ bei der Pflege der Jumelage auf nicht selten einen, in jedem Fall aber auf sehr wenige Lions.

    Aus alledem folgen ein nicht selten geringer Stellenwert des Themas „Jumelage“ im Cluballtag und dies keinesfalls nur bei den Clubs ohne Jumelage sondern auch bei den Clubs mit bestehender Jumelage.

    Um die Jumelagen auf Club-, Distrikt- und Multi- Distrikteben in Deutschland und darüber hinaus in ganz Europa zu stabilisieren wird das folgende 10-Punkte-Programm vorgeschlagen:

    1. In jedem Club wird ein Beauftragter für Jumelagen ernannt
    2. Der Beauftragter für Jumelagen berichtet während der jährlichen Mitgliederversammlung über den Stand der Jumelagen (fester Tagesordnungspunkt)
    3. Kritische Prüfung, ob die historische Jumelage-Begründung auf das Engagement eines einzelnen beruhte. Ist dieser Lion noch Clubmitglied?
    4. Der Jumelage-Beauftragte arbeitet mit 2- bis 3 Lions, gerne aber auch mit Familienangehörigen von Lions,  in einer AG „Jumelage“ zusammen.
    5. Die AG „Jumelage“ kooperiert mit dem örtlichen Ausschuss für Städtepartnerschaft (oft ein Ausschuss des Gemeinderates) oder mit anderen örtlichen Organisationen, die eine internationale Zusammenarbeit pflegen.
    6. Falls ein jährliches Treffen von einem beteiligten Club als zu ambitioniert empfunden wird, soll das Treffen mit Vertretern des Jumelage-Clubs nach Absprache nur alle zwei Jahre stattfinden.
    7. Falls die Beteiligung am Jumelage-Treffen zu gering ist, soll der Versuch gemacht werden, das Treffen als Clubreise zu organisieren, d.h. zusammen mit  Familienangehörigen durchgeführt werden.
    8. Um das Interesse an Jumelage-Reisen (Clubreisen) zu steigern soll nicht ausschließlich der jeweilige Heimatort des Clubs als Reiseziel gewählt werden, sondern kulturell und/ oder landschaftlich interessante Orte zwischen den Heimatorten.
    9. Verabredung einer  gemeinsamen Activity (möglichst Langzeitactivity) als stabilisierende Basis für die  Jumelage verabredet.
    10. Permanenter Informationsaustausch zwischen den Clubs auf der Grundlage der elektronischen Möglichkeiten   (Berichte über Club-Activitys, Protokolle von Clubtreffen, wesentliche Ereignisse im Distrikt, Zeitungsberichte)

    Ebenso wichtig wie die Stabilisierung bestehender Club- und Distriktjumelagen ist angesichts einer „Jumelage-Dichte“ von nur 30 bis 40 % der Clubs im Multi-Distrikt 111 (ähnliche Prozentsätze werden in den anderen europäischen Ländern angenommen) die Bemühungen um die Begründung neuer Jumelagen.

    Wichtig ist eine überlegte Erstkorrespondenz. Sie sollte Folgendes beinhalten: 

    • Interessenbekundung an einer Clubjumelage 
    • nähere Informationen zu den Clubmitgliedern 
    • Clubaktivitäten
    • Informationen zur Kommune
    • regionale Gebräuche

    Wird wechselseitig auf einen Erstkorrespondenz positiv reagiert, können die Clubs ihre Freundschaft mit dem Austausch folgender Dokumente und Medien intensivieren:

    • Club- und Distrikt-Mitteilungsblätter
    • Anstecknadeln und Banner
    • Zeitschriften, Periodika, Zeitungen, Bücher
    • Fotos
    • Musik
    • andere Gegenstände, die die Freundschaft fördern und zu gegenseitigem Verständnis beitragen

    Einige Clubs tauschen Mitgliederlisten aus, damit auch einzelne Mitglieder und deren Familien miteinander in Kontakt treten können.  Eine weitere Möglichkeit kann die Organisation eines gemeinsamen Hilfsprojekts (Activity) sein. Dadurch kann die Bindung zwischen den Clubs erheblich gestärkt werden...