Zum Inhalt wechseln
  • Gern veröffentlicht die Presse Artikel unserer Lions-Experten Heribert Kellnhofer, seit Jahren unser erfolgreicher Beauftragter für Kind, Familie | KindergartenPLUS

    NEUE WESTFÄLISCHE Bielefeld vom 2. Jan. 2018 LIONS IN DER PRESSE – Herzlicher Dank an die Redaktion

    Bericht des “Westfalen-Blattes” vom 11. Juni 2012

    Bericht des “Westfalen-Blattes” vom 6. Juni 2012

    Bericht des “Westfalen-Blattes” vom 16. April 2011

    Bericht des “Westfälischen Anzeigers” vom 20. Sept. 2010

    Wolfgang Bosbach kritisiert aufgeregte Debatte um Sarrazin CDU-Innenexperte begeisterte bei Lions-Distriktversammlung in Hamm

    Die heftige Auseinandersetzung mit den Äußerungen von Thilo Sarrazin hat der Vorsitzende des Innenausschusses im Bundestag, Wolfgang Bosbach, als übertrieben kritisiert. Die aufgeregte Debatte sollte durch eine seriöse Diskussion ersetzt werden, sagte der CDU-Politiker, der auf Einladung des Lions-Distrikts Westfalen-Lippe in Hamm sprach. Die Fortschritte und Schwierigkeiten bei der Integration müssten ohne Tabus angesprochen werden. Die Sorgen in der Bevölkerung seien ernst zu nehmen.

    Vor rund 100 Delegierten der Distriktversammlung betonte der Unions-Innenexperte, dass es in Deutschland „viele gute Beispiele für Zuwanderung und gelungene Integration" gebe, aber auch Fälle von „hartnäckiger Integrationsverweigerung". Hier sei politisch die Frage zu beantworten, wie mit dieser Gruppe (Bosbach: „etwa zehn bis 15 Prozent") umzugehen sei. Als Beispiel nannte er verpflichtende Sprachkurse für Ausländer, die Sozialleistungen beziehen. Ausdrücklich bekannte sich Bosbach zu einem großzügigen Ausländerrecht. Es sei für ihn ein Kompliment, wenn sich jemand entscheide, „hier bei uns in Deutschland leben zu wollen". Für eine erfolgreiche Integration müssten jedoch die gleichen Regeln für alle gelten.

    In seinem knapp einstündigen Vortrag ging Bosbach auch auf die aktuelle wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland sein. Nach seiner Darstellung hat Deutschland die globale Finanz- und Wirtschaftskrise besser überwunden als viele andere Staaten. „Die Rezession liegt hinter uns". Die von der Bundesregierung aufgelegten Konjunkturprogramme hätten sich als richtig erwiesen. Steuerungsinstrumente wie etwa die Verlängerung der Kurzarbeit hätten jedoch viel Geld gekostet.

    Angesichts der angespannten öffentliches Finanzen komme es jetzt auf eine konsequente Haushaltskonsolidierung an. An einem klaren Sparkurs in Bund, Ländern und Gemeinden führe kein Weg vorbei, auch wenn die Politik unpopuläre Entscheidungen treffen müsse. Wichtig sei es, den Mut dazu aufzubringen und solche Maßnahmen zu begründen. Bosbach: „Wir brauchen einen klaren politischen Kompass".

    Als Beispiel nannte der 58-jährige CDU-Politiker die „Rente mit 67", die angesichts der demografischen Entwicklung notwendig sei und verwies auf die noch kommenden geburtenstarken Jahrgänge („Bosbach: Politik gegen die Lebensnotwendigkeiten geht nicht"). Keine Alternative gebe es im Übrigen zu einer weiteren Reform des Gesundheitssystems, das zu den Besten weltweit gehöre. Ziel müsse ein gerechtes, transparentes und soziales System sein. Trotz aller Kritik angesichts der explodierenden Kosten wüssten die Deutschen nur zu gut, wie leistungsfähig das System sei. Wenn jemand im Ausland erkranke, laute der erste Satz: „Ab nach Hause!", betonte Bosbach unter dem Beifall der Zuhörer.

    Das Lions-Publikum rief der Abgeordnete dazu auf, als Deutsche selbstbewusster aufzutreten, „stolz auf unser Land zu sein" und sich auf einstige Stärken zu besinnen. Dies habe nichts mit Nationalismus zu tun. Deutschland könne seine internationale Wettbewerbsfähigkeit nur mit „Hightech in den Köpfen", mit verstärkten Investitionen in Ausbildung und Bildung erhalten und steigern. Die Globalisierung sei nicht aufzuhalten, könne aber auch von den Deutschland gestaltet werden.