2500 Euro für Insel der Hoffnung (16.05.2017)

2500 Euro für Insel der Hoffnung (16.05.2017)

BORKEN (pd). An der Mitgliederversammlung des Lions Clubs Borken hat der stellvertretende Leiter des Friedensdorfes Oberhausen, Wolfgang Mertens, als Gastredner teilgenommen.

Vor fast genau 50 Jahren hatten evangelische Pfarrer im Raum Oberhausen die Idee, verletzte und kranke Kinder aus Kriegs- und Krisengebieten zur Behandlung nach Deutschland zu holen. Der Sechs-Tage-Krieg Israel/Ägypten (1967) und der Vietnamkrieg (1955 bis 1975) spielten dabei eine wesentliche Rolle.

Aus diesen Ansätzen entwickelte sich das Friedensdorf Oberhausen, das einerseits in Deutschland äußerst erfolgreich Einzelfallhilfe leistet und andererseits auch ebenso erfolgreich versucht, medizinische Versorgung weltweit durch Projektarbeit zu verbessern, heißt es in einer Pressemitteilung.

Der Borkener Lions-Club sagte dem Referenten für ein weiteres Projekt eine Unterstützung von 2500 Euro zu. Bis zu 500 Kinder im Jahr können durch eine ausgewogene Kooperation mit Kliniken in Deutschland (punktuell auch in den Niederlanden und Österreich) und durch die anschließende Rehabilitation im Friedensdorf versorgt werden. Erst danach kehren die Kinder zu ihren Familien in die Heimat zurück – mit einer neuen Chance auf eine bessere Zukunft.

Nur jene Kinder werden in Deutschland behandelt, für die es in deren Heimatland keine Hilfen gibt, die aber hier erfolgversprechend behandelt werden können. Das gelte allerdings nur für Familien der Kinder, die selbst nicht in der Lage sind, im Ausland medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Um das zu schaffen, müsse es einen kostenlosen Klinikplatz geben. Ohne selbstlose Unterstützung von Krankenhäusern und Kliniken im gesamten Bundesgebiet sei eine erfolgreiche Arbeit unmöglich. Allerdings sei im Augenblick immer mehr Zurückhaltung zu beobachten, weil verletzte und schwer erkrankte Kinder häufig Keime transportierten, die die Hilfsbereitschaft ärztlichen Personals zusätzlich belasteten.

Den vielen angestellten und freiwilligen Helfern im Friedensdorf, die an der Reha-Arbeit beteiligt sind, falle es häufig sehr schwer, nach intensiver Betreuung die Kinder wieder in die Heimat zu entlassen. Ein bemerkenswerter Satz im Referat von Mertens lautete: „Es ist ganz wichtig zu erreichen, dass die Kinder ihr Heimweh nicht verlieren“.

Die Arbeit im und durch das Friedensdorf wird ausschließlich durch Spenden finanziert. Eine Vielzahl von Kleinspendern (Geld- und Sachspenden) sorgten dafür, dass verletzte und kranke Kinder ärztlich versorgt werden können. Da sei es besonders segensreich, wenn regelmäßig höhere Geldzuflüsse für Entlastung sorgten, wie etwa die aus dem Topf der Spendengala „Sternstundentag“ des Bayerischen Rundfunks.

Auch die deutschen Lions-Clubs waren und sind dort stark involviert. So wurden im Jahr 2001 zwei Millionen Euro zur Verfügung gestellt, um die alte Bausubstanz des Dorfes zu entsorgen und neue Gebäude zu erstellen, erfuhren die Teilnehmer.