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null Coolnesstraining an der Johann-Walling-Grundschule (23.11.2019)

Coolnesstraining an der Johann-Walling-Grundschule (23.11.2019)

Die Waschstraßen-Übung: Flora spielt das Auto, ihre Klassenkameraden übernehmen das „Waschen“.

BORKEN. „Ich bin ein Lamborghini“, ruft Lutz und kichert. „Ein grüner Lamborghini, und ich bin durch Dreck gefahren.“ Schwupps, lässt sich der Drittklässler auf alle Viere fallen, drückt noch schnell auf einen imaginären Startknopf und krabbelt los. Durch eine Gasse hindurch, die seine Klassenkameraden rechts und links kniend bilden. Sie spielen die Waschstraße. Lutz, der Lamborghini, „fährt“ hindurch und wird von vielen „Bürsten“ gewaschen.
Was wie ein Spiel wirkt und sowohl bei den „Autos“ als auch bei der „Waschanlage“ für herzhaftes Lachen sorgt, hat durchaus einen Sinn. Es ist Teil eines Coolness-Trainings, das an der Johann-Walling-Schule angeboten wird. Das Training für die Zweit- und Drittklässler habe sich bewährt, sagt Schulleiterin Evelin Peplinski. „Die Kinder gehen tatsächlich cooler mit Konfliktsituationen um, vieles wird direkt angewandt.“ Die Schulleitung versuche, das Training regelmäßig in der zweiten oder dritten Klasse anzubieten, erklärt Peplinski weiter. „Wir sind bei der Finanzierung aber immer auf Spenden angewiesen.“
Für das nächste Training mit zehn Doppelstunden sei die Schule noch auf der Suche nach Unterstützung. Der derzeit laufende Kursus wurde mit Mitteln des Lions Clubs und der VR-Westmünsterland-Bildungsinitiative realisiert. Michael Brands und Frank Angrick (beide Lions Club Borken) sowie Thomas Blanke von der VR-Westmünsterland-Bildungsinitiative waren am Freitag in der Schule, um das Projekt persönlich kennenzulernen. Alle drei waren begeistert von den Übungen und der großen Bereitschaft der Kinder, diese mitzumachen.
Geleitet wird das Training von Silke Brun und Kerstin Freitag von der Evangelischen Jugendhilfe. Es gehe darum, spielerisch ein friedfertiges und vertrauensvolles Miteinander zu erlernen und zu üben, erklärt Kerstin Freitag. Schüchterne Kinder sollen ihr Selbstbewusstsein stärken, die „Anführer“ lernen, sich auch mal zurückzunehmen. Gemeinsam Spaß zu haben, sei außerdem wichtig. „Das macht sogar richtig Spaß“, sagt Lutz, der sich schon auf das nächste Training freut.