Perfekte Infrastruktur statt Provisorium (16.09.2019)

Perfekte Infrastruktur statt Provisorium (16.09.2019)

BORKEN. „Wir haben nun eine perfekte Infrastruktur und können Intensivmedizin auf höchstem Niveau bieten“, sagte Chefarzt Dr. Fabian Hottelet am Mittwochnachmittag bei der offiziellen Eröffnung der neuen Intensivstation des St.-Marien-Hospitals. „Wir brauchen uns vor Uni-Kliniken nicht zu verstecken“, ergänzte der leitende Oberarzt Dr. Heiko Fidorra.

Als die Bauarbeiten im April 2017 begannen, lief die intensivmedizinische Versorgung in einem höchst komplexen Provisorium weiter. Das ist jetzt vorbei: Die Station bietet 16 Plätze, die nach neuesten technischen Standards ausgestattet sind (die BZ berichtete).

Chefarzt Hottelet wies auf die Notwendigkeit der aufwendigen Sanierung hin. Die Station stamme aus den 80er Jahren. Es sei eng und laut gewesen. Teils habe man die Betten nur in einem bestimmten Winkel hinein- und hinausschieben können, so Oberarzt Fidorra. Und irgendwann werde man dann auch der eierschalfarbenen Wände überdrüssig, fügte Hottelet schmunzelnd hinzu. Er richtete ein, wie er sagte, „globales Dankeschön an alle, die große und kleine Dinge bewirkt haben – vom Aufsichtsratsmitglied bis zum Fliesenleger“.

Eine Intensivstation sei ein Ort, an dem existenzielle Erfahrungen nah beieinander lägen, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende des Klinikums Westmünsterland, Klaus Ehling. Der Umbau in Borken sei gut dazu geeignet, der Gerätemedizin den Schrecken zu nehmen. „Im Mittelpunkt steht immer der Mensch“ – dieser Anspruch werde hier gelebt.

„Es kommt endlich Tageslicht in die Station“, sagte Dieter Büning, Pflege-Leiter der Intensivstation, erfreut. Früher lag die Station weitgehend im Inneren des Gebäudes. Statt die Medikamente in drei Zwischenlagern aufzubewahren, gebe es auf der Intensivstation nun einen zentrale Raum, so Büning weiter. Auch um atmosphärische Details hat sich die Planungsgruppe um Hottelet viele Gedanken gemacht. Neben Panoramabildern mit Natur- und Landschaftsmotiven, die positive Gefühle wecken sollen, wurde ein Beleuchtungskonzept verwirklicht. Hottelet dankte in diesem Zusammenhang dem Lions-Club Borken für die Unterstützung.

Propst Christoph Rensing nahm nach der Feierstunde zusammen mit Mitarbeitern die Einsegnung des Gebäudeteils vor. Gleichbedeutend für intensiv sei „gottvoll“, so Rensing. Dies gelte es für alle Beteiligten auf der Intensivstation zu erfahren: in medizinischer Hinsicht, menschlich und glaubend-hoffend.