Was Borkener in Nepal möglich machen (13.09.2019)

Was Borkener in Nepal möglich machen (13.09.2019)

BORKEN/KATHMANDU. Viereinhalb Jahre sind seit dem verheerenden Erdbeben in Nepal vergangen. Die Spuren der Verwüstung sind in dem Himalaya-Staat immer noch sichtbar. Aber auch der Wiederaufbau hat große Fortschritte gemacht – dank vieler Spenden aus Borken und Umgebung.
Insgesamt kamen 189.945,77 Euro zusammen – diese Summe nennt Remigius Einhaus bewusst auf den Cent genau: „Ich will damit deutlich machen, dass das Geld ‚eins zu eins‘ in die Hilfsprojekte geflossen ist“, sagt der Borkener. Auf seine Initiative und mit Unterstützung von Dr. Felix Bresser, Dr. Christoph Rüssel und Dr. Raoul Wild kam Ende April 2015 eine Spendenaktion in Gang, die zu den größten zählt, die jemals in Borken stattfanden. Der Rotary Club, der Lions Club und die Soroptimisten riefen damals gemeinsam zum Spenden auf. „Von fünf Euro bis zu fünfstelligen Beträgen war alles dabei“, beschreibt Einhaus die Bandbreite. „Danke an alle, die diese Riesensumme möglich gemacht haben“, fügt er hinzu.
Von Anfang an war garantiert, dass das Geld am Ziel ankommt: Einhaus‘ Frau stammt aus Nepal, die Familie ist dort bestens vernetzt. Er lebe inzwischen mehr als die Hälfte des Jahres in Nepal, sagt Einhaus. Das waren gute Bedingungen, um den Erdbebenopfern wirksam zu helfen. „Die Hauptstadt Kathmandu ist eigentlich ein globales Dorf. Die internationalen Hilfsorganisationen haben hier ihren Sitz, und wenn man dann noch einen Draht zu den Botschaften hat, weiß man, welche Hebel wo anzusetzen sind“, sagt Einhaus.
Die Spendensumme, die inzwischen komplett ausgegeben wurde, floss in insgesamt zehn Projekte. So finanzierte man beispielsweise ein provisorisches Lager („Camp Hope“) für 350 Menschen, die aus entlegenen Regionen nach Kathmandu evakuiert worden waren und erst nach drei Jahren in ihre Heimat zurückkehren konnten. Für deren Kinder wurde anschließend der Hostel-Aufenthalt bezahlt, damit sie weiter zur Schule gehen konnten.
Die Spenden ermöglichten zudem rund 80 Operationen und mehr als 1200 medizinische Behandlungen in mobilen Krankenhäusern. Viele Menschen hätten durch das Beben offene Knochenbrüche erlitten und hätten monatelang nicht adäquat versorgt werden können.
Das meiste Geld, über dessen Verteilung in Borken stets ein Spendenausschuss entschied, wurde für den Neubau einer Schule für rund 700 Kinder in der Ortschaft Sindhupalchok nah an der Grenze zu Tibet verwendet. „Wir haben geologische Untersuchungen abgewartet, um sicherzugehen, dass der Boden stabil ist“, berichtet Einhaus, der sich im August mit seinen Rotary- Freunden Christoph Rüssel und Felix Bresser von der Fertigstellung überzeugte. Immer wieder überwältigend seien die Dankbarkeit und Zuversicht der Menschen. Diesen Dank – nepalesisch: Dhanyavada – gebe er gern an alle Helfer und Beteiligten weiter, so Einhaus.