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null Jumelage Hod Hasharon-Essen in Gründung

Jumelage Hod Hasharon-Essen in Gründung Im Anfang war das Wort

    Autor: Arnd Brechmann      Do., 29. Okt.. 2020

Menahem Misgav, Past Präsident und Cheforganisator der Gastgeber LC Lev Ari Hod Hasharon; Fritz Wolf, Jumelage Beauftragter LC Assindia Essen; Arnd Brechmann, Past Präsident LC Assindia Essen; Dr. Lars-Uwe Kettner, der deutsche Konsul aus Tel Aviv und Amir Kochavi, Bürgermeister aus Hod Hosharon (v. l.). Foto: privat

Das Johannes-Evangelium des Neuen Testaments beginnt mit diesem Satz. Es zitiert damit den Text aus dem Alten Testament im Buch Genesis. Goethes Faust reflektiert diesen Gedanken in ebenso unsterblicher Weise.

Im Anfang war das Wort, ist die Überleitung zu einem Artikel im LION, der anregte, dass deutsche Lions Clubs mit Blick auf Internationalisierung auch Brücken in andere Kontinente bauen mögen.

Der LC Assindia Essen nahm 2019 den Gedanken auf und diskutierte zunächst darüber, ob neben der etablierten Jumelage mit Lyon Doyen und Mailand Milano Host sowie der Patenschaft für Erfurt eine weitere etabliert werden solle. Ziele könnten die Städtepartnerschaften Essens sein, so dass Tel Aviv in den Blick kam. Also Israel! Eine herausfordernde Idee angesichts der unheilvollen deutschen Geschichte mit Blick auf die Shoa einerseits, eine vitalisierende Idee mit Blick auf interkontinentale Freundschaft auf der Sprachebene Englisch andererseits.

Jumelage-Beauftragter Fritz Wolf knüpfte erste Kontakte mit dem Ergebnis, dass die pulsierende Metropole Tel Aviv derzeit keinen aktiven Lions Club hat. In der nächsten Schicht wurde das Umfeld betrachtet und ein Kontakt zum LC Lev Ari in Hod Hasharon aufgebaut. Maßgebliche Impulse setzte hier Dr. Shoshana Nissim, Past Lions District Governor. Im November 2019 reiste eine kleine Delegation nach Israel und wurde dort mit offenen Armen und ebensolchen Herzen empfangen.

Der LC Lev Ari ist ein ausgesprochen engagierter. Bürgerschaftlicher Einsatz im Umwelt- und Naturschutz, in der persönlichen Betreuung überlebender Senioren der Shoa, kulturelle Impulse oder auch die Betreuung elternloser junger Erwachsener, die ihren Wehrdienst ableisten, wird in Hod Hasharon großgeschrieben.

Die fünf EssenerInnen erlebten die neuen Freunde als unermüdliche Gastgeber. Neben Sightseeing in Tel Aviv, Jaffa oder auch Caesarea kamen freundschaftliche Mahlgemeinschaften nicht zu kurz. Ein besonderes Erlebnis war für die fünf Delegierten dabei die Einladung zum Shabat-Essen. Der wöchentliche Ruhetag Shabbat macht den „ewigen Bund“ zwischen Gott und Israel sichtbar und dient somit nicht nur „zur Ehre des Herrn“, sondern auch zur Unterscheidung des erwählten Gottesvolks von anderen Völkern. Der reichlich gedeckte Tisch, die rituellen Handlungen (der indes säkularen jüdischen Gastgeber) und das gemeinsame Essen am Vorabend der „deutschen Datums“ war ein erster Höhepunkt auf dieser Reise. Gute Gespräche und freundschaftlicher Austausch an einem besonderen Abend bleiben den Essenern ganz sicher unvergessen.

Am Sonntag kam es zu einer festlichen Zeremonie, die die beabsichtigte Jumelage unterlegen sollte. Ein festliches Konzert führte musikalisch ein. Zwei Damen sprachen anschließend auf Hebräisch und Deutsch das offizielle „Lions Gebet“. Die Gastgeber hatten die Veranstaltung minuziös geplant und vorbereitet. Past Präsident Menahem Misgav führte eindrücklich Regie und moderierte professionell das Gesamtprogramm. Der Bürgermeister aus Hod Hosharon, Amir Kochavi, der District Governor Meir Barnea, und der deutsche Konsul aus Tel Aviv, Dr. Lars-Uwe Kettner, sprachen Grußworte und wünschte der sich anbahnenden Clubfreundschaft eine gedeihliche Entwicklung. Für die Essener Delegation sprachen Jumelage-Beauftragter Fritz Wolf und Past Präsident Arnd Brechmann. Wolf rollte die Entwicklung vom Erstkontakt über den Distrikt hin zu persönlicher Vernetzung in den Club Lev Ari humorvoll auf.

Brechmann betonte die Besonderheit des „deutschen Datums“, dem Schicksalstag 9. November, in seinen besonderen Zusammenhängen und wies auch auf das gerade zurückliegende Attentat von Halle, Sachsen-Anhalt, hin, das wenige Wochen zuvor heimtückisch am höchsten jüdischen Feiertag, Jom Kippur, auf die Synagoge verübt worden war. Freundschaft auf dieser Basis zu begründen sei keine Selbstverständlichkeit. Ein Film über die Europäische Kulturhauptstadt Essen 2010, die zugleich auch European Green Capital 2017 war, leitete über zu einer herzlichen Einladung zu einem Gegenbesuch in der Ruhrmetropole. Ein „Hevenu shalom alejchem“ („wir bringen euch allen Frieden“) beschloss die Zeremonie.

In einem festlichen Akt wurde anschließend unter den Augen offizieller Zeugen die gemeinsame Absichtserklärung unterzeichnet, die beide Clubs in eine neue Jumelage führen soll. Der aktuelle Präsident Nati Yemini, District Governor Meir Barnea, Fritz Wolf und Arnd Brechmann setzten ihre Unterschriften feierlich unter den Letter of Understanding.

Voller Eindrücke und Freude machte sich die Essener Delegation gen Heimat auf. Das „Shalom lehitraot“, Friede sei mit euch und auf Wiedersehen, setzte den Schlusspunkt einer bemerkenswerten Lebens- und Lions Erfahrung.

Im Juli 2020 ist der Gegenbesuch der neuen israelischen Freunde im Herzen des Ruhrgebiets geplant. Das Vorbereitungsprogramm entsteht derzeit. Der LC Lev Ari aus Hod Hasharon hat mit seiner liebevollen und professionellen Programmgestaltung Maßstäbe gesetzt. Die Essener Lionsfreunde werden aber ganz sicher ihr Bestes geben. „We serve“ ist der gemeinsame Anspruch. Eine erste gemeinsame Activity ist in Planung. Ein ökologisches Nachhaltigkeitsprojekt im Hod Hasharon Ecological Park steht auf der Agenda. Klimawandel geht uns schließlich alle an. Das israelisch-deutsche Klima verbessert sich durch die geplante Clubfreundschaft bereits spürbar, die social media-Kontakte über Facebook und WhatsApp sind sehr vital.

Im Anfang war das Wort. Faust übersetzte Logos (=Wort) differenziert und stufenweise mit Sinn, Kraft und schließlich mit Tat. Ein schöner Geist für eine sich vertiefende lionistische Freundschaft.

Namentlich gekennzeichnete Artikel geben die Meinung des Autors wieder, die nicht zwingend mit der Meinung der Redaktion übereinstimmen muss.

Online gestellt von: Valentina Bernhard
Letzte Änderung: Mo., 2. Nov.. 2020 08:26

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