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    Das vertraute Klima einer Dorfschule

    Lions-Mitglied Ulrich Sindern (li.) ging hier einst selbst zur Schule
    Nepal und Mongolei wurden den Klassen neben Israel zugelost.

    Die Regenbogenklasse, die Jahrgangsübergreifend unterrichtete Stufe 1 und 2, hat allen Grund zum Feiern: sie steht direkt im Finalturnier der Grundschul-WM auf der Großen Wiese in Hüsten. Keine Konkurrenz im eigenen Haus. „Das ist der Vorteil einer Dorfschule“, so Moderator Martin Haselhorst. Einer von vielen.

    Andrea Deyda ist kommissarische Schulleitung der Wannetal- und Bodelschwinghgrundschule. „An unserer Schule herrscht ein tolles Sozialgefüge, innerhalb der Klassen als auch innerhalb der ganzen Schule“, nennt sie die Vorzüge der kleinen Dorfschule.

    Jeder der 68 Schüler kennt sich. Gemeinsame Klassenfahrten mit allen Schülern unterstützen die Stärkung der Gemeinschaft. Das bei der Grundschul-WM ausgegebene Ziel des Miteinanders innerhalb der gesamten Grundschule und der Klassen kann an der Wannetalschule auf Grund ihrer „Größe“ besonders gut umgesetzt werden.

    GRUNDSCHUL-WM 2014

    Kinder entdecken die Welt bei Grundschul-Weltmeisterschaft
    2700 Kinder von Grundschulen in Arnsberg und Sundern beteiligen sich an dem von der Westfalenpost initiierten sport-pädagogischen Projekt „Grundschul-Weltmeisterschaft 2014 - Kinder entdecken die Welt“. Hier gibt's alle Artikel und Fotostrecken zum Projekt.
    „Im April fahren wir wieder mit allen drei Klassen für drei Tage auf Schulfahrt nach Eversberg“, erzählt Andrea Deyda. Hier wird auch die schulinterne WM-Qualifikation gespielt. Auf den Klassenfahrten mit allen Jahrgängen werden die Vorteile einer „Zwergschule“ deutlich. „Da sich alle Schüler untereinander kennen, ist es für die Älteren ganz selbstverständlich, den Jüngeren beim Bettenbeziehen, Koffertragen und Tischdienst zu helfen“, so die Schulleiterin, „der Zusammenhalt wird sichtlich gestärkt und die Klassenfahrt macht nebenbei allen Spaß.“

    Das Schulklima macht den Unterschied. An der Wannetalschule funktioniert, was in deutlich größeren Einheiten so nicht vorstellbar oder umsetzbar sei. „Hier ist die Welt noch in Ordnung“, sagt Andrea Deyda. Die Kinder gehen, solange sie nicht an der Hausaufgabenbetreuung teilnehmen, um ein Uhr nach Hause, werden von ihren Eltern oder Großeltern empfangen und haben noch genug Zeit, sich nachmittags in Vereinen zu engagieren. In Vereinen, mit denen auch die Schule erfolgreiche Kooperationen führt. Musikverein, TuS Niedereimer, der benachbarte Kindergarten - im Dorf ziehen alle an einem Strang.

    Kämpfen um die Dorfschule
    Wie lange noch? Der Standort steht in der Diskussion. Im Sommer kommen 14 neue Schüler in die jahrgangsübergreifende Eingangsstufe und 25 Viertklässler gehen. Kritische Größe nennt man das.

    Und doch wollen alle um ihre Dorfschule kämpfen. „Würde die Schule geschlossen werden, würden nicht nur die Schüler und Eltern, sondern auch wir Lehrer weinen“, sagt Andrea Deyda. Mit einer Schulverbund-Lösung - zum Beispiel mit der Bodelschwinghschule vom Schreppenberg - hingegen könnten alle prima leben.