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    Veranstaltergemeinschaft lädt zum Benefizkino zugunsten der heimischen Hospiz-Arbeit ein Dem Leben Hoffnung geben

    Ideengeberin war Karola Clarke vom Seniorenbeirat der Stadt Arnsberg. „Man kann schon sagen, das ist mein Kind,“ so Clarke beim kurzen Blick zurück. Schnell fanden sich damals Lions-Club, Seniorenbeirat und Residenz-Kino zusammen, um diese Sache gemeinsam auf den Weg zu bringen. Eine Sache, die inzwischen feste Größe ist. „Denn wir werden immer wieder gefragt,“ sagt Friedhelm Wolf, Vorsitzender des Caritas-Rates als Träger der Einrichtung, „wann der nächste Film gezeigt wird.“ Und das ist einmal im Jahr.

    Nun also wieder am 20. Juni. Und wie üblich im großen Saal des Residenz-Kinos an der Rumbecker Straße in Arnsberg. Dabei hat sich ein eingespieltes Team mit Vertretern aus Seniorenbeirat, Lions-Club und Kino herauskristallisiert, das die Vorbereitungen in die Hand nimmt. „Aber ohne Sponsoren geht das alles natürlich nicht,“ so Wolf. Schließlich gibt es zu Beginn des Abends einen Empfang mit Imbiss, auch der Film muss beim Verleih bezahlt werden. Aber das alles funktioniert, weil viele Herz für die gute Sache zeigen.

    Jedes Jahr große Finanzlücke

    „Mit diesem Angebot werden im Grund sogar drei Ziele erreicht,“ listet der frühere Sunderner Bürgermeister auf. „Die Besucherinnen und Besucher erleben einen schönen Abend, wir bekommen Geld für die Hospiz-Arbeit, die nicht in Gänze durch die Beiträge aus den Pflege- und Krankenkassen finanziert werden kann, und das Hospiz wird damit öffentlich und bekannt.“

    Was eminent wichtig sei, denn pro Jahr erfordere die Hospiz-Arbeit rund eine Millionen Euro. Zwar habe der finanzielle Aufwand nach einer Gesetzesänderung vor zwei Jahren leicht abgenommen, „doch der nicht gedeckte Teil liegt pro Jahr immer bei bis zu 250 000 Euro.“

    Um diese stattliche Summe Jahr für Jahr aufzubringen, sei man dringend auf Spenden angewiesen. „Ohne diese wäre die Arbeit in der von uns angebotenen Qualität überhaupt nicht zu leisten,“ so Friedhelm Wolf. Qualität, die durch ein hoch qualifiziertes, hoch motiviertes und gut ausgebildetes Personal gewährleistet werde. Was entsprechend hohe Personalkosten bedeute und immer wieder kostspielige Fortbildungen erfordere.

    Qualitätsstandard erhalten

    „Aber an diesem hohen Standard wollen wir festhalten,“ machte Lions-Mitglied Wolf am Mittwoch bei der Filmpräsentation im Residenz deutlich. „Denn ein Hospiz darf man nicht unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten betrachten.“ Weil allein der Mensch im Vordergrund zu stehen habe.

    Was offensichtlich viele BürgerInnen erkannt haben. So hat sich das Benefizkino bestens etabliert und, nennt Wolf Zahlen, bereits 22 800 Euro erwirtschaftet. „Das ist schon was.“ Geld, das ohne jegliche Abzüge direkt in die Hospiz-Arbeit fließt.

    Auch Kino-Betreiber Hubert Nieuwdorp steht hinter diesem ehrenamtlichen Engagement. Zwar sei er bei der Erstauflage skeptisch gewesen, doch aus dem Versuch sei ein Erfolgsmodell geworden. „Es ist für uns selbstverständlich, dass wir dies als Kino unterstützen und alle entstehenden Kosten selbst tragen.“

    So können am 20. Juni wieder viele Menschen einen schönen Abend genießen und helfen, dass sich das Motto des Hospiz’ Raphael erfüllt: „Dem Leben Hoffnung geben.“

    Achim Gieseke