• Anmelden

    „Menschen Zeit schenken“ - Lions Club Arnsberg Sundern vergibt Sozialpreis

    Das Denken des griechischen Philosophen hat sich über die Jahrtausende hinweg vielleicht bei vielen Menschen erhalten. Die Jugendlichen, die am vergangenen Mittwoch im Rittersaal des Alten Rathauses ausgezeichnet wurden, sind jedoch aus einem ganz anderen Holz geschnitzt. Sieben Projekte waren beim Lions-Club Arnsberg-Sundern, der diesen Jugendsozialpreis ausgelobt hatte, eingegangen. Sieben Projekte, in denen Schüler ihr soziales Engagement zeigten. Zwölf Jurymitglieder waren damit befasst, diese Arbeit der jungen Leute zu bewerten.

    Zunächst holte Egon Kämmerer die drei Gruppen zur Preisverleihung, die einen Anerkennungspreis gewonnen hatten: Die Sekundarschule Arnsberg hatte es sich mit einer Ein-Euro-Aktion zur Aufgabe gemacht, diesen Euro im Freundeskreis zu vervielfältigen und das Geld an soziale Einrichtungen zu spenden. Die Sozial AG der Realschule Hüsten besuchte soziale Einrichtungen und der SSV Stockum hatte sich mit seinen Basketballern mit Integration durch Sport befasst. Mit je 250 Euro wurden die Projekte belohnt.

    Den dritten Preis bekam die Sportjugend im Kreissportbund HSK. Die Schule Mariannhill und das St. Ursula Gymnasium haben sich zu diesem Projekt zusammen getan und wollen den Sport behinderter und nichtbehinderter Menschen verbinden. Zu dem Projekt gab es bis jetzt ein Treffen in der Schule Mariannhill. Das zweite Treffen wird im St. Ursula Gymnasium stattfinden. Ziel ist eine viertägige Freizeit in der Sportschule in Hachen. Die Gruppe bekam ein Preisgeld von 750 Euro von ihrem Laudator Andreas Cloer, Schatzmeister des Fördervereins, überreicht.

    Zwei zweite Preise vergeben

    Der zweite Preis wurde zwei Mal vergeben. Zunächst konnte der zweite Vizepräsident des Lions-Clubs, Michael Sittig, den Preis in Höhe von 1000 Euro an die „AG Geschichte“ der Theodor Heuss-Schule vergeben. Die AG hatte sich mit der Geschichte des zweiten Weltkrieges befasst und eine Zeitzeugin gefunden. Die 91-jährige Maria Pieper schilderte ihr Erleben des Krieges. Die Schüler stellten ihr Projekt in sehr überzeugender Weise in einem Film vor. Dieses Geschichtsprojekt soll auch nach der Auszeichnung weiter geführt werden. Ein weiterer zweiter Preis ging an die Hauptschule Sundern. „Erwachsen werden“, ein Projekt, das weltweit unter dem Namen „Lions Quest“ vom Lions-Club gefördert wird. Die Sunderner Schüler befassten sich mit der eigenen Biografie und reflektierten die eigene Lebenssituation. Sie fanden heraus, dass die Vielfalt ein Geschenk ist, das ihre Schule ausmacht. Die Überlegungen und die Arbeit zu und an dem Projekt mündeten schließlich in einem Rap, der das Erwachsenwerden in ihrem Umfeld deutlich macht. Die Jugendlichen führten den Rap im Rittersaal vor, unter anderem heißt es darin: „Hier ist das Land er Dichter und Denker, doch oft sind Vorurteile unsere Henker“. Aus der Hand von Friedhelm Wolf bekamen auch sie 1000 Euro.

    Schließlich galt es noch den ersten Preis zu vergeben. Die Jugendcaritas Heilig Kreuz bekam von Vize-Präsident Burkhard Majewski den mit 1500 Euro dotierten Preis überreicht. Die Gruppe der Jugendcaritas entstand aus einer Firmvorbereitung und hat inzwischen 50 Mitglieder, die aus dem ganzen Stadtgebiet kommen.

    Die Jugendlichen unterstützen soziale Einrichtungen, unter anderem das Hospiz, Seniorenheim oder die Tafel, Elisabetheim in Oeventrop und Wohnheim Mariannhill. Sie wollen Zeit verschenken, Erfahrungen sammeln und sie haben Spaß am Helfen. Laut eigener Aussage ist es „ein richtiges Glücksgefühl, anderen zu helfen“. Und – „wir sind gerne dabei“. (Von Gaby Decker, neheim@sauerlandkurier.de)

    Sieben Projekte wurden vom Lions Club Arnsberg Sundern mit dem Jugendsozialpreis ausgezeichnet. Foto: Gaby Decker