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    - Geschichts-AG der Theodor-Heuss-Schule bewirbt sich um den Jugendsozialpreis - Zeitzeugen-Projekt wirkt nachhaltig

    Theodor-Heuss-Schule: Zeitzeugen-Projekt zur Möhnekatastrophe. Foto: Ted Jones

    Schulleiter Werner Bühner wurde sofort hellhörig, als er vom Jugendsozialpreis erfuhr. „Über die Vermittlung von Sprach- und allgemeinen Schulkenntnissen hinaus ist uns die Integrationsarbeit besonders wichtig“, sagt er im Bewerbungsschreiben. Dabei gehe es auch darum einen Auftrag im Miteinander der Generationen zu erfüllen. Das sei auch der Anspruch der Geschichts-AG, die im Rahmen des Nachmittagsunterrichts an der Arnsberger Hauptschule zusammenkommt. Die Schüler erarbeiten die Geschichte des 2. Weltkrieges an Ereignissen in der Region. „Grundlagen bilden Gespräche mit Zeitzeugen, die zur Kriegszeit Jugendliche im Alter der heutigen Schüler waren“, so Werner Bühner, „die persönlichen Eindrücke und Erlebnisse der Zeitzeugen sollen die Leistungsmotivation der Jugendlichen und das Miteinander von Schülern unterschiedlicher Herkunft stärken“. 

    Möhne-Katastrophe erarbeitet
    Interessant auch deswegen, weil sich Schüler verschiedener Nationalitäten mit der deutschen Geschichte vor Ort befassen. Erarbeitet wurden im Frühjahr 2013 Fakten und Hintergründe der Möhne-Bombardierung vor 70 Jahren. Dann ging es an die Gespräche mit Zeitzeugen. „Die Menschen im Alter von 83 bis 88 freuten sich über den Kontakt zu den Jugendlichen“, so Bühner. Und umgekehrt hinterließen die Erzählungen auch Spuren bei den jungen Menschen. „Die sehr persönlichen Schilderungen werden die Schüler nicht vergessen“, ist sich Schulleiter Werner Bühner sicher.

    Das Projekt hat innerhalb der Gruppe der Geschichts-AG einiges bewegt. „Das von uns angestrebte Miteinander der Schüler übertrifft unsere Erwartungen“, sagt Bühner. Die Hauptschüler hatten sogar eine Ansprache zum Volkstrauertag gehalten. Die Botschaft, alles für den Frieden zu tun, formulierten die Schüler dabei in ihrer Muttersprache.

    Entstanden ist zudem eine Video-Dokumentation, die allerdings nur einem begrenzten Publikum gezeigt werden soll. Auf die Schüler haben die Berichte gewirkt. „Sie haben unsere Schüler unterschiedlicher Herkunft, ihre Eltern und unsere Senioren zu einer friedensbewussten Gemeinschaft werden lassen“, sagt Werner Bühner.

    Mit der Geschichts-AG, die sich nun um den Jugendsozialpreis des Lions Clubs Arnsberg/Sundern beworben hat, soll es weitergehen. Es sollen jüngere Schüler in die AG aufgenommen werden. Angeschafft werden soll weiteres Dokumentationsmaterial. Zudem sollen auch Gedenkstätten besichtigt werden.

    Martin Haselhorst