2017/19: Hilfe für Kinder in Not

2017/19: Hilfe für Kinder in Not

Die Oberärztin leitet diese „Anlaufstelle für ärztliche Beurteilung und medizinische Abklärung bei Kindeswohlgefährdung“, wie die Kinderschutzambulanz selbst ihre Aufgabenstellung beschreibt. Welch bedrückende, erschreckende und fassungslos machende KinderSchicksaleundzumTeildramatische Leidensgeschichten hinter dieser eher nüchternen Aufgabenbeschreibung steckt, zeigte die engagierte Kinderärztin in einem beeindruckenden Vortrag auf. Gleichsam machte sie deutlich, dass die in dieser Form fast einzigartige Ambulanz innerhalb des Krankenhauses querfinanziert werden müsse und überdies auch auf Spenden angewiesen sei.

Der Grund: Eine solche Kinderschutzambulanz zähle nicht zu den Leistungen, die regulär über Krankenkassen abgerechnet werden können, so die Ärztin. Körperliche Gewalt, sexueller Missbrauch, psychische Misshandlung oder schlicht Verwahrlosung – Dr. Tanja Brüning zeigt die wesentlichen Indikationen auf, bei denen sie eingeschaltet werden. „Wir werden sofort kontaktiert, wenn neue Kinder und Jugendliche zu uns in die Klinik kommen beziehungsweise aufgenommen werden, und den Kollegen etwas komisch vorkommt. Wir haben die Spezialkenntnisse und die Methoden herauszufinden, ob der Verdacht begründet ist“, erläuterte Dr. Brüning die Abläufe.

Das Erschreckende: Bei zehn Prozent aller Kinder, die das Krankenhaus erreichen, liegt mindestens eine der Indikationen auf Gewalt, Missbrauch oder Verwahrlosung vor. „Man muss es nur erkennen“, wie die Spezialistin darlegte. Deshalb ist ein wesentlicher Teil der Arbeit dieser Einrichtung, trotz finanzieller und personaler Engpässe, auch die Weitergabe des WissensunddieSensibilisierung von Kollegen – auch weit über die eigene Klinik hinaus. Zudem führt die Kinderschutzambulanz in bestimmtem Maße auch  Studien durch. Neben der reinen Spende sicherten die Lions-Mitglieder der Ärztin, ihrem Team und der Klinik zu, sich auch darüber hinaus für die Arbeit der Kinderschutzambulanz einzusetzen.