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Damit keiner auf der Strecke bleibt Hausaufgabenhilfe

Eines der größten Projekte, das der Lions-Club seit 16 Jahren unterstützt, ist die Hausaufgabenhilfe der Stadt Cham. Geduldig kontrolliert dort Sabine Jüngst Montag bis Freitag die Aufgaben ihrer Schützlinge, übt mit ihnen Lesen und Schreiben und hilft weiter, wenn nach dem Mathematikunterricht viele Fragen offen geblieben sind. "Aber ich gebe keine Nachhilfe", betont Frau Jüngst. Sie übernehme lediglich das, was zum Beispiel Alleinerziehende und berufstätige Eltern am Nachmittag nicht leisten können - ihre Kinder bei den Hausaufgaben zu beaufsichtigen. 18 Grund- und Hauptschüler, von der ersten bis zur siebten Klasse, betreut Frau Jüngst zurzeit. "Frau Jüngst und die Kinder sind hier wie eine Großfamilie", sagt Dr. Ingrid Habash. Die Kinderärztin hatte vor 16 Jahren die Idee für die Hausaufgabenhilfe. "Es ist schade, wenn normal begabte Schüler verkommen, nur weil die Mutter arbeiten geht und die Kinder sich nach der Schule vor den Fernseher setzen, statt zu lernen", erklärt Habash. Die meisten Kinder, die zu Sabine Jüngst kommen, haben einen Migrationshintergrund. Gerade sie machen Fortschritte, wenn sie bei ihren Schularbeiten individuell gefördert werden. Die Hausaufgabenhilfe ist für die Schüler kostenlos. Auf diese Weise wollen die Stadt und der Lions-Club dazu beitragen, dass auch die Kinder, die bei den Schularbeiten keine Unterstützung bekommen, nicht auf der Strecke bleiben. 20 000 € Lässt sich die Stadt Cham jedes Jahr die Hausaufgabenhilfe kosten, berichtet Stadtrat Anton Schmaderer, der 1995 das Konzept dafür mitentwickelt hat. 2 500 € geben die Lions jährlich dazu. Insgesamt hat der Club schon mehr als 40 000 € in das Projekt gesteckt. "Der Bedarf ist nach wie vor da", sind sich die Initiatoren einig, auch wenn Ganztagsschule und Wahlunterricht immer mehr Raum im Leben der Schüler einnehmen.