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  • Hörscreening Rechbergklinik Bretten

    Lions spendet Messgerät

    Bretten/Bruchsal. Von den rund 750 000 Babys, die jährlich in Deutschland geboren werden, kommen etwa 2.000 mit schweren Hörschäden auf die Welt. Das Schlimme daran ist, dass diese Schäden meist erst im Alter von zwei bis drei Jahren erkannt werden - wenn es für eine optimale Entwicklung eines Kindes bereits viel zu spät ist. Aus diesem Grund entwickelten Forscher ein Messgerät, mit dem akustische Reize im Ohr getestet werden können - und dies vor allem bei Neugeborenen. Über ein solches Gerät verfügt seit Dienstag die Rechbergklinik Bretten und komplettiert damit die Reihe der Kliniken im Land Baden-Württemberg, die diese Tests mittlerweile anbieten. Gespendet wurde das rund 3.000,- Euro teure Messgerät vom Lions Club Bretten-Stromberg und der Metallwarenfabrik Mühlacker, deren Inhaber Michael Marx davon „aus der Presse" erfahren habe.
    Initiiert wurde die Aktion vom Verein für Hörgeschädigte in Tamm, deren Vorsitzender Wolfgang Peter Peters als Lions-Mitglied landesweit Clubs dieser gemeinnützigen Serviceorganisation ansprach. Im März 2000 erhielt das Klinikum Ludwigsburg als eines der ersten Krankenhäuser in Baden-Württemberg ein solches Gerät. Bis Ende 2004 sollten alle Kliniken im Land versorgt sein, lautete das Ziel, für dessen Erreichen sich Peters bei allen beteiligten Lions Clubs bedankte. Worte des Dankes fand auch Klinikdirektor Jürgen Boos, der für die Krankenhäuser in Bretten und Bruchsal verantwortlich ist: „Spenden dieser Art sind in wirtschaftlich schwierigen Zeiten besonders wichtig, um den Versorgungsstandard deutlich zu erhöhen." Jürgen Bischoff, Präsident des Lions Clubs Bretten-Stromberg, hat nach eigenem Bekunden „hautnah kennen gelernt, welche Folgen es hat, wenn bei Säuglingen Schädigungen des Gehörs nicht rechtzeitig erkannt werden": Ein guter Freund habe einen heute 16-jährigen Sohn, der von Geburt an hörgeschädigt ssei, was damals aber aufgrund fehlender Diagnosemöglichkeiten erst relativ spät erkannt worden sei. Durch die Hörschädigung habe es auch keine natürliche Entwicklung der Sprachfähigkeit gegeben. Er hoffe, so Bischoff weiter, dass mit diesem Gerät in der Rechbergklinik „solchen Schicksalen in Zukunft vorgebeugt werden kann".
    (BNN 23.12.2004)