"Plastik und Wasser" - Aktionstag am Gymnasium Marienschule in Euskirchen

Projekt der Zone RS I,4 "Plastik und Wasser" - Aktionstag am Gymnasium Marienschule in Euskirchen

Foto: Dreiseidler

Wie kommt das Plastik ins Wasser und was können wir zur Vermeidung tun?

Mit dieser Frage beschäftigten sich am Freitag, 7.9.2018 die Schülerinnen und Schüler des Jahrgangs Q2 am Gymnasium Marienschule

Ziel des Aktionstages war es, Schülerinnen und Schüler für das Problem, Mikroplastik im Wasser zu sensibilisieren und über mögliche Lösungsansätze zu informieren. Dabei stellt gerade die Lösung des Problems eine Zukunftsaufgabe für die Schülerinnen und Schüler dar. Viele Berufsfelder werden sich in Zukunft mit Lösungen beschäftigen müssen.

Bei der Umsetzung galt das Prinzip „Nicht banalisieren – aber auch nicht dramatisieren!“ Deshalb war es nötig, die Zusammenhänge didaktisch zu reduzieren ohne zu lügen.

Der Tag gliederte sich in drei Blöcke. Im ersten und dritten Block wurden die Schülerinnen und Schüler durch den Vorstand des Erftverbandes Norbert Engelhardt und Dr. Bernd Bucher über die Grundlagen und technische Lösungsansätze informiert. Dabei ging es sowohl um Zahlen als auch um Verfahren, die heute schon benutzt werden, um Mikropartikel Plastik z.B. in den Kläranlagen herauszufiltern. Ein Drittel der Mikropartikel entstehen z.B. durch den Abrieb von Autoreifen. Hier waren natürlich die jugendlichen Fahranfänger besonders gefragt. Vielen waren die Auffangbecken an Autobahnen und Bundesstraßen schon aufgefallen.

Die aktive Teilnahme der Schülerinnen und Schüler war dann im mittleren Block der Veranstaltung gefragt mit dem Angebot von 8 Workshops

Die Laborgruppen untersuchten Alltagsprodukte wie z.B. Dusch-Gel oder Zahnpasta nach beinhalteten Mikroplastikpartikeln. Und sie wurden fündig.

Die Exkursionsgruppen begaben sich in den benachbarten Veybach und nahmen Wasserproben. Das Entsetzen über den Müll, der sich dort im Bach befindet, war bei den Schülerinnen und Schülern sehr groß. Auch gefüllte Hundekotbeutel waren dort  zu finden.

Die Gruppen in der Physik gingen der Frage nach, wie man denn überhaupt Mikroplastik messen kann.

Die Upcycling-Gruppe stellte aus Abfallprodukten wie Fahrradschläuchen oder leeren Duschbadflaschen neuwertige Produkte her.

Die Reportergruppe hat den ganzen Tag begleitet, die Arbeit dokumentiert und viele Interviews mit den Beteiligten geführt.

Insgesamt war der Tag sehr erfolgreich und hoffentlich so aufschlussreich, dass in Zukunft so manch eine Schülerin oder ein Schüler das Kleingedruckte auf der Zahnpaste liest. Zum Glück haben die jungen Leute ja noch gute Augen! Dann greifen sie vielleicht doch zu einem Produkt, das keine Mikroplastikteile enthält. Und der größte Wunsch der Veranstalter geht möglicherweise auch in Erfüllung: vielleicht fühlt sich der eine und die andere so angesprochen, dass sie ein Fachstudium wählen, mit dem die Probleme aus „Plastik und Wasser“ in der Zukunft gelöst werden können. Noch stehen wir bei dem verantwortungsvollen Umgang mit Plastik am Anfang, aber vielleicht war dies auch ein Impuls, das Plastikmüllproblem ins Bewusstsein der Schülerinnen und Schüler zu rücken.

Alexandra Dreiseidler