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Lions-Club Frankenberg verlieh Föhrenbach-Auszeichnung an Treffpunkt

Ehrenamtliche Arbeit wird gewürdigt in 2018 Lions-Club Frankenberg verlieh Föhrenbach-Auszeichnung an Treffpunkt

Gisela Föhrenbach und unser Lions-Präsident Markus Beil haben die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Vereins Treffpunkt Frankenberg mit der Dr.-Jürgen-Föhrenbach-Auszeichnung geehrt. Sie ist mit 3000 Euro dotiert. 
„Noch immer werden Menschen mit psychischen Erkrankungen durch Stigmatisierung und Vorurteilen zusätzlich belastet“, sagte Frank Nikutta, Regionalmanager des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen (LWV), in der Laudatio. „Die jahrelange Präsenz der ehrenamtlichen Mitarbeiter neben den Hauptamtlichen im Treffpunkt Frankenberg ist für den psychosozial betreuten Personenkreis, der nicht immer auf der Sonnenseite des Lebens steht, von unschätzbarem Wert.“
In Erinnerung an unseren vor acht Jahren tödlich verunglückten Lionsfreund Dr. Jürgen Föhrenbach ist die Auszeichnung am Freitagabend zum letzten Mal verliehen worden. Seit 2011 sind achtmal Vereine und Personen gewürdigt worden, die mit besonderem persönlichem Einsatz für das Allgemeinwohl arbeiten.

Foto: Karl-Hermann Völker / HNA Waldeck-Frankenberg

Eine Extrameile für andere

Von Karl-Hermann Völker Eine Extrameile für andere

Frankenberg. „Mit Ihrem Engagement zeigen Sie: Sie sind ein wichtiger Baustein der Gesellschaft hier in dieser Stadt!“ erklärte Staatssekretär Dr. Manuel Lösel (CDU) vom hessischen Kultusministerium in seiner Laudatio, als er im Sitzungssaal des historischen Rathauses im Auftrag des Lions-Clubs Frankenberg/Eder die diesjährige Jürgen-Föhrenbach-Auszeichnung an den „1x1 Schülertreff“ des Vereins „Freunde fördern Schritt für Schritt“ überreichte. Seit 2008 bietet diese Initiative Kindern aus benachteiligten Familien und mit Migrationshintergrund besondere Unterstützung. (Hintergrund)

   Der Staatssekretär stellte das beispielhafte Hilfsprojekt in den Zusammenhang mit insgesamt zwei Millionen Ehrenamtlichen, die sich bei einer Einwohnerzahl von sechs Millionen Bürgern des Bundeslandes Hessen mit ihrer Leistung einbrächten. Nur so sei beispielsweise die Versorgung von 75000 Flüchtlingen in Hessen „mit einer unglaublichen Welle der Hilfsbereitschaft“ möglich gewesen.

    Auch der Frankenberger „1x1 Schülertreff“ kümmere sich um Flüchtlingskinder, fördere mit seinem Lern- und Sportangebot alle betreuten Kinder ganzheitlich und bekenne sich zu biblischen Werten als Grundlage menschlicher Begegnung. Dr. Lösel stellte in Aussicht, dass sein Ministerium auf die 3000 Euro der Föhrenbach-Auszeichnung noch etwas „drauflegen“ werde.

   In seiner Begrüßung der Gäste, unter ihnen Gisela Föhrenbach mit Familienmitgliedern sowie die CDU-Landtagsabgeordnete Claudia Ravensburg und Frankenbergs Bürgermeister Rüdiger Heß, erinnerte der amtierende Lions-Präsident Dr. Markus Pfuhl an den langjährigen Lionsfreund Dr. Jürgen Föhrenbach, der 2010 tödlich verunglückt war. Die zu seiner Beerdigung eingegangenen Spenden waren Grundlage einer Stiftung, aus der insgesamt sechs Mal engagierte Bürger und Organisationen bedacht worden sind.

   Präsident Pfuhl lobte die Bereitschaft der aktiven Ehrenamtlichen des ausgezeichneten Projekts „1x1 Schülertreff“, in unserer Gesellschaft für benachteiligte Kinder „eine zusätzliche Meile“ zu gehen. Auch Lionsmitglied Dr. Jürgen Föhrenbach sei diese Extrameile oft gegangen, um sowohl in beruflichen Belangen wie auch im Lions-Club herausragende Ergebnisse zu erzielen. „Dafür sind wir ihm noch heute dankbar.“  

   Tänzerische Klänge einer Auswahl des Jugendsinfonieorchesters der Edertalschule unter Leitung von Markus Wagener gaben der Föhrenbach-Feierstunde einen festlichen Rahmen. Staatssekretär Dr. Manuel Lösel, selbst Musikpädagoge und ehemaliger Schulleiter in Gießen, sprach den jungen Musikern seine hohe Anerkennung für ihre Leistung aus.

 

Hintergrund:

Hilfsprojekt

„1x1 Schülertreff“

Das 2008 gegründete sozial-diakonische Angebot „1x1 Schülertreff“, Marburger Straße 3, leistet derzeit an vier Nachmittagen pro Woche bis zu 20 Kindern im Alter von 7 bis 13 Jahren besondere Unterstützung bei schulischen Herausforderungen. Es bietet gerade aber auch benachteiligten, vom Migrationshintergrund oder Flüchtlingsschicksal geprägten Kindern eine familiäre Atmosphäre, ein kostenloses Mittagessen und einen „wertschätzenden Umgang untereinander und mit den Erwachsenen“, so die Föhrenbach-Auszeichnung. Als „Starthilfe für das Leben“ bezeichnete mit herzlichen Dankesworten der 2. Vorsitzende des Vereins „Freunde fördern Schritt für Schritt“, Dr. Volker Assmann, die Arbeit des ehrenamtlichen Betreuungsteams.

 (zve)

www.sfs-frankenberg.de

 

BU zu Föhrenbachauszeichnung Staatssekretär Dr. Lösel:

Jürgen-Föhrenbach-Auszeichnung für Schüler-Hilfsprojekt: Kultus-Staatsekretär Dr. Jürgen Lösel (links) dankte Stiftern und Ehrenamtlichen, im Bild von links Dr. Svenja Föhrenbach-Adel, Dr. Volker Assmann, Ulrike Assmann, Gisela Föhrenbach, Burghard Sauer und Dr. Markus Pfuhl, für ihr großes Engagement.

   Fotos: Völker

 

BU zu Jugendsinfonieorchester Edertalschule Auswahl:

Klassische Tanzweisen: Eine Auswahl des Jugendsinfonieorchesters der Edertalschule verschönte die Jürgen-Föhrenbach-Auszeichnungsfeier.

Dr. Jürgen Föhrenbach Auszeichnung

Dr. Jürgen Föhrenbach Auszeichnung

Für besonderes Engagement im Sinne des Gemeinwohls zeichnen wir Organisationen und/oder Einzelpersonen aus. Wir erinnern damit an unseren verstorbenen Lionsfreund Dr. Jürgen Föhrenbach . Die Auszeichnung  wird jährlich im Oktober vergeben und ist mit einem Preisgeld von bis zu 3000 € verbunden. Bewerbungen und Vorschläge können jeweils bis zum 01. März des Jahres beim Vorstand des Clubs eingereicht werden. 

Als erster Preisträger wurde am 19.10.2011 der Verein "Ambulantes Hospiz Frankenberg e.V." ausgezeichnet. In der Verleihungsurkunde heißt es: "Der Verein „Ambulantes Hospiz Frankenberg e.V.“ und seine Mitglieder engagieren sich ehrenamtlich in vorbildlicher Weise in einem Bereich, der von der Gesellschaft häufig tabuisiert und vernachlässigt wird. Der Verein hat sich zur  Aufgabe gemacht, sterbende Menschen in den letzten Tagen und Wochen ihres Lebens zu begleiten, um ihnen ein würdiges Lebensende zu ermöglichen. Durch den persönlichen Einsatz der Vereinsmitglieder, durch Gespräche oder gemeinsame Aktivitäten erfahren die Sterbenden Zuwendung und Hilfe."

Preisträger des Jahres 2012 ist der Historiker Dr. Horst Hecker: "Dr. Horst Hecker hat als Frankenberger Stadtarchivar und Mitglied des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde im Jahr 2011 eine 600-seitige wissenschaftlich fundierte Arbeit zur Geschichte des jüdischen Lebens in Frankenberg vorgelegt, die in ihrer Art herausragend in Hessen ist. Es ist ihm - fast 70 Jahre nach der Vertreibung und Vernichtung der letzten jüdischen Bürger der Stadt durch das NS-Regime - gelungen, sowohl die 37 Biografien der Frankenberger Opfer zu erforschen als auch Daten, Bilder und Dokumente aus dem Leben sämtlicher ehemaliger jüdischer Familien zu sichern. Er hat damit ein Stück verdrängter Geschichte aufgearbeitet, erstmals wieder Kontakte zu überlebenden jüdischen Nachfahren in Übersee hergestellt und so mit seinem Gedenkbuch einen wertvollen Beitrag zur Versöhnung geleistet." 

2013 ging ging die Auszeichnung an den Initiator/Leiter der Naturschutzjugend Frankenberg, Frank Seumer: "Herr Frank Seumer ist seit 1983 Mitglied im Naturschutzbund (NABU) und hat 1989 die Gruppe der Naturschutzjugend (NAJU) mit begründet. Seit 1993 ist er Leiter der NABU/NAJU-Gruppe Frankenberg. Frank Seumer betreut seit 2003 jährlich drei bis vier straffällig gewordene Jugendliche beim Ableisten von Arbeitsstunden im Natur- und Umweltschutz. Durch seine ausführlichen Gespräche mit den zu betreuenden Jugendlichen ist es ihm gelungen, manche seiner Schützlinge in die Arbeit der NAJU-Gruppe zu integrieren. Ein weiterer Schwerpunkt seiner Naturschutzarbeit gilt dem Schutz und der Erforschung der Fledermäuse. Herr Seumer hat durch seine Forschungsarbeiten einen großen Anteil am derzeitigen Kenntnisstand über die Fledermaus-Fauna in unserer Region. Herr Frank Seumer hat durch seine hohe fachliche Kompetenz und sein herausragendes soziales Engagement einen wertvollen Beitrag für den Naturschutz und bei der Jugendarbeit geleistet."