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Bundeswehr spielt fürs Krankenhaus

Letzte Wünsche der Patienten: Flotte Musik für die große Hilfe Bundeswehr spielt fürs Krankenhaus

Johannes Langendorf, Hauptmann und Sprecher der Big Band, zusammen mit den „Lions“-Aktiven Peter Baumbach und Jürgen Hildebrandt sowie Bürgermeister Klaus Krützen. Wevelinghoven.

 

Letzte Wünsche der Patienten: Flotte Musik für die große Hilfe

Wenn am 11. September die Big-Band der Bundeswehr auf dem Wevelinghovener Marktplatz mit Rock, Pop und Swing für gute Stimmung sorgt, wird sie das Publikum begeistern. Szenenapplaus ist den Musikern und Sängern gewiss. Den sind sie bei ihren Konzerten gewohnt. Gute Laune zu vermitteln, ist ihr Job. Der Hintergrund ihres Auftritts ist jedoch ein ernster. Von Gerhard Müller

Der „Lions-Club Grevenbroich“ als Veranstalter will mit den vorher und am Abend gesammelten Spendengeldern im Kreis-Krankenhaus „St. Elisabeth“ ein weiteres Palliativzimmer einrichten. Denn der bereits bestehende Raum kann den großen Bedarf in keiner Weise decken.

Vor diesem Hintergrund zitiert die zuständige Leitende Oberärztin Dr. Angela Meyer die Definition der Weltgesundheitsorganisation WHO: „Palliativmedizin ist die aktive, ganzheitliche Behandlung von Patienten mit einer weit fortgeschrittenen Erkrankung und einer nur begrenzten Lebenserwartung.“

Die seit über 30 Jahren im hiesigen Krankenhaus tätige Chirurgin hat sich in diese Aufgabe seit langer Zeit eingearbeitet. Mittlerweile ist sie ihr eine Herzensangelegenheit geworden. Aus ihrem Geburts-, Schul- und Studienort Rostock kam sie über eine Zwischenstation in Lübeck in die Schloss-Stadt. Hier stellte sie sich engagiert dem Thema, weil sie auf Station immer wieder auf Patienten mit bösartigen Erkrankungen traf.

Diesen Herausforderungen wollte sie sich professionell stellen: „Solchen Menschen mit ihren besonderen, nicht nur medizinischen Bedürfnissen zu begegnen, wurde uns auf der Uni nicht vermittelt.“ Auch der Einbezug der Angehörigen war kein Thema, mit dem sich die angehenden Ärzte intensiv auseinandersetzen mussten.

„Dazu fand ich erst am Krankenbett. Durch viele Gespräche und Fortbildungen habe ich hier Sicherheit und Fachkompetenz erlangt.“ Sie erzählt beispielhaft von einem jungen Patienten, erschöpft von zahlreichen vorherigen Therapien, dem sie mit Hilfe des Pflegepersonals den Palliativraum zu einer „Oase des Friedens“ gestaltet habe, wo er die letzten Tage seines Lebens schmerzfrei und umgeben von seiner Familie verbringen konnte.

„Ungeachtet der erheblichen persönlichen Betroffenheit, versuchen wir immer wieder, die letzten Wünsche der Patienten zu erfüllen. Häufig gelingt uns das auch.“ Trotzdem sind die seelischen Belastungen nicht zu unterschätzen.

Eine Ausweitung des Angebotes sieht Dr. Angela Meyer als dringend geboten und freut sich deshalb natürlich über die Initiative des „Lions-Clubs“. Sie freut sich aber auch als große Musikliebhaberin auf das Konzert. „So ist das eben. Freude und Leid, liegen gerade in meinem Beruf sehr eng zusammen. Und ich bin jeden Tag dankbar, wenn ich helfen kann. Was dabei als Erfolg zu bezeichnen ist, kann oft nicht in wenigen Worten beschrieben werden.“

Hierzu zitiert die Ärztin noch einmal aus der WHO: „Es stehen die Lebensqualität des Patienten – sein subjektives Wohlbefinden, seine Wünsche und Ziele – im Vordergrund der Behandlung.“

Gerhard Müller

 

Erft-Kurier Grevenbroich 3. September 2018 |Erftkurier von Gerhard Müller

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