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    Besuch beim Lionsclub Gütersloh- Wiedenbrück

    Herr Thomas Johannwille, BKK Bertelsmann bei den Lions Besuch beim Lionsclub Gütersloh- Wiedenbrück

    Am 25.10.2016 hielt Herr Thomas Johannwille, Vorstand der BKK Bertelsmann, einen Vortrag zum Thema Krankenkasse/ Struktur des Gesundheitswesens im Kreis Gütersloh. 

     

    Die BKK Bertelsmann ist eine von heute von 115 Krankenkassen in der BRD, vor 15 Jahren waren es noch 10-mal so viele. Die BKK Bertelsmann wurde Mitte der 50iger Jahre gegründet. Sie ist nur im Bundesgebiet tätig und hat zur Zeit 50.000 Versicherte bei einem Jahresbudget von 130.000.000 € und 100 Mitarbeitern, wobei der Verwaltungsaufwand ca. 6% des Jahresbudgets beträgt - im Gegensatz zu einem deutlich höheren Anteil anderer Krankenkassen. 

    Das Motto der BKK Bertelsmann lautet: „Was können wir für den Patienten tun?“. Dementsprechend ist das Gesundheitsmanagement eines der dafür notwendigen Instrumente. 

    Dazu gehören Gesundheitsberichte, das Sicherstellen der optimalen Versorgung des Patienten durch ein Zusammenwirken von Arzt, Krankenhaus und Rehabilitationsträger, wie z. B. im Falle des Orthopädiezentrums Pro Aktiv im Elisabeth Carree durch das Gewährleisten kurzfristiger Termine. Das Bereitstellen betrieblicher Sozialangebote ergänzt das Angebot, ebenso wie die Mitarbeit an dem Projekt „Schlaganfalllotsen“ der Schlaganfallstiftung in Gütersloh. 

     

    Nach dieser kurzen Vorstellung der BKK Bertelsmann wandte sich Herr Johannwille nun dem aus seiner Sicht wesentlichen Thema zu, welches das Gesundheitswesen seiner Ansicht nach in der Zukunft beschäftigen wird: der Veränderung der Alterspyramide, sprich der höheren Lebenserwartung der geburtenstarken Jahrgänge der 60iger Jahre bei sinkenden Beschäftigungszahlen. 

    Aus seiner Sicht werden sich künftig folgende Fragen stellen: 

     

    o Wie werden Struktur und Organisation des Gesundheitswesens von der Altersentwicklung beeinflusst werden? 

    o In welchem Verhältnis stehen die Qualität und der Nutzen der Behandlung in Zukunft? 

     

    Die Kosten des gesamten Gesundheitswesens, d.h. für Renten-, Pflege- und Medizinleistungen, werden für den 5- Jahreszeitraum von 2014 - 2019 heute auf 780 Mrd. € geschätzt. Die Beitragsätze für die vorstehenden Leistungen sind gesetzlich geregelt, wobei verschiedene Krankenkassen einen Zusatzbeitrag erheben. 

    Es ergeben sich deshalb im Wesentlichen drei Herausforderungen: 

     

    1. Die auskömmliche Finanzierung von Krankenhausleistungen der Zukunft;  Dazu merkte Herr Johannwille erklärend an, dass die Krankenhäuser selbst ihre Betriebskosten zu erwirtschaften haben, die Länder hingegen die Investitionen. Letztere blieben jedoch immer wieder auf der Strecke, es sei denn, das einzelne Krankenhaus ist in der Lage, diese aus den laufenden Einnahmen mit zu finanzieren. Das heißt schon heute, die Frage nach der notwendigen Versorgungskapazität zu stellen, deren Beantwortung in Ballungszentren zu einer notwendigen Reduzierung der Krankenhausangebote führen würde. 

    2. Eindämmen der Kosten der Pharmaindustrie; Herr Johannwille illustrierte diesen Punkt mit der Forderung nach einer gesetzlichen Erlösgrenze für neue Medikamente - wie aktuell gegen Hepatitis C. 

    3. Der seit 10 Jahren steigende Krankenstand; seit 2005 ist die Zahl der Krankmeldungen um ca. 40% gestiegen, die Summe des im Falle von länger andauernden Erkrankungen fälligen Krankengeldes sogar um ca. 80%. Einen 

    wesentlichen Anteil an den Langzeiterkrankungen machen mittlerweile solche aus dem psychosomatischen Bereich aus. 

    Es stellt sich immer mehr die Frage nach der Eigenverantwortung des einzelnen mit den Stichworten, gesundes Verhalten + gesunde Arbeitsbedingungen. 

     

    Die Zukunft des Gesundheitswesens wird nach Ansicht von Herrn Johannwille insbesondere davon geprägt sein, dass die aktuelle Versorgungsdichte nicht mehr wird aufrechterhalten werden können. 

    Dabei wird die medizinische Bedarfsplanung die zentrale Rolle spielen mit den Stichworten wie z. B.: 

    o Nicht ärztliches Personal unterstützt den Arzt nachhaltiger als bisher(?) 

    o Verbesserung des Datenaustausches endlich möglich (?) 

    o Regionalisierung der Angebote als Lösung(?), mobile Arztpraxen, Fahrdienste, etc. 

     

    Es schloss sich eine rege Diskussion an. Unter großem Beifall und persönlichen Dankesworten wurde Herr Johannwille vom Präsidenten schließlich verabschiedet.

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