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Peter von Quadt trägt vor

Peter von Quadt gründete und leitet die FortSchritt GmbH, Niederpöcking

Unser letztHerr von Quadte Clubveranstaltung im Hotel Platzl war für alle Teilnehmer eine neue Erfahrung. Nämlich wie ein Mensch trotz einem schwerem Schicksalsschlag seinen Platz in der Gesellschaft finden kann, sein Leben umstellt und dann auch noch zum Wohle anderer Betroffener  sich für eine Idee einsetzt und diese auch noch umsetzt.  Herr von Quadt ist Vater von 2 Kindern, davon ist das erste ein Junge inzwischen  24 Jahre alt und durch Komplikationen bei der Geburt mit schwersten körperlichen Behinderungen zur Welt gekommen.

Durch seine berufliche Tätigkeit bei der Deutschen Bank lernte Herr von Quadt bei einem Kongress in Ungarn den „Börsenguru" Kostolany kennen, der es ihm ermöglichte, eine bis dahin nur in Budapest befindliche Einrichtung von Professor Doktor Andràs Petö zur Behandlung von neurologisch bedingten Bewegungsstörungen bei Erwachsenen und Kindern zu besuchen.

Diesem beeindruckenden Besuch und einem späteren Praktikum in der Einrichtung entsprang später der Wunsch von Herrn von Quadt, diese therapeutische Methode auch in Deutschland einzuführen.

Im Mai 1994 gründet die Familie von Quadt zusammen mit anderen betroffenen Eltern den Verein FortSchritt e.V mit dem Ziel, interessierte Eltern in Deutschland über die „Konduktive Förderung" und die therapeutische Möglichkeiten in Ungarn zu informieren.

Weitere FortSchritt-Vereine gründeten sich danach sehr schnell in ganz Deutschland. 1998 wurde der Bundesverband gegründet. Zur Zeit bestehen Deutschland weit über 30 Selbsthilfevereine.

Die aus Ungarn stammende Fördermaßnahme entwickelte der Budapester Medizin Professor Doktor Andràs Petö vor rund 50 Jahren. Die „Konduktive Förderung" richtet sich an Menschen, die unter cerebralen Bewegungsstörungen leiden, die durch Schädigungen des Gehirns oder des Rückenmarks hervorgerufen werden. Es beruht auf der Erkenntnis, dass Sprache und Verhalten bzw. Bewegung psychobiologisch sehr eng zusammenhängen. Die Konduktive Förderung eignet sich insbesondere zur Behandlung von infantilen zerebralen Bewegungsstörungen, des Parkinson-Syndroms, der Multiplen Sklerose sowie eines Zustandes nach Schlaganfall.

Ausgangsthese ist: Die durch Schäden des Zentralnervensystems verursachten Störungen sind keine Krankheiten, sondern vielmehr Lernprobleme. Sie sollen deshalb nicht mit medizinischen Methoden therapiert, sondern mit pädagogischen Mitteln überwunden werden.

Damit soll die weitgehende Unabhängigkeit eines Betroffenen von Hilfsmitteln und Personen im alltäglichen Leben erreicht werden.

Konduktive (= zusammenführende) Förderung kombiniert Entwicklungs-, Lern- und Erziehungsprozesse des Betroffenen in einem einheitlichen Ansatz. Die Fördermaßnahmen werden von einem Therapeuten, dem so genannten Konduktor, übernommen: Er ist Physiotherapeut und Logopäde, Sonderpädagoge, Erzieher, Pfleger sowie Lehrer zugleich.