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Die Geschichte des LC Kelheim-Holledau

Das Wetter war grausam schlecht.

Zumindest daran erinnern sich alle, die dabei waren. Es war der 18. Oktober 1980, der Tag der Charterfeier des neu gegründeten Lions Clubs mit dem Namen Kelheim-Holledau. Ein beziehungsreiches Datum, denn es war auch der Tag der Völkerschlacht bei Leipzig, und die Feier fand auf den Stufen der Befreiungshalle Kelheim statt, jenes Monumentes, das König Ludwig I. zur Erinnerung an jene Schlacht aus seiner Privatschatulle finanziert hatte.

Dabei war die Wetterprognose ausgesprochen gut gewesen.  Regenschirme hatte man deshalb nicht extra mitgenommen, und so wurde das Bild von mehr oder weniger derangierten Paraplüs dominiert, Notfallregenschirmen halt, die man für solche Fälle immer im Auto dabei hatte. Viel mehr weiß man nicht. Vielleicht noch, dass der ehemalige Bundesinnenminister Dr. Höcherl die Festrede gehalten hat, und zwar, wie er einmal konzediert hat, ohne Grundgesetz unterm Arm. Ihr Inhalt?

Gut, dass es die Lions Bibel gibt. Da sind ja jene mit Sternchen gekennzeichnet, die Gründungsmitglieder sind. 10 Sternchen sind es in der letzten Ausgabe für 2016/17. Ein Sternchenträger ist leider verstorben. Bleiben also neun.

Wirklich?

Einige schwören Stein und Bein, es seien nur 7. Zwei Sternchenträger seien zwar bei der Charterfeier dabei gewesen, aber Gründungsmitglieder seien sie nicht.  Eine vorsichtige Nachfrage stützt diese These.

Aber so ist das halt mit der Erinnerung. Noch keine 40 Jahre verflossen, und schon verschwindet manches im Dunkel. Entweder es wird ganz vergessen, oder es rückt in eine mythische Vergangenheit.

Zeit für eine Spurensuche, die man am besten bei denen beginnt, die damals dabei waren.

Glücklicherweise gibt es Menschen, die Dinge aufheben, auch wenn diese aus der Zeit vor dem Internet stammen, also quasi aus der jüngeren Steinzeit.  Bei denen findet man ein Schreiben auf echtem Papier, mit einer Schreibmaschine getippt, datiert auf den 17.Januar 1980, das an verschiedene Leute im Landkreis versandt  und in dem ihnen die Frage gestellt wurde, ob sie nicht einen Lions Club gründen wollten. Der Veranlasser dieses Briefes war Dr. Hold vom LC Regensburg Castra Regina. Am 14. März gab es dann ein Gespräch über die Ziele der Lions Bewegung, zu dem 34 Leute erschienen, die sich zum allergrößten Teil an jenem Abend zum ersten Mal sahen.  Wenn man die nach dem Treffen herrschende Stimmung zusammenfassen will: „Das kann nicht gut gehen, aber versuchen können wir’s ja mal.“

Tatsächlich wurde der Club dann am 8. Mai 1980 im Rittersaal der Klostergaststätte in Biburg gegründet - wieder ein beziehungsreiches Datum: Ende des 2. Weltkrieges in Deutschland. Wieviele es waren? Jedenfalls deutlich weniger als bei  jener ersten Versammlung. Gründungspräsident war Dr. Richter. Die Klostergaststätte wurde auch das erste Tagungslokal. Später zog der LC Kelheim-Holledau von Biburg nach Kelheim zum Gasthof Stockhammer, der auch heute noch das Clublokal ist.

Was geblieben ist, ist die Erinnerung an die erste richtige Panne: Der Club-Wimpel wurde zum Fehldruck. „Kehlheim“ stand drauf. Einige Altmitglieder heben bis heute ein Exemplar davon auf, in der Hoffnung, dass der Wimpel einmal so kostbar wird wie ein anderer  Fehldruck, die Blaue Mauritius.

Egal: Wichtiger als die Erinnerung ist, dass das pessimistische Gefühl, das bei den meisten Gründungsmitgliedern geherrscht hatte, trog. Der Club lebt und floriert im nunmehr 37. Jahr besser als je zuvor. Derzeit 47 Mitglieder in einer Altersspanne von 50 Jahren sind die Garanten für eine weiterhin erfolgreiche Zukunft.