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Eine Kinderstadt in Köln

„Tätige Liebe heilt alle Wunden, bloße Worte mehren nur den Schmerz“, das sagte eins Adolf Kolping. Und: nur Worte gehen in dem Kölner Stadtteil Höhenberg-Vingst gar nicht. Der „soziale Brennpunkt“ hat unter der Führung von Pfarrer Franz Meurer Initiativen entwickelt und eine davon ist HÖVI-Land. Der erste Schritt begann vor 21 Jahren mit der Erkenntnis, dass Stadtrand-Erholung bedeutet: arme Kinder raus! Also Trennung, Exklusion. Keiner fühlte sich gut, weder die Jugendlichen Gruppenleiter noch die Kinder. Es war nicht gut, die Kinder per Bus ins Grüne zu transportieren, in einer leeren Schule zu bespaßen und am Nachmittag zurück zu bringen, während die „bürgerlichen“ Kinder mit ihren Eltern längst im Urlaub waren. Stadtranderholung bewirkte nicht Zusammenhalt sondern Trennung der sozialen Gruppen im Stadtteil. Aus dieser Erkenntnis entstand HöVI-Land, eine ökumenische Kinder-Zeltstadt für 600 Pänz aus den Problemstadtteilen, die die ursprüngliche Stadtranderholung zu Sommerferien machte und macht. Unter der Betreuung von 100 gut ausgebildeten LeiterInnen erfahren die Kinder und Jugendlichen vor allem eins: sie gehören zum „Club“, erhalten Unterstützung und Hilfe, kommen mal raus, was für die meisten durchaus nicht normal ist, und können drei Wochen lang vieles ausprobieren: jonglieren, tanzen, singen, Einrad fahren, basteln, rätseln, tanzen. Beim täglichen Bühnenprogramm werden die Fähigkeiten dann auf- und vorgeführt.
Vom Rand in die Mitte – das könnte die Überschrift über den sozialraumorientierten Ansatz von HÖVI-Land sein. Der Lions-Club Claudia Ara ist der wichtigste Unterstützer, weil er seit vielen Jahren einen erklecklichen Betrag zur Verfügung stellt. Inzwischen sind das weit über 100.000€. Diese sichere Unterstützung gibt den ökumenischen Veranstaltern die Sicherheit und den Mut, das Wagnis jedes Jahr neu einzugehen. Es ist die Nachhaltigkeit und Treue von Claudia Ara, die die Kinderstadt möglich macht.