• Anmelden

    Brillensammlung

    Um sehbehinderten Menschen durch gebrauchte Brillen ihre Lebensqualität zu verbessern, begann der Lions Club Menden unter Führung von LF Reinhard Grotjohann bereits 1974 mit der Sammlung von Altbrillen. Die Anregung hierzu kam durch einen finnischen Lionsfreund, der einige Jahre in Indien als Augenarzt tätig war und auf die ungeheure Not und Armut in diesem Teil der Welt aufmerksam machte. Nach wenigen Jahren konnten bereits 10.000 Brillen auf dem Seeweg nach Indien gebracht werden. Aus der anfänglichen Clubactivity wurde durch die Mithilfe von Lionsfreunden aus den  benachbarten Lions Clubs und Distrikten und drüber hinaus eine fast bundesweite Lions-Daueractivity, sodass bis Mitte 1983 an die Lions Clubs Bombay-Host und Calcutta-Metropolitan 508.660 Brillen, 125.850 Brillengläser und 441 Hörgeräte gesendet werden konnten. Leider mussten ab diesem Zeitpunkt aus Kostengründen die Brillenlieferungen nach Indien eingestellt werden, da die indische Zollbehörde einen Einfuhrzoll von 200 % des Brillenwertes erhob. LF Grotjohann war aber auch in vielen anderen Ländern der ungeheure Bedarf an Brillen bekannt, sodass weitere Brillen für die Dritte Welt bestimmt waren. Bevor LF Grotjohann im Jahr 2009 starb, konnte er auf eine Sammlung von fast 2 Millionen Brillen verweisen.  

    Der Lions Club Meinerzhagen-Kierspe begann 1980, bereits 1 Jahr nach Bestehen des Clubs, erstmalig mit der Sammlung von gebrauchten Brillen und konnte gleich 3.500 Brillen verpacken und weitergeben an die Lions in Menden. In den Folgejahren rief unser Club regelmäßig zu weiteren Brillensammlungen auf und konnte weitere Tausende Exemplare zur Verfügung stellen. Allmählich kamen jedoch unter den deutschen Lions Zweifel an der effektiven Ausübung dieser Brillensammlungen.  Die Christoffel-Blindenmission CBM hatte im September 2013 eine Kosten-/Nutzen-Relation für die ärmsten Entwicklungsländer aufgestellt und dabei u.a. erkannt, dass von den gebrauchten Brillen oft nur die gut erhaltenen Gestelle (bevorzugt Metall) verwendbar sind, randlose Gestelle und Hornbrillen nicht geeignet sind und teilweise Gläser und unbrauchbare Reste relativ teuer als Sondermüll entsorgt werden müssen. Nur ein kleiner Teil der Brillen kann komplett verwendet werden, muss aber vorher vermessen und verteilt werden. Die dafür anfallenden Kosten sind fast genauso hoch wie der Einkauf neuer Brillen.   

    Die CBM kauft Brillen für max. 3 EUR in kleinen regionalen Werkstätten der Entwicklungs- länder. Dabei sind Rahmen und Gläser getrennt, sodass jedem Patienten die für ihn genau richtige Brille angepasst werden kann. Dieses Verfahren schafft und sichert Arbeitsplätze in den Entwicklungsländern. Es macht also eher Sinn im Hinblick auf  SightFirst, Geld zu spenden für Augen-Operationen, benötigte Einrichtungen und Geräte, Medikamente, Ausbildung von Fachpersonal usw.  Einige wenige deutsche Lions Clubs wie z.B. der LC Alzey sammmeln noch alte Brillen und schicken sie der französischen Gesellschaft „Lunettes sans Frontière“ im Elsass. Dort werden sie von ehrenamtlichen Mitarbeitern der Gesellschaft geprüft, gereinigt, vermessen und an Bedürftige in aller Welt verschickt.