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null Die Kleinlok „KÖ 0278“ Vor Verschrottung gerettet!

JOHANN KELLNER UND GERD CZERWINSKI Die Kleinlok „KÖ 0278“ Vor Verschrottung gerettet!

Am Rande der nördlichen Altstadt von Neustadt a. d. Aisch steht eine kleine Lokomotive, die an den einstigen „Hauptbahnhof“ und an die seit 1904 befahrene Bahnstrecke-hinunter in den Aischgrund erinnern soll.

Täglich wurden hier mehrere Zugpaare auf die eingleisige Strecke geschickt, um Personen und Güter im Aischgrund hin und her zu transportieren. Ab den 70er Jahren nahm das Transportaufkommen mehr und mehr ab,sodass der Personenverkehr 1976 und der Güterverkehr 1993 komplett eingestellt wurden. Die Gleisanlagen wurden abgebaut und teilweise zu herrlichen Radwegen durch den Aischgrund umfunktioniert. Unsere „Kö 0278“ - ein Exponat des Museums der Deutschen Bundesbahn - wurde im Jahr 2000 als Leihgabe für 25 Jahre an die Stadt Neustadt übergeben, um für die Nachwelt dieses Stück Eisenbahngeschichte in Franken in Erinnerung zu halten. Wetter und Vandalismus haben der Lok im Laufe der Zeit sehr zugesetzt. Die nötigen Sanierungsmaßnahmen mit einem Aufwand von deutlich über 10.000 Euro wollte sich die Stadt nicht leisten. Diese Entscheidung wurde in der Bevölkerung sehr bedauert. Eine Rückgabe der Lok an das DB Museum war unausweichlich.

Bei einem Clubabend des LC Neustadt a. d. Aisch wurde im März 2015 das bevorstehende Schicksal der „KÖ 0278“ intensiv erörtert. Nach kurzer Diskussion war man sich einig, dass das kleine, eiserne Denkmal für die Bevölkerung erhalten werden müsse. Darüber hinaus wurde vorgeschlagen, die Sanierung nicht zu finanzieren, sondern in Eigenleistung, mit Übernahme der Materialkosten, von unseren Clubmitgliedern zu tätigen. Beschlussfassung: Ortstermin und Schadensaufnahme sofort, Fertigstellung zur Neustädter Kirchweih im Mai! Unser Club ist, was berufliche Zugehörigkeit angeht, breit aufgestellt. Somit hatten wir für die an stehenden Aufgaben Zugriff auf kompetente Akteure. In der Regie: Architekt, Maler- und Stuckateurmeister, zur Arbeit alle, zur Verpflegung Bä- cker, Metzger und zur ärztlichen Versorgung, falls nötig, unser Präsident Dr. Joachim Schubert.

Nach einer eingehenden Bestandsaufnahme der Schäden wurde die Lok komplett eingehaust. Christo hätte seine helle Freude an uns gehabt. Als Nächstes Demontagen von Kleinteilen, säubern, sandstrahlen, abbürsten. Verlegung des Gleisbettes und Ergänzung kaputter Schwellen. Die Farbgebung und die Gestaltung verlorengegangener Applikationen wurden von der Museumsverwaltung der DB strikt vorgegeben. Dann ging es los: grundieren, grundieren, streichen, streichen, spritzen, lackieren, oben, unten, links,rechts, hinten, vorne, in allen Winkeln. Vorhandene Holzteile, wie zum Beispiel Trittbretter, wurden ersetzt und der Zugang zur Lok wurde mit Pflaster und Rollrasen neu gestaltet. Die Sichtschutzplanen wurden entfernt, und da stand sie nun, die kleine Aischtal-Lok, frisch aufgemöbelt, auf einem standesgemäßen Umfeld.

Mit einem finanziellen Aufwand von etwas über 3.000 Euro und vielen, vielen Stunden Arbeit bleibt uns nun die „Kö 0278” Baujahr 1937, gefertigt von der Firma Gmeinder aus Mosbach/Baden, am ehemaligen „Hauptbahnhof“ von Neustadt a. d. Aisch erhalten. Termingerecht zur Neustädter Kirchweih wurde die Lok in einer kleinen Feierstunde von unserem Präsidenten Dr. Schubert an Bürgermeister, Klaus Meier, Stadt und somit die Öffentlichkeit zurückgegeben!

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