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Sie finden hier Informationen über die Organisation und Ziele der Lions weltweit, über viele Hilfsprojekte im In- und Ausland und natürlich über die Arbeit des Clubs hier in Nienburg/Weser.
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Der Lions Club Nienburg/ Weser ist erwachsen geworden

Der Lions Club Nienburg/ Weser ist erwachsen geworden

Schwarz, Seiters, Bargemann, Göllner, Hüffmann (v.l.)

Nienburg. Ein bisschen Anschub brauchte es schon, und dann war es geschafft. Am 10. November 1965 wurde die Gründung des Lions Clubs Nienburg / Weser im alten Weserschlösschen gefeiert. Das war kein „Alleingang“, die Lions befinden sich in einem regionalen, nationalen und weltweiten Netz mit gleichen Grundsätzen und Zielen.

Genau das ist eine große Stärke. So übernahm der erst ein Jahr zuvor gegründete Lions Club Bremen-Unterweser die Aufgabe des Gründungspaten. Der Nienburger Herrenclub schwamm sich bald frei, doch nun  zur 50-Jahrfeier kam eine Abordnung aus Bremen, um nach dem ganz erwachsen gewordenen „Kind“ an der Mittelweser zu schauen.

Was war vorangegangen? Die Lions Idee von „we serve“ entstand in den USA, schwappte jedoch erst nach dem Zweiten Weltkrieg nach Deutschland herüber. Und 20 Jahre nach Kriegsende war es dann in Nienburg soweit. Von den Großstädten aus wurde das Land mit Clubs „versorgt“. So lud der Lions Club Hannover drei Herren aus Nienburg ein, doch mal am Clubleben teilzunehmen, nämlich Dr. Friedrich Bultmann, Edzard von Wiarda und Ernst Stewner. Nun ja, „natürlich“ steckte die Absicht der Hannoveraner dahinter, doch in Nienburg einen eigenen Club zu gründen. Man traute sich jedoch nicht so recht. „....keiner von uns hatte den Mut, in Nienburg einen Lions Club ins Leben zu rufen. Jeder hatte für sein Verhalten Gründe, die die Herren in Hannover nicht zerstreuen konnten“, wie Ernst Stewner es später notierte.

Das änderte sich plötzlich, als Dr. Emanuel Pischel aus Bremen (mit Lionserfahrung!) als Leiter der Commerzbank  nach Nienburg kam. Er muss wie ein  deus ex machina gewirkt  haben, mit seinem eigenen Blick griff er den in Hannover gesponnenen Faden auf und ermunterte Otto Siemann zum Mitmachen. 1964 traf man sich zu viert, verabredete ein Schneeballsystem  - jeder möge einen Freund oder Bekannten gewinnen - und das klappte. Bald war man zu acht und schließlich zu 16. Die formale Auflage der amerikanischen Zentrale in Oak Brook /Illinois erfüllte man mit 20 Mitgliedern und so kam ein knappes Jahr später die sogenannte Charterurkunde per Post an, die heute im Clublokal Hasbergscher Hof hängt.

So berichtete „Die Harke“ am 26.09 1966:  „Jüngstes Mitglied der weltweiten Lions - Bewegung. Lions Club Nienburg erhielt die Charterurkunde - Festlicher Abend im Weserschlösschen“.

„Und zwei Mitglieder, die damals die Urkunde mit unterschrieben haben, sind heute noch unter uns, darüber sind wir dankbar und stolz. Es sind Dr. Adolf Pleines und Heiko Peschken. Beide haben über Jahrzehnte treu zu uns gehalten und das Clubleben und seine Wirkung nach außen ganz besonders gefördert“, teilte uns der aktuelle Präsident Bernd Bargemann mit.

Lionsmitglied Jürgen Hüffmann ist es im Rahmen seiner Recherchen für  die soeben fertiggestellte Festschrift tatsächlich gelungen, Kontakt zu Dr. Emanuel Pischel zu bekommen, er hatte aus beruflichen Gründen die Weserstadt und den Club verlassen, die Einladung zum Festakt am 14. November jedoch angenommen. Das wird ein überraschendes Wiedersehen !

Seine heute 52 Mitglieder - nur Herren - wohnen überwiegend in der Kreisstadt Nienburg, einige in den Samtgemeinden Marklohe, Mittelweser und Steimbke  und bilden eine enorm lebendige Gemeinschaft. Der Jubilar hat mehrere Clubs mit ins Leben gerufen bzw. für sie gebürgt:

  • Lions Club Ueckermünde - Stettiner Haff (ein Verdienst des verstorbenen Jürgen Lukas)
  • Lions Club Nienburg / Weser - Cor Leonis (Damenclub)
  • Lions Club Stolzenau an der Weser
  • Leo Club (1. Jugendclub,1977 )
  • Leo Club Nienburg Weser - Novum Castellum (2003).

 

„Gemeinsames Tun schafft bleibende Erinnerungen“ - unter diesem vom Mitglied Reinhard Gramatke ausgesprochen und gelebten Motto treffen sich alle Lionsfreunde regelmäßig (mindestens zwei Mal pro Monat) zu eigenen Themenabenden wie auch Aktivitäten an unterschiedlichsten Orten.

Die Vielfalt der Mitglieder ist schon bemerkenswert: Vom Alter her von gut 30 bis 90  und die Berufe berühren die Bereiche Wirtschaft, Landwirtschaft, Handwerk, Militär, Medizin, Justiz, Verwaltung, Kirche, Bildung, Kultur und Soziales. Jeder trägt mit seinem Wissen und Können immer freiwillig bei, was er individuell kann. Hier liegt eine enorme Kraft des Clubs, die sich für Nienburg und Umgebung und darüber hinaus segensreich ausgewirkt hat.

Eine weitere Besonderheit ist die enge Bindung an zwei von Lions-Mitgliedern geschaffene Stiftungen:

  • Die Ernst-Stewner-Stiftung und
  • die Addi- Pleines-Stiftung.

In ihren Gremien arbeiten ausschließlich Lions-Mitglieder. Mit den Zinserträgen konnten viele eigene wie lionsspezifische Vorhaben gefördert werden. So geht der Blick stets nach draußen, auch wenn das interne Clubleben nicht vernachlässigt wird (z.B. Ausflüge, Betriebsbesichtigungen, Boule-Turniere, Adventsandachten, - die Partnerinnen sind selbstverständlich eingeladen).

Ganz im Sinne von „we serve“ konnte und kann der Club seine Finanzmittel unbürokratisch und damit schnell und effektiv einsetzen. Dabei handelt es sich um eigene Mitgliedsbeiträge und Spenden sowie Einnahmen durch das „gemeinsame Tun“ wie z. B. den Verkauf des Schwenkbratens und der Bücher zu Advent, der Kalender, des Holzes und  die Organisation inzwischen jährlicher Golfturniere zusammen mit dem Rotary-Club Stolzenau. Das gemeinsame Tun schafft jedoch auch „Produkte“ wie z. B. die Bouleanlage, den Spielplatz an der Moschee, die Wetterschutzhütten am Weserradweg oder die Müllbeseitigung und das Grasmähen am Burghügel Wölpe als Vorbereitung der archäologischen Grabung.

Den Nienburgerinnen und Nienburgern werden viele Projekte  der vergangenen fünf Jahrzehnte bekannt sein, die der Club gefördert hat - alle gehören zu den Bereichen Bildung, Soziales, Kultur, Gesundheit und Natur, beispielhaft seien genannt:

  • Drogenaufklärung,
  • Schüleraustausch Garden City /USA ,
  • Schwengelpumpe (am Rathaus, jetzt Biedermeiergarten),
  • Lilo - Lions Lotterie zugunsten der Kinder von Tschernobyl, Hinweisschilder für historisch bedeutsame Gebäude,
  • Bouleanlage „Europawiese“,
  • Restaurierung alter Grabsteine auf dem Nordertorfriedhof,
  • Kinderspielplatz  an der Moschee,
  • „Mein erstes Buch“,
  • Lesekiste im Begegnungszentrum Sprotte,
  • Musikalische Früherziehung,
  • Streuobstwiesen an drei Standorten,
  • „Ein Pferd hilft beim Lernen“ (tiergestützte Lernpädagogik im CJD),
  • Weserschutzhütten,
  • Stolpersteine für Nienburg,
  • „Wir sind gut“ (Wirtschaftspaten /Leintorschule).

Langfristig angelegt sind mehrere dauerhaft ausgelegte Activities wie z.B.

  • Lichtblick für Blinde,
  • Kulturloge,
  • Hilfe für kleine Ohren,
  • Klasse 2000 und Lions-Quest (Gesundheitsförderung von Grundschülern/ Stärkung des Selbstbewusstseins ab Klasse 5).

Als weltumspannende Organisation förderte auch der Nienburger Club überregional in Deutschland, Europa und den anderen Erdteilen viele Hilfsprojekte wie z.B.

  • Elbe Hochwasser Dresden
  • Mikrokredite für Frauen in Mosambik
  • Hilfe für das Baltikum (VW Bus, Zahnarztstuhl, Kinderheim, Förderschule u. a.)
  • Agogo /Krankenhaus in Ghana
  • Erdbebenhilfe Nepal.

Damit kann nur ein Bruchteil der Hilfen genannt werden. Immer hat es der jährlich wechselnde Präsident in der Hand, zusammen mit seinem Vorstand Ideen im Sinne von „we serve“ vorzuschlagen und auf den Weg zu bringen. 50 Jahre sind es wert, zurückzuschauen, die Entwicklung zu durchleuchten wie auch nach vorne zu gucken. Das will der Club auf jeden Fall tun. Zum Jubiläum hat eine Arbeitsgruppe eine Festschrift zusammengestellt, die auf rund 150 Seiten von den Anfängen berichtet, exemplarisch einige Activities von den Mitgliedern selbst beschreibt und alle Mitglieder sowie die Herbstausflüge mit ihren Zielen notiert hat. Die Schrift soll gleichermaßen dokumentieren, der eigenen Identitätsbildung dienen wie auch einfach - zum Beispiel die jüngeren Mitglieder wie aber auch die gesamte Öffentlichkei - informieren. Geheimnisse gibt es nämlich nicht.

Die Festschrift ist bei Leseberg für 20 Euro zum Selbstkostenpreis zu erwerben.

Dr. Eilert Ommen