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Aus dem Achimer Kurier vom 7.3.2016

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Große Auswahl an Lesefutter auf dem 25. Fischerhuder Büchermarkt / Mehr als 20 000 Exemplare im Angebot

Wenn Goethe auf Rosamunde Pilcher trifft

SOPHIA ALLENSTEIN Fischerhude . 07.03.2016

. Augenpaare wandern über Buchrücken, Hände ziehen einen Schmöker aus einem Stapel hervor, Finger blättern durch Seiten und Blicke wandern versunken über Zeilen. Der ein oder andere zückt seine Brille, während ein paar Gänge weiter auch mal halblaut Geheimtipps gerufen werden. Neben dem Eingang spielt eine Gruppe von Musikern und ein gedämpftes „Country Roads“, gesungen von einer tiefen rustikalen Stimme und begleitet von Gitarrenklängen, tönt aus dem Nachbarraum herüber.

Auch zur 25. Auflage des Büchermarktes waren zahlreiche Besucher gekommen, um sich mit neuem Lesestoff einzudecken. (Focke Strangmann)

Die Atmosphäre auf dem Büchermarkt in Fischerhude pendelt zwischen gemütlichem selbstversunkenem Stöbern und der leicht angestrengten Suche nach einem literarischem Schnäppchen. Wo findet man unter tausenden Werken seine Favoriten? Welche Ecke verspricht einen originellen Lesegenuss und vielleicht den neuen Titel eines Lieblingsautors? Schließlich könnte auf jedem der nach Themengebieten geordneten und mit Büchern überladenem Tische ein interessanter Fund auf die Besucher warten – und den gilt es möglichst vor anderen Interessenten ausfindig zu machen. Dabei kommen so ziemlich alle Lesefans auf ihre Kosten. Egal ob Romane, Gedichte, Krimis, Biografien oder Lesenswertes aus den Bereichen Reisen, Humor, Kochen und sogar Plattdeutsch – für jeden Geschmack ist in dem ausgeschilderten Angebot von mehr als 20 000 Exemplaren etwas dabei. Damit das Sortiment im Laufe des Tages nicht schrumpft und gleichbleibend vielfältig bleibt, legen ehrenamtliche Helfer immer wieder Bücher nach.

Es ist der 25. Büchermarkt seiner Art, der in Ottersberg stattfindet und dessen Erlös an den guten Zweck gespendet wird. Organisiert wird er vom Lions Club Ottersberg in Zusammenarbeit mit der Arbeitslosenhilfe Verden. Mit den Einnahmen sollen unter anderem Integrationsprojekte oder Sozialarbeit mit Kindern und Jugendlichen gefördert werden, das Augenmerk liegt dabei auf einer regionalen Verwendung der Gelder. Die Bücher selbst werden nach Angaben des Lions Clubs über ein Jahr hinweg gesammelt und gelangen durch Spenden auf die Tische des Buthmanns Hof. Zwischen neuwertigen und noch im Handel erhältlichen Büchern und bereits leicht angegilbten Bänden mit schon fast antiquarischen Eigenschaften ist die Bandbreite der angebotenen Bücher groß. Die Namen klassischer Autoren wie Goethe, Lessing und Fontane leisten Titeln wie „Endlich Wunschgewicht“,„Mayarituale“ und Rosamunde-Pilcher-Reihen unter geschwärztem Fachwerkbalken Gesellschaft.

Die Resonanz der Besucher ist positiv, wie eine ehrenamtliche Helferin bestätigt. Schon vor Einlass der Besucher um elf Uhr morgens habe es eine Schlange vor der Tür und großen Andrang gegeben. Auch die Stimmung sei entspannt, es mache Spaß, die Lesehungrigen zu beraten und Lesefutter nachzulegen. Eine Stärkung für Zwischendurch verspricht zudem der Verkauf von Kuchen und heißen Getränken – so manch einer komme allein aufgrund des leckeren Kuchenbuffets, heißt es. Viele Besucher sind nicht das erste Mal auf dem Büchermarkt, so wie Algeth Lietz. „Die Bücher sind gut sortiert, man muss sich nicht erst durch Ramsch wühlen, bis man etwas Tolles findet“ erzählt sie.

Auch Achim Figgen von den Lions zeigt sich zufrieden. Dank des guten Wetters hätten viele Besucher spontan während eines Sonntagsspazierganges vorbeigeschaut. Es gebe allerdings auch Stammkundschaft, die jedes Jahr wieder komme, erklärt er. Die gekauften Bücher seien dabei so unterschiedlich wie die Besucher selbst.

Und so verlassen viele der Literaturbegeisterten das Fachwerkhaus mit Bücherstapeln in den Armen oder gut gefüllten Umhängetaschen. Wie viel sie für ihre Funde bezahlen, das können sie an der Kasse selbst mitbestimmen – denn mit Preisen gekennzeichnet sind die Bücher nicht. Und in dem Wissen, dass sämtliche Einnahmen sozialen Projekten zugute kommen, lässt es sich auch gleich entspannter stöbern.

zum gleichen nThema in der Rotenburger Rundschau vom 12.3.2016

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25. Auflage des Lions Büchermarkt wieder ein großer Erfolg

Auf Buchfühlung in Fischerhude

Fischerhude (r/bb). Vom Dan-Brown-Thriller bis zum Heinz-Erhardt-Gedichtband, von plattdeutschen Erzählungen bis zum Schulbuch-Klassiker „Diercke Weltatlas“ – der Fischerhuder Büchermarkt bot auch bei seiner 25. Auflage wieder ein umfassendes Angebot an gebrauchter Literatur.

Kein Wunder, dass sich schon lange vor Beginn der Veranstaltung um 11 Uhr eine beeindruckende Schlange von Stammgästen vor Buthmanns Hof gebildet hatte. Das gute Wetter lockte zudem zahlreiche Sonntagsspaziergänger an, die sich die Gelegenheit nicht entgehen ließen, unter den rund 20.000 Büchern neues „Lesefutter“ zu suchen – und zum Teil schwer bepackt mit dutzenden Exemplaren nach Hause zu gehen.

Lions-Präsident Dr. Friedrich Köper bedankte sich bei allen Beteiligten, die die traditionsreiche Veranstaltung auch im Jubiläumsjahr möglich gemacht haben. Dazu gehörte auch ein gutes Dutzend Helfer vom kommunalen Jobcenter „Arbeit im Landkreis Verden“, die im Vorfeld und im Anschluss wertvolle Unterstützung beim Auf- und Abbau leisteten. „Ohne die Unterstützung dieser Jugendlichen und jungen Erwachsenen sowie weiterer freiwilliger Helfer könnten wir das alles gar nicht schaffen“, erläutert Werner Windeler, beim Lions-Hilfswerk Ottersberg-Wümme für die Organisation des Büchermarkts verantwortlich. Der Erlös aus dem Bücherverkauf und die Einnahmen der Kaffeetafel, die mit zahlreichen selbstgebackenen Kuchen bestückt war, sollen komplett für wohltätige Zwecke verwendet, vornehmlich im Landkreis Verden und unter anderem für soziale Projekte mit Kindern und Jugendlichen. Der nächste Büchermarkt in Fischerhude ist für den 5. März 2017 geplant. Wer dafür nicht mehr benötigte Bücher spenden möchte, kann das das ganze Jahr über tun. Vor Peters Scheune in Fischerhude (Straße: Im Krummen Ort) steht eine vor Wind und Wetter geschützte Kiste, in der gebrauchte Literatur rund um die Uhr abgelegt werden kann. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.ottersberg-lions.club.

 

aus der Rotenburger Rundschau vom 2.3.2015

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Lions-Club unterstützt Flüchtlingsunterricht

Hilfe für die Helfer

Sottrum (r/as). Schon zum dritten Mal veranstaltete der Arbeitskreis Asyl in Sottrum einen geselligen Nachmittag mit Kaffee, Kuchen und gemeinsamen Spielen für die in Sottrum gelandeten Flüchtlinge.

Einmal im Monat bereiten Bettina Bernhardt, Frauke Meyer, Christine Frehr und ihre Helferinnen, abwechselnd in den Räumen der St.-Georg- und der Zions-Gemeinde, ein Willkommenscafé vor und ernten dabei immer mehr Zuspruch für diese fröhliche Treffen, bei denen die fremdländischen Gäste stolz ihre wachsenden Deutschkenntnisse anwenden können.

Auch die Trommeleinlage der Besucher von der Elfenbeinküste und gemeinsames Klatschen und Singen gehören mittlerweile zum festen Bestandteil der Veranstaltung. „Eine solche ehrenamtliche Willkommenskultur hilft, Vorurteile und Berührungsängste abzubauen, weckt Verständnis für Probleme und stärkt ein gemeinsames Bürgerverständnis der Sottrumer“, heißt es von dem Team, das die Treffen organisitert. Immer neue Ideen zur Integration werden vor Ort ausgelotet: So kamen die Konfirmanden des Kirchenkreises beispielsweise auf die Idee, Kinder aus den angekommenen Familien in ihren Kinderzirkus „Smarties“ einzubeziehen.

Schon bevor diesmal die ersten Gäste bei dem Internationalen Treff zur Tür eintraten und der Kaffee noch in der Maschine blubberte, überreichte Hans-Jürgen Krahn im Namen des Lions-Club den ehrenamtlichen Deutschlehrerinnen vom Arbeitskreis (AK) Asyl einen symbolischen Scheck für ihre Arbeit. Die Lions hatten bei ihrem weihnachtlichen Bücherflohmarkt in der St.-Georg-Kirche Geld für soziale Zwecke gesammelt und sich spontan entschlossen, 300 Euro davon dem AK zur Verfügung zu stellen.

Elisabeth Steinkamp, Friederike Paar, Christiane Cordes, Cathérine Szczesny, Anette Römer und Patricia Tegeler-Winde von der Gruppe Deutschunterricht waren glücklich über den Zuschuss, von dem sie nun Lehrbücher und Hefte beschaffen können, was bisher meist aus eigener Tasche geschehen war. „Deutschunterricht ist wirklich das drängendste Anliegen der Flüchtlinge“, erklären die ehrenamtlichen Deutschlehrerinnen. Sie sind beeindruckt, was die Flüchtlinge auf sich nehmen, um die deutsche Sprache zu lernen. Durch Regen und Wind radeln sie regelmäßig von Sottrum nach Waffensen, um dort mithilfe eines Computerprogramms ihre Deutschkenntnisse zu erweitern – obwohl sie Temperaturen und Wetterbedingungen gewöhnt sind, die sich deutlich von den örtlichen unterscheiden.

Die Treffen des Arbeitskreises Asyl finden regelmäßig an jedem zweiten Mittwoch im Monat um 19 Uhr im Gemeindehaus der St.-Georg-Kirche statt. Wer an der Mithilfe interessiert ist, ist dazu eingeladen.