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Monatskolumne

Monatskolumne

Was bringt uns der Sommer 2021?

Mit einer fröhlichen Einladung in ihren hübschen Garten zu einem gemütlichen Kaffee-Nachmittag mit Aperitiv hatten Sabine und Ralph das Präsidentenjahr 2020/2 abgeschlossen. Für viele Lions und Lionessen war das die erste persönliche Begegnung in diesem Jahr – was das bedeutete, konnte man an der entspannten, ja heiteren Stimmung und dem Bedürfnis nach körperlichen Berührungen spüren und fast greifen...! Und dann wenig später die Präsidentenübergabe von Ralph an Rolf: erneut ein Wiedersehensfest! Mit seinem prallen Veranstaltungsprogramm machte der neue Präsident dann klar: wir wollen beginnen, die Corona-Zeit langsam hinter uns zu lassen und wieder mehr nach vorn zu blicken! Aber der Tod von Inge Becher, die uns immer mit ihrer offenen Art und ihrer Lebendigkeit beeindruckte, mahnt uns auch, unsere Seniorinnen und Senioren nicht aus dem Auge zu verlieren...

Am Freitag, den 2.7. wurde dann etwas abgeschlossen, in das unser Lionsfreund Berthold G. seit 2019 viel Engagement und Energie gesteckt hatte: das Friedensuhr-Projekt. Viele Lions und Lionessen zusammen mit Mitgliedern der Gefis und verschiedenen anderen Repräsentanten trafen sich dazu auf dem Scharn in der Mindener Innenstadt. Sie wollten endlich die Friedensuhr einweihen, die bereits seit Dezember 2020 an der Westwand des Rathauses die Zeit anzeigte, wie lange die Mitglieder der europäischen Union sich schon im Frieden miteinander befinden: zum Zeitpunkt der Enthüllung
76 Jahre, 1 Monat, 23 Tage, 18 Stunden, 30 Minuten und 3 Sekunden!
Der frühere Ministerpräsident von Niedersachsen David McAllister beschloss die Einweihungszeremonie mit einer bewegenden Schilderung seiner persönlichen Verwurzelung in den europäischen Friedensprozess: nachdem sein britischer Vater am 6.6.1944 als Invasionssoldat in der Normandie gelandet war und sich zum Zeitpunkt der deutschen Kapitulation bis Syke vorgekämpft hatte, verliebte er sich dort als Besatzungssoldat in eine Niedersächsin. Die beiden wurden ein Paar und zeugten David McAllister, der aktuell deutscher Europaabgeordneter ist! Was für eine Friedens- und Versöhnungsgeschichte!

(Im Sinne von Wulf Mämpel, einem Kolumnenschreiber im Lion, folgender Hinweis: Wer sich für die Beziehung von Volk und Eliten im Deutschland der letzten 300 Jahre interessiert, dem empfehle ich das erfrischende und bewegende Buch „Demokratie - Eine deutsche Affäre“ der jungen Historikerin Hedwig Richter, die an der Bundeswehrhochschule in München lehrt.) Heute geht es gleich weiter mit Rolfs ersten Clubabend, wo uns Uwe Schwenker, der Ulli Hoeneß des deutschen Handballs, seines Zeichens aber Präsident des Deutschen Handballbundes, aus dem Nähkästchen der Sportpolitik einige interessante und vielleicht auch amüsante Geschichten zum Besten geben wird...
Und nun wünsche ich Euch allen nach meinen diesmal ernsteren Worten eine fröhliche und entspannende Urlaubszeit Euer Heinrich

Was bringt uns das Frühjahr  2021?

Im Club passiert ja zur Zeit nicht so viel, da habe ich mich mal umgehört, was den Löwen aus Porta-Westfalica alles eingefallen ist, um die Lock-Down- Zeit für sich und vielleicht sogar für Neuerungen zu nutzen. Davon  möchte ich Euch heute berichten – natürlich im Einverständnis mit den Erzählern/Betroffenen und in der zeitlichen Reihenfolge, wie ich die kleinen Geschichten erfahren habe:

Klaus H. hat sich ein Lastenfahrrad zugelegt .  Aber er nutzt es nicht zum Einkaufen, dafür ist wenig Platz! Er hat nämlich eins gekauft, wo statt der Kiste ein Sitz für Renate mit Pedalen eingebaut ist, sodass sie bei Sonnenschein gemeinsam durch die Lande fahren können.

Mein Vorschlag: vielleicht passt ja an Renates  Stange zum Festhalten eine kleine Blumenvase aus  Käfer-Zeiten!

Michael P. packt mit seiner aktiven, vorausschauenden Art schon im Februar das neue Weihnachtskugel-Projekt an und findet auch gleich Mitstreiter in den beiden Heiners und

Thorsten B. Ob die so lange durchhalten? Vielleicht sagen sie sich auch: ist ja noch lange hin!

Joachim B. hat auch die Vorzüge des Pedelecs entdeckt, weil man damit ja auch sonst schwer erreichbare Ziele ansteuern kann. Dabei hat er sich auch in die wirkliche Natur begeben und stieß – oh Schreck – auf eine Schar Rehe, die von einem stolzen Hirsch bewacht wurden. Da hieß es:

nix wie weg!!  Man soll sich nicht zu weit in die Natur hineinwagen!

Günter N. hatte die langjährige Verbindung zu seiner 'Familientante' Maria  nie ganz aufgegeben. Sie lebt inzwischen in einem Altenheim in Hausberge und besitzt mit 91 Jahren noch ein Auto.

Aber das Alter ist unerbittlich und ihre Augen sind zu schlecht geworden, um sicher zu fahren!

Günter ist auch schon über 90, hat schon kein Auto mehr, aber immer noch gute Augen!

Wenn das nicht passt !

Jetzt fährt er sie in ihrem Auto spazieren und bringt auch manchmal was Leckeres aus dem Carpe Diem mit oder  er versorgt sie  mit anderen Lebensmitteln. Manchmal hat sie dann  was Leckeres im Pott oder in der Pfanne. Guten Appetit!

Gine und ich sind viel zuhause und haben im ersten Corona-Frühjahr einen kleinen Obst- und Gemüsegarten angelegt. Beeren gabs reichlich, aber die Fenchelpflanzen hatten ihre Knollen vergessen und die Möhren verkrochen sich im Sandkasten! Wohn- und Esszimmer haben wir vertauscht um vom Sofa aus das Vogeltreiben besser beobachten zu können.

 W's . haben sich eine neue Küche gegönnt und Marcus  hat sich intensiv mit der neuen Technik beschäftigt. Aber dann ist er selbst auf den Geschmack gekommen und hat beschlossen, selbst ein Mal wöchentlich für M. und ihre Kinder zu kochen! Und was denkt ihr, es schmeckt sehr gut!!!

Hat noch jemand ein leckeres Rezept für Markus?

Neugierig geworden? Fortsetzung folgt!

Euer Heinrich

 

Was bringt uns das neue Jahr 2021?

Neulich wurde Klaus Maria Brandauer in der FAZ gefragt : Fehlt uns nicht etwas, wenn wir einander nicht mehr sehen, spüren, in die Augen gucken? Ja, da leiden wir doch schon seit einem ¾ Jahr drunter!

Brandauers Antwort: Ich höre viel, was uns alles fehlt! Ich kann nur sagen: Was uns dann wirklich nicht mehr freut, ist, wenn wir krank sind. Das ist das Entscheidende ...!

Statt dem momentan Verlorenen weiter nachzuweinen sollten wir uns darauf konzentrieren, uns nicht vor einem möglichen Abschwellen der Pandemie infolge vom Impfen und Lock-down noch Covid 19-Viren einzufangen, denn noch rückt es uns immer näher! In unserer Familie hat es schon zugeschlagen!

Zu Viele meinen: Ich selbst muss es so genau mit den Kontaktverboten dann doch nicht nehmen. Und wenn es mich dann doch erwischt hat und die Symptome nicht so stark sind, muss ich das auch nicht unbedingt mitteilen! Es könnte ja etwas Negatives über mich aussagen und dann müsste ich mich schämen oder schuldig fühlen.

Aber andere über meine Krankheitssituation aufzuklären könnte mich eigentlich auch zufrieden machen, weil ich die Möglichkeit habe andere vor Ansteckung zu schützen.

Und es drückt ja auch aus, dass ich mir der Möglichkeit der menschlichen Verletzbarkeit bewusst bin!

Sigmund Freud, einer meiner Urväter, führte schon 1930 in „Das Unbehagen in der Kultur“ aus, dass uns die märchenhafte Entwicklung der Naturbeherrschung zu Allmachtsvorstellungen verleitet hat und das spürt man auch in der Pandemie, als unsere Ohnmacht und Hilflosigkeit plötzlich erschreckend deutlich wurde...

Auf der anderen Seite gibt es auch eine Art „ Angstlust“, nicht nur bei den Querdenkern. Bei mir schob sich anfangs in Gesprächen über die Gefahren der Pandemie ein Spruch aus der 68iger Zeit in mein Bewusstsein: Wer sich nicht in Gefahr begibt, wird drin umkommen! Ich meinte damit die Angst relativieren zu können oder zumindest etwas Abstand zu bekommen - was ja auch erstmal nicht ganz falsch ist. Aber Angst ist ja auch ein wichtiges, unsere Unversehrtheit schützendes Signal. In manchen Situationen kann man sie aber vielleicht auch vergessen und versuchen z.B. die Angst vor dem maskierten Gesicht in etwas Positives umzuwandeln: So berichtete am Donnerstag bei einer Diskussionsrunde auf 3Sat ein Teilnehmer, dass für Frauen das Flirten mit den Augen in den maskierten arabischen Länder besonders reizvoll sei und auch häufig praktiziert würde! Es ist also wie immer eine Frage der Kommunikation.

Ab Dienstag kann ja für die Clubmitglieder, die sich noch nicht ernsthaft auf die Internet-Kommunikation eingelassen haben – wozu ich mich auch zähle – die Internet-Grundschule beginnen, aber hoffentlich mit einem Kurzschuljahr!

In diesem Sinne: freunden wir uns mit unseren Ängsten an, und bleiben offen für Neues und

vielleicht nehmen wir uns für das neue Jahr vor, mehr mit den Augen zu lächeln.

                                                            Euer Heinrich

 

Was bringt uns der Dezember 2020?

Die Weihnachtszeit nähert sich mit schnellem Schritt und konfrontiert uns noch heftiger, als schon seit Beginn der Pandemie mit der Frage, wie viel Nähe wir bei den Begrüßungen und Verabschiedungen bei den Besuchern oder Gastgebern zulassen dürfen:

Das gerade im Club fast obligatorische Händeschütteln und sich in die Augen sehen ist ja jetzt völlig tabuisiert! Dabei ist das doch seit Urzeiten ein Ausdruck von friedlichen Absichten und erfolgt ja nicht zufällig mit der rechten Hand, weil das ja eigentlich Waffenlosigkeit symbolisiert.

In den 68iger Zeiten haben wir schon mal versucht dieses Ritual durch einen Friedensgruß mit erhobener Hand oder gar mit dem indianischen Gruß der Hasch=Friedenspfeife zu ersetzen, was sich ja leider nicht durchsetzen konnte. Aber jetzt ist der unhygienische=gefährliche Handschlag ja quasi verboten! Ist ja eigentlich auch ein altmodisches, konservativ-patriachalisches=völlig veraltetes Ritual...  Dabei signalisierte er doch: ich anerkenne Dich und ihn zu verweigern war mindestens beleidigend!

Was liegt da näher, neue Formen wie das Berühren mit einer Faust oder dem Ellenbogen=cooler Fortschritt auszuprobieren.

Aber Moment mal, diente diese Geste bisher nicht eher dazu, den anderen zu vertreiben oder beiseite zu drücken=sich Platz zu verschaffen?! Passt natürlich besser in manche Verhaltensformen der heutigen Zeit...

Jetzt ist aber gut!

Eigentlich möchte ich Euch gerade zum Fest mit auf den Weg geben: haltet da, wo es möglich und vertretbar ist, an diesem guten Brauch und dem der Umarmung fest und da, wo es nicht ratsam ist sollten wir uns aber nicht an diese neuen Ausdrucksformen gewöhnen. Denn:

eine wichtige Regel in der Beziehungsarbeit lautet: das Tun ist immer bedeutsamer als das Reden!

Zum Schluß noch etwas Positives: Die 8000 Kalender sind  verkauft, und das ging vielleicht so besonders schnell, weil dieser Kalender vielen Menschen aus dem Mühlenkreis auch etwas Vertrautes ist und gerade beim allgemeinem Kontaktverbot doch ein Objekt ist, was uns alle verbindet und was man täglich berühren kann (oder lieber vorher desinfizieren sollte ???)!

Vielleicht werden die 500 Weihnachtskugeln, die zum ersten Mal mit verkauft werden, ein ähnliches Erfolgsmodell! So eine schöne Kugel hat ja noch den Vorteil ein bleibendes Schmuckstück zu sein, man kann sie vielleicht sogar sammeln!

Damit verabschiede ich mich für dieses Jahr von Euch, aber nicht  ohne  unserm plötzlich so schlimm erkrankten Lions-Freund Klaus K. eine rasche Besserung und Genesung zu wünschen – wir vermissen Dich sehr, der Du ja immer, wenn guter Rat teuer war,  mit Rat und Tatkraft zur Stelle warst (auch was die Kolumne betrifft), und hoffentlich weiter sein wirst!

Euch allen wünsche ich ein ein gesegnetes und freudiges Weihnachtsfest im Kreise eurer Lieben und einen guten Rutsch ins hoffentlich bessere 2021!

                                                            Euer Heinrich

Was bringen uns der Oktober/November 2020?

Was soll ich schreiben, liebe Lions-Freunde? Seit 14 Tagen grüble ich darüber nach...
Die offenen Türen abgesagt, Go  to  meeting !  beim letzten Clubabend fehlgeschlagen...
Doch ich will nicht die „stillen“ Aktivitäten im Club aus dem Blick verlieren: neben den avisierten Neuaufnahmen ist Theo unmerklich aber mit voller Kraft dabei, den  wieder sehr erfolgversprechenden Adventsloskalender 2020 auf die Zielgerade zu bringen! Über andere mögliche Aktivitäten bin ich vielleicht nicht informiert...
Moment, da war doch dieser kleine Film von der Marienkirche mit Frieders fast sanften, aber auch eindringlichen Worten zur Absage der „Ersatz“- OT im Gemeindehaus, unterlegt mit einem symbolträchtigen Film!  Er wies zum einen darauf hin, in welcher Ansteckungsgefahr jedes größere Club-Treffen momentan steht...
Die Band Pink Floyd beklagte schon 1975 in Whish you were here solche Situationen:

We´re just two lost souls
swimming in a fish bowl
year after year
running over the same old ground
What have we found?
The same old fears!

Zum anderen öffnete er uns die  Tür zum eigenen Weinkeller  und ermunterte uns, in den Bücherschrank zu schauen und – möchte ich hinzufügen - vielleicht auch mal wieder mit einem Lions-Paar und einer Tüte Chips zur blauen Stunde unsere alten Lieblingsstücke zu hören...

Dabei landete  ich bei dem irischen Sänger Van Morrison, der 1972 seine Fans beschwor:

Listen to the lion!

Aber er meinte nicht die Lions-Clubs sondern seinen eigenen inneren Löwen!
Was sagt uns unser innerer Löwe?
Meiner ruft seit Tagen: Mach endlich Deine Kolumne fertig!! Und wenn Du schon über das Kümmern schreibst, hast Du Dich denn schon um die verstummten Lions/Lionessen gekümmert?!
Hast Du Dir schon den „kleinen inneren Schubs“ gegeben,um in die Puschen zu kommen?
Also - Hauptsache, wir verlieren uns nicht aus den Augen!

Übrigens: nach den Buchsbäumen haben auch unsere Wallnüsse unangemeldeten Besuch bekommen: von den Wallnuss-Fliegen, die das Aussehen der Nüsse so verändern, daß ca. 80%  wie verschrumpelte Mohrenköpfe aussehen!

Damit verabschiede ich mich für die nächsten 2 Monate!

                                                            Euer Heinrich

 

                                                                                     

Redakteur: Heiner Spieß