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Notfallseelsorge und Lebenshilfe im Kreis Tübingen

Notfallseelsorge und Lebenshilfe im Kreis Tübingen

Die diesjährig geplanten Activities des Lions Clubs Tübingen zur Spendenbeschaffung mussten wegen der Corona-Pandemie leider alle abgesagt werden. Im Mai sollte ein Benefizkonzert mit dem Landespolizeiorchester im Sparkassen Carré stattfinden. Das Konzert wurde auf den 12. Mai 2021 verschoben. Im Juni war ein Thementag mit großem Rahmenprogramm zum Thema „Diabetes“ im und vor dem Stadtmuseum geplant. Dieser Termin wird nun am 19. Juni 2021 stattfinden. Anlässlich des Stadtlaufes im Herbst dieses Jahres sollte ein großer Handtaschenflohmarkt ebenfalls im Stadtmuseum durchgeführt werden. Auch dieser wurde auf den Herbst 2021 verschoben und wird dort dann hoffentlich im Rahmen des Stadtlaufes am 18./19. September 2021 stattfinden. Hinzu kommt noch ein Mundartabend zum Thema Sebastian Blau mit Peter Nagel aus Rottenburg. Dieser Abend wird am 12. März 2021 im Club Voltaire stattfinden.

Auch wenn dieses Jahr unsere Activityeinnahmen ausfallen, versucht der LC Tübingen dennoch sein jährliches Spendenvolumen weitgehend aufrechtzuerhalten. Die Mittel dazu kommen aus Mitgliedsbeiträgen und von Spenden der Clubmitglieder, die damit gerade in solchen Zeiten verstärkt gefragt sind. 

Im März 2020 wollte ursprünglich die Präsidentin des Lions Clubs Tübingen Prof. Dr. Birgit Weyel den Vertretern der Notfallseelsorge Tübingen eine Spende über 10.000 € überreichen, die im Rahmen eines runden Geburtstages eines Lions-Mitglieds gesammelt wurden. Der Übergabetermin musste leider coronabedingt kurzfristig abgesagt werden. Die Spende wurde deshalb formlos an die Notfallseelsorge überwiesen und war dort hoch willkommen. Die Arbeit der Notfallseelsorge ist sicherlich sehr wichtig und findet deshalb große Anerkennung und Wertschätzung seitens der Tübinger Lions. Wohin fließt diese Spende? Die Notfallseelsorgerinnen und -seelsorger sind mehrheitlich von den beiden Kirchen ausgebildete Seelsorger*innen, d.h. sie sind  „ausgerüstet“ für Begegnung und Gespräch. Die Mitarbeit in der Notfallseelsorge heißt bereit zu sein, auf eine Alarmierung durch die Integrierte Leitstelle vom Roten Kreuz und der Feuerwehr hin sich zu Menschen rufen zu lassen, die in eine akute Krise geraten sind etwa durch den plötzlichen Tod eines nahen Angehörigen. Eine solche Bereitschaft macht eine enge Zusammenarbeit mit den Rettungsdiensten und/oder der Polizei nötig und verlangt eine technisch gute Alarmierbarkeit und eine Sicherheit in Gefahrenzonen - etwa bei Unfällen oder Großschadensfällen – gewährende Ausrüstung – Jacken, Stiefel, einen Rucksack.  Darüber hinaus stellen die Rettungsdienste im Landkreis und damit verbunden auch die Notfallseelsorge in den nächsten Jahren auf ein Digitales Alarmierungssystem um. Dann brauchen die ca. 25 Mitarbeitenden der Notfallseelsorge einen digitalen Alarmgeber zu je ca. 300 €. Ein weiteres Projekt ist die Anschaffung eines Autos in naher Zukunft, da Mitarbeitende zunehmend auf ein eigenes verzichten. Der Lions Club hat durch seine Spende die finanzielle Situation der Notfallseelsorge im Landkreis Tübingen erheblich entspannt und einen wichtigen Beitrag geleistet, dass ihre Mitarbeitenden sicher und schnell in ihren Einsatz kommen. 

   

Auch die Lebenshilfe Tübingen erhielt 2000 € zur Finanzierung eines „Coffee Case“. Das ist eine spezielle Kaffeemaschine, ein kleines Wunderwerk, gleichsam ein fahrbares Café, robust und vielfältig einsetzbar. Wenn auch die Corona-Krise einen Aufschub erzwang, so wird es doch hoffentlich bald wieder das Sonntagskaffee im FRIEDA–Treff der Lebenshilfe geben. Der FRIEDA-Treff will Begegnungen zwischen Menschen mit und ohne Behinderung vor allem für Bewohner*innen der Tübinger Weststadt ermöglichen. Das „Coffee Case“ liefert den guten Kaffee und kann von Menschen mit Behinderungen bedient werden und bietet so die Möglichkeit der aktiven Mitgestaltung und Mitarbeit. Es soll aber auch beim Cateringservice der Lebenshilfe eingesetzt werden und bietet so Qualifizierungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen mit kognitiven Einschränkungen. Darin liegt sein eigentlicher Wert, denn die Generierung von Arbeitsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderung oder Beeinträchtigung ist ein wesentliches Unternehmensziel der Lebenshilfe. Mit der Spende hilft der LC Tübingen mit, der Inklusion von Menschen mit Behinderung ein Stück näherzukommen.

Neben vielen kleineren Spenden wurden auch das Asylzentrum Tübingen und das Paul-Lechler-Krankenhaus zur Förderung der Palliativmedizin  jeweils mit einer Spende von 2000 € bedacht. 

Seit April treffen sich die Mitlgieder zu Vorträgen und zum Austausch per Videokonferenz, aber es bleibt zu hoffen, dass das  Clubleben in seiner Präsenzform mit persönlichen Treffen und gegenseitigem Austausch bald wieder möglich sein wird.

Bericht über den Gegenbesuch des Tübinger Lions Clubs beim Lions Club St. Jakob aus Basel

Bericht über den Gegenbesuch des Tübinger Lions Clubs beim Lions Club St. Jakob aus Basel

Pünktlich um 12 Uhr fuhr eine 35-köpfige Delegation, etwas grippereduziert, aus Tübingen mit dem Bus zum Gegenbesuch nach Basel. Erster Höhepunkt war am Abend ein Konzertbesuch im Basler Musical Theater. Der Basler Club veranstaltet jedes Jahr ein großes Benefizkonzert mit der Chamber Academy Basel.Die Chamber Academy Basel ist das etwa 35 Mann bzw. Frau starke Orchester der Hochschule für Musik. Das Ensemble, das vorwiegend aus ausgewählten Studierenden der Hochschule für Musik besteht, zeichnet sich durch höchste Professionalität und Musikalität aus. Die Tübinger Delegation erlebte mit ca. 450 weiteren Zuhörern in den Räumen des Musical Theaters Basel ein mitreißendes Beethoven-Programm, in dem sich die Begeisterungsfähigkeit der Jungen Musiker unmittelbar auch auf das Publikum übertrug. Der Reinerlös von ca. 15.000 Franken wird der Musikakademie Basel zur Unterstützung junger Musiker gespendet. Der Tübinger Lions Club konnte durch seine zahlreiche Teilnahme einen kleinen Teil dazu beitragen. Im Anschluss an das Konzert fand noch ein „Apero riche“, ein Empfang mit Häppchen statt.

Ergänzende Anmerkungen: Das Musical Theater ist eine umgebaute Messehalle in Klein Basel (linksrheinisch Richtung Deutschland) und fasst 1100 Zuhörer. Die Hochschule für Musik wird von 4 Kantonen getragen und hat 700 Studierende und 4000 Musikschüler. Geleitet wird sie von Stephan Schmidt, gebürtig aus dem Raum Donaueschingen, verheiratet mit einer Schweizerin. Die Hochschule hat ca. 540 Mitarbeiter. Zu ihrer Unterstützung gibt es dann noch die Stiftung Musikakademie.

Samstagvormittag, den 1.12.2018:

Am Samstagmorgen ging es zur Besichtigung des historischen roten Rathauses am Marktplatz in Basel,Sitz des Parlaments (Grosser Rat) und der Regierung des Kantons Basel-Stadt. Hier wurde die Tübinger Gruppe durch Remo Galacchi begrüßt, derzeit Grossratspräsident und damit „höchster Basler“. Der Nachmittag stand dann zur individuellen Erkundung der Basler Altstadt zur Verfügung.

Ergänzende Anmerkungen: Das Rathaus wurde nach dem Eintritt der Basler in die Eidgenossenschaft im Jahr 1501 begonnen und 1514 fertiggestellt. Der mächtige Ostturm und der Westtrakt kamen erst zwischen 1898 und 1904 hinzu. Der Halb-Kanton Basel-Stadt besteht aus Basel (180.000 Einwohner) und den beiden Gemeinden Riehen und Bettingen (gesamt ca. 200.000 Einwohner). Daneben gibt es noch den anderen Halbkanton Basel-Land. Diese Teilung erfolgte nach Unruhen im Jahr 1833. Mehrere Einigungsversuche scheiterten bisher am Votum der Bürger von Basel-Land. Stadt und Kantonsverwaltung sind weitgehend identisch. Die Verwaltung, die 7-köpfige Regierung (Stadt und Kanton) wird von der Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann geleitet. Die Legislative (gleichzeitig Stadt- und Kantonsrat) ist der Grosse Rat Basel, mit 100 Mitgliedern und geleitet vom Grossratspräsidenten Remo Galacchi (für 1 Jahr gewählt).

Samstagabend:

Am Abend waren die Tübinger dann zum festlichen Dinner im Restaurant Safran-Zunfteingeladen. Als Gastgeschenk erhielten die Tübinger einen 200 Millionen Jahre alten Bergkristall, verbunden mit dem Wunsch, dass die Freundschaft bzw. die Verzwillingung zwischen den beiden Clubs mindestens auch solange halten wird.

Die beiden Clubs beabsichtigen sich weiterhin mindestens einmal im Jahr abwechselnd in Basel und Tübingen oder auch an anderen Orten zwischen Basel und Tübingen zu treffen, um den Erfahrungsaustausch und die weitere Freundschaft zu pflegen. Ein besonderes Anliegen der Vertreter beider Clubs ist, diese Beziehung behutsam weiter aufzubauen, die Mitglieder nicht zu überfordern und zukünftige Begegnungen organisatorisch, aber auch finanziell in einem überschaubaren Rahmen zu halten. Ausbau und Fortbestand der Partnerschaft hängen entscheidend vom Entstehen und der Pflege persönlicher Verbindungen zwischen den Mitgliedern beider Clubs ab und dies stand auch an diesem Wochenende absolut im Vordergrund.

Ein großes Dankeschön gebührt den beiden Jumelage-Beauftragten Reiner Dimkeaus Tübingen und Dominique Tellenbachaus Basel, die diesen Besuch gemeinsam exzellent vorbereitet haben.

Ergänzende Anmerkungen: Die Safran-Zunft ist eine der 29 Basler Zünfte aus dem 13. Jahrhundert und widmete sich wie der Name schon sagt, dem Gewürzhandel. Das Menu bestand aus einer Pastinaken Miso-Suppe, einem Rinds-Entrecote, Barolo Jus, Safran-Risotto und Salbei. Zum Nachtisch gab es noch ein Mascarpone-Caramel-Mousse mit Mandarinen. Der Kristall wurde von LF Herbert Schneider, von Beruf Edelsteinhändler, gespendet. Es handelt sich um einen dunklen Rauchquarz, ein sog. „Morio“. Die Struktur bzw. das Gitter entstanden unter Einwirkung von Radioaktivität. Der Vorgang wird als „Verzwillingung“ bezeichnet und dauert über 200 Millionen Jahre.

Sonntag, den 2.12.2018:

Am Sonntagmorgen fand zum Abschluss noch eine Straßenbahnfahrt mit einer historischen Tram, genannt „Das Tram“, aus dem Jahr 1908 statt, bei der die Tübinger Basel nochmals ausgiebig von einer anderen Perspektive aus kennenlernen konnten. Nach dieser Extrafahrt fand dann noch ein Glühwein-Empfang im Restaurant „Zum Braunen Mutz“ am Barfüsserplatzsatt, bevor die Gäste beschwingt den Rückweg nach Tübingen antraten. Beim Abschluss war dann auch noch der District Governor Kurt Wüest aus Luzern zu Gast und überreicht Reiner Dimke seinen Governorwimpel.

Ergänzende Anmerkungen: Für den Zeitraum des Aufenthalts erhielten die Tübinger automatisch im Hotel die ÖV-Karte „Baselcard“, mit der sie den gesamten Basler ÖPNV kostenlos benutzen konnten. Der Multidistrikt Schweiz ist in 3 Distrikte aufgeteilt.

Ausblick:

Alle Beteiligten blicken sehr optimistisch auf diese Jumelage. Sie hat durch die gemeinsame Sprache und die überschaubare Entfernung eine gute Basis. Man verabredete sich deshalb auf ein baldiges Wiedersehen Mitte nächsten Jahres, eventuell in Meersburg am Bodensee.

gez.: Josef Kreuzberger, PR