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Bericht über den Gegenbesuch des Tübinger Lions Clubs beim Lions Club St. Jakob aus Basel

Bericht über den Gegenbesuch des Tübinger Lions Clubs beim Lions Club St. Jakob aus Basel

Pünktlich um 12 Uhr fuhr eine 35-köpfige Delegation, etwas grippereduziert, aus Tübingen mit dem Bus zum Gegenbesuch nach Basel. Erster Höhepunkt war am Abend ein Konzertbesuch im Basler Musical Theater. Der Basler Club veranstaltet jedes Jahr ein großes Benefizkonzert mit der Chamber Academy Basel.Die Chamber Academy Basel ist das etwa 35 Mann bzw. Frau starke Orchester der Hochschule für Musik. Das Ensemble, das vorwiegend aus ausgewählten Studierenden der Hochschule für Musik besteht, zeichnet sich durch höchste Professionalität und Musikalität aus. Die Tübinger Delegation erlebte mit ca. 450 weiteren Zuhörern in den Räumen des Musical Theaters Basel ein mitreißendes Beethoven-Programm, in dem sich die Begeisterungsfähigkeit der Jungen Musiker unmittelbar auch auf das Publikum übertrug. Der Reinerlös von ca. 15.000 Franken wird der Musikakademie Basel zur Unterstützung junger Musiker gespendet. Der Tübinger Lions Club konnte durch seine zahlreiche Teilnahme einen kleinen Teil dazu beitragen. Im Anschluss an das Konzert fand noch ein „Apero riche“, ein Empfang mit Häppchen statt.

Ergänzende Anmerkungen: Das Musical Theater ist eine umgebaute Messehalle in Klein Basel (linksrheinisch Richtung Deutschland) und fasst 1100 Zuhörer. Die Hochschule für Musik wird von 4 Kantonen getragen und hat 700 Studierende und 4000 Musikschüler. Geleitet wird sie von Stephan Schmidt, gebürtig aus dem Raum Donaueschingen, verheiratet mit einer Schweizerin. Die Hochschule hat ca. 540 Mitarbeiter. Zu ihrer Unterstützung gibt es dann noch die Stiftung Musikakademie.

Samstagvormittag, den 1.12.2018:

Am Samstagmorgen ging es zur Besichtigung des historischen roten Rathauses am Marktplatz in Basel,Sitz des Parlaments (Grosser Rat) und der Regierung des Kantons Basel-Stadt. Hier wurde die Tübinger Gruppe durch Remo Galacchi begrüßt, derzeit Grossratspräsident und damit „höchster Basler“. Der Nachmittag stand dann zur individuellen Erkundung der Basler Altstadt zur Verfügung.

Ergänzende Anmerkungen: Das Rathaus wurde nach dem Eintritt der Basler in die Eidgenossenschaft im Jahr 1501 begonnen und 1514 fertiggestellt. Der mächtige Ostturm und der Westtrakt kamen erst zwischen 1898 und 1904 hinzu. Der Halb-Kanton Basel-Stadt besteht aus Basel (180.000 Einwohner) und den beiden Gemeinden Riehen und Bettingen (gesamt ca. 200.000 Einwohner). Daneben gibt es noch den anderen Halbkanton Basel-Land. Diese Teilung erfolgte nach Unruhen im Jahr 1833. Mehrere Einigungsversuche scheiterten bisher am Votum der Bürger von Basel-Land. Stadt und Kantonsverwaltung sind weitgehend identisch. Die Verwaltung, die 7-köpfige Regierung (Stadt und Kanton) wird von der Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann geleitet. Die Legislative (gleichzeitig Stadt- und Kantonsrat) ist der Grosse Rat Basel, mit 100 Mitgliedern und geleitet vom Grossratspräsidenten Remo Galacchi (für 1 Jahr gewählt).

Samstagabend:

Am Abend waren die Tübinger dann zum festlichen Dinner im Restaurant Safran-Zunfteingeladen. Als Gastgeschenk erhielten die Tübinger einen 200 Millionen Jahre alten Bergkristall, verbunden mit dem Wunsch, dass die Freundschaft bzw. die Verzwillingung zwischen den beiden Clubs mindestens auch solange halten wird.

Die beiden Clubs beabsichtigen sich weiterhin mindestens einmal im Jahr abwechselnd in Basel und Tübingen oder auch an anderen Orten zwischen Basel und Tübingen zu treffen, um den Erfahrungsaustausch und die weitere Freundschaft zu pflegen. Ein besonderes Anliegen der Vertreter beider Clubs ist, diese Beziehung behutsam weiter aufzubauen, die Mitglieder nicht zu überfordern und zukünftige Begegnungen organisatorisch, aber auch finanziell in einem überschaubaren Rahmen zu halten. Ausbau und Fortbestand der Partnerschaft hängen entscheidend vom Entstehen und der Pflege persönlicher Verbindungen zwischen den Mitgliedern beider Clubs ab und dies stand auch an diesem Wochenende absolut im Vordergrund.

Ein großes Dankeschön gebührt den beiden Jumelage-Beauftragten Reiner Dimkeaus Tübingen und Dominique Tellenbachaus Basel, die diesen Besuch gemeinsam exzellent vorbereitet haben.

Ergänzende Anmerkungen: Die Safran-Zunft ist eine der 29 Basler Zünfte aus dem 13. Jahrhundert und widmete sich wie der Name schon sagt, dem Gewürzhandel. Das Menu bestand aus einer Pastinaken Miso-Suppe, einem Rinds-Entrecote, Barolo Jus, Safran-Risotto und Salbei. Zum Nachtisch gab es noch ein Mascarpone-Caramel-Mousse mit Mandarinen. Der Kristall wurde von LF Herbert Schneider, von Beruf Edelsteinhändler, gespendet. Es handelt sich um einen dunklen Rauchquarz, ein sog. „Morio“. Die Struktur bzw. das Gitter entstanden unter Einwirkung von Radioaktivität. Der Vorgang wird als „Verzwillingung“ bezeichnet und dauert über 200 Millionen Jahre.

Sonntag, den 2.12.2018:

Am Sonntagmorgen fand zum Abschluss noch eine Straßenbahnfahrt mit einer historischen Tram, genannt „Das Tram“, aus dem Jahr 1908 statt, bei der die Tübinger Basel nochmals ausgiebig von einer anderen Perspektive aus kennenlernen konnten. Nach dieser Extrafahrt fand dann noch ein Glühwein-Empfang im Restaurant „Zum Braunen Mutz“ am Barfüsserplatzsatt, bevor die Gäste beschwingt den Rückweg nach Tübingen antraten. Beim Abschluss war dann auch noch der District Governor Kurt Wüest aus Luzern zu Gast und überreicht Reiner Dimke seinen Governorwimpel.

Ergänzende Anmerkungen: Für den Zeitraum des Aufenthalts erhielten die Tübinger automatisch im Hotel die ÖV-Karte „Baselcard“, mit der sie den gesamten Basler ÖPNV kostenlos benutzen konnten. Der Multidistrikt Schweiz ist in 3 Distrikte aufgeteilt.

Ausblick:

Alle Beteiligten blicken sehr optimistisch auf diese Jumelage. Sie hat durch die gemeinsame Sprache und die überschaubare Entfernung eine gute Basis. Man verabredete sich deshalb auf ein baldiges Wiedersehen Mitte nächsten Jahres, eventuell in Meersburg am Bodensee.

gez.: Josef Kreuzberger, PR