angle-left Avadislav Avadiev - Vorsitzender des jüdischen Landesverbandes Rheinland-Pfalz - zu Gast bei den Vulkaneifel Lions

Einblicke in jüdisches Leben Avadislav Avadiev - Vorsitzender des jüdischen Landesverbandes Rheinland-Pfalz - zu Gast bei den Vulkaneifel Lions

Der gebürtige Usbeke Vadislav Avadiev ist Vorsitzender des jüdischen Landesverbandes Rheinland-Pfal. Der 50-Jährige aus der Koblenzer Gemeinde vertritt damit rund 3500 Mitglieder aus der Gemeinde Mainz und den Kultusgemeinden Koblenz, Trier, Bad Kreuznach und der Rheinpfalz mit Sitz in Speyer. Er kam vor 20 Jahren kam mit seiner Familie in die Bundesrepublik. „Ich wollte - trotz der Shoa – unbedingt in die Bundesrepublik Deutschland und bin stolz, hier zu sein, um bei der Wiederbelebung und Weiterentwicklung jüdischen Lebens meinen Beitrag leisten zu können.“

Die Gemeinden in Rheinland-Pfalz sind eher traditionell konservativ, was sich aus der Herkunft der meisten Familien aus dem ehemaligen Ostblock erklärt, in dem die freie Ausübung ihres Glaubens nicht möglich war. Für die jüdischen Gemeinden sind die Synagogen nicht nur Gebäude für den gemeinsamen Gottesdienst und des Studiums der Tora und des Talmud, sondern auch der Begegnung. Sie sind Zentren, in den Sprachkurse, Seniorentreffs und kulturelle Programme stattfinden, um damit auch die Mitglieder – vor allem auch jüngere – an die Gemeinde zu binden. Eine Missonierung wie in den christlichen Kirchen gibt es nicht. Als Jude gilt, wer Kind einer jüdischen Mutter ist oder regelgerecht zum Judentum konvertiert ist. Die Konversion ist eher selten und erfordert das Bekenntnis zu den Grundlagen jüdischen Glaubens und zur Einhaltung seiner Vorschriften. Auch unter den Juden schreitet der Verweltlichungsprozess voran, nicht anders als in den christlichen Kirchen.

Avadievs besondere Sorge gilt auch den ca. 350 jüdischen Friedhöfen in Rheinland-Pfalz, die einen Hinweis auf die große Zahl der Synagogen und jüdischen Bethäuser in Deutschland vor 1933 darstellen. Jüdische Friedhöfe werden nach jüdischem Recht für die Ewigkeit angelegt. Die Bestattung eines Toten soll im Judentum möglichst schnell nach dem Tod erfolgen. Mit dem Glauben an die Auferstehung ist im Judentum eine Kremation nicht vereinbar.

Vadislav Avadievs Vortrag – assoziativ und an vielen Beispielen aus dem Alltag jüdischen Lebens konkretisiert – gewährte einen tiefen Einblick in und einen optimistischen Ausblick auf jüdisches Leben in Rheinland-Pfalz.