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    Jumelage mit dem LC Arras (F) - 1966 bis heute

    Arras, Place des Héros mit Rathaus

    25 Jahre Jumelage

    Erinnerungen an die „Hochzeit“ des LC Wermelskirchen - Wipperfürth mit dem LC Arras (Frankreich)

    In 1991 blickte der LC Wermelskirchen Wipperfürth (ehem. LC Bergisch Land) auf 25 Jahre Jumelage mit dem LC Arras-en-Artois zurück. Grund genung, einmal aus den alten Unterlagen die Historie aufzuarbeiten. Dabei trat recht Amüsantes zu Tage:

    Anfang 1965 regte der damalige Zone-Chairman Plutte eine Jumelage unseres erst ein Jahr jungen Clubs mit dem LC Arras-en-Artois an, der eine Verbindung mit einem deutschen Club eingehen wollte. Unser Vorstand war gar nicht begeistert von dieser Idee, weil der junge Club erst noch reifen müsse und noch nicht „heiratsfähig" sei. Mit sanftem Zwang und etwas List verstand es Gouvernor Deutgen jedoch, eine erste Kontaktaufnahme zu vermitteln.

    Vier Lionsfreunde verabredeten sich im April 1965 zu einer ersten „Schnuppertour (Brautschau)“ nach Arras. Tatsächlich gefahren sind dann allerdings nur drei. Präsident Jores sagte sehr kurzfristig ab, schickte jedoch einen seiner Schüler mit einer Wandkarte von Nordrhein-Westfalen zum vereinbarten Abfahrtsort. Ob diese Karte als Gastgeschenk oder als Orientierungshilfe gedacht war, lässt sich nicht mehr eindeutig recherchieren.

    Der Empfang durch den französischen Club im Hotel de l'Univers in Arras war überaus herzlich, wenn auch unsere Freunde anfangs den Trésorier (Schatzmeister) des gastgebenden Clubs fälschlicherweise für den Hoteldirektor gehalten hatten.

    Mit einem Dia-Vortrag stellten unsere Freunde das Bergische Land vor. Als Botschaft nahmen sie mit, dass man unbedingt eine Jumelage mit einem deutschen Club eingehen wollte.

    Im Juli 1965 erfolgte der Gegenbesuch mit einem Privatflugzeug, womit die Lions aus Arras zweifellos ihren Wagemut unter Beweis gestellt hatten. Statt zugelassener vier Personen entstiegen fünf der Maschine auf dem kleinen Flugplatz in Wipperfürth. Nach einer Teilnahme am Clubabend und einem ersten Gespräch über die beabsichtigte Partnerschaft erfolgte am nächsten Tag der Rückflug bei sehr schlechtem Wetter. Man hatte lange auf die Starterlaubnis warten müssen, so dass zwei Lionsfreunde es vorzogen, mit der Eisenbahn nach Arras zurückzufahren. Damit war die Maschine dann auch nicht mehr überbesetzt und man sah nach Stunden die mutigen Flieger in einer tiefliegenden Wolkendecke entschwinden. Der Fluglotse hatte Ihnen die Empfehlung gegeben, zur Orientierung an Rhein und Mosel entlang zu fliegen. Es war der Tag eines De Gaulle-Besuches in der Bundesrepublik und sie sollten keine Personenansammlung von mehr als fünf Personen überfliegen.

    Im Oktober 1965 kamen die Freunde aus Arras in einer langen Autokolonne ins Bergische Land. Unvergesslich bleibt, dass eines ihrer Clubmitglieder einen präparierten Löwenkopf aufgesetzt hatte. Die „Verlobungsfeier fand in Schloss Burg statt, anlässlich der der Präsident des französischen Clubs eine vorbereitete phonetische Ansprache in Deutsch hielt, ohne wahrscheinlich auch nur ein Wort selber davon zu verstehen. Die Gäste aus Arras mit Damen wurden weitgehend bei unseren Familien untergebracht, wobei Verständigungschwierigkeiten mit verschiedenen Fremdsprachen und mit Zeichensprache überbrückt wurden.

    Ende April 1966 fand ein Treffen in kleinem Kreis in Tienen/Belgien statt, um die Modalitäten der „Hochzeit" zu besprechen. Der Treffpunkt, ungefähr in der Mitte zwischen Arras und Wermelskirchen, wurde nach einem alten Guide Michelin festgelegt. Das ausgesuchte Hotel war jedoch bereits vor längerer Zeit abgebrannt und so traf man sich mehr oder weniger zufällig auf dem Marktplatz von Tienen.

    Der „Hochzeit“ konnte nun nichts mehr im Wege stehen. Sie fand im Mai 1966 In Arras statt und war zugleich die 10-Jahresfeier des LC Arras-en-Artois. Ein Empfang im Rathaus von Arras rundete das erste große Treffen in Frankreich ab.

    In den 25 Jahren Partnerschaft haben sich unsere Clubs ausnahmslos jedes Jahr besucht - abwechselnd in Frankreich und in Deutschland und jeweils mit einem informativen Programm und einer Activity zugunsten einer sozialen Einrichtung verbunden. Dabei sind auch sehr enge persönliche Freundschaften gewachsen.

    Im Sinne des Lions-Gedankens, zur Verständigung zwischen den Völkern beizutragen, ist eine Verbindung zwischen den Clubs entstanden, von der ältere Club-Mitglieder leicht ins Schwärmen geraten und für die neue Lionsfreunde schnell begeistert werden können.