Zum Inhalt wechseln

Teilnehmerbericht 2016 Camp Gunma Prefecture Atemberaubendes Nippon

2016 Camp Gunma Prefecture_Besuch beim Lions Clubabend

Atemberaubendes Japan

Arigatou gozaimasu. Das ist der wohl wichtigste japanische Satz, den ich in den letzten drei Wochen gelernt habe. Auf Deutsch bedeutet dieser so viel wie “Vielen Dank”. Und bevor ich nun beginne über die vergangenen Wochen und meine Erlebnisse zu berichten, möchte ich zunächst all den Personen, die meinen großartigen Trip nach Japan ermöglich haben, danken. Danke an die deutschen und japanischen Lions Club Mitglieder, das Lions-Hilfswerk Bayern-Süd, meine Gastfamilien, die mich mit offenen Armen empfangen haben, und natürlich an alle anderen Personen, die meine Reise zu einer unvergesslichen gemacht haben.

Japan zu bereisen war seit langem ein Traum von mir. Nicht nur die japanische Kultur, nein, auch die spannende Geschichte Japans sowie der japanische Lebensstil faszinier(t)en mich. Der internationale Jugendaustausch der Lions Clubs machte es möglich, diese Dinge nun „live“ kennenzulernen.

Nach einem langen Flug wurde ich am Tokioter Flugplatz von einem kleinen Lions-Komitee herzlich in Empfang genommen. Bei einer Tasse Tee gewann ich einen ersten Einblick in die japanischen Gepflogenheiten und von der Offenheit der Menschen. Es dauerte nicht lange bis wir uns auf einem Mix aus Englisch, Französisch und Gebärdensprache arrangiert hatten – lustig war es allemal. Mit meiner ersten Gastmutter verstand  ich mich auf Anhieb und auf der Autofahrt  unterhielten wir uns bald über Deutschland und Japan, unsere Gemeinsamkeiten und Unterschiede, unsere Familien, meinen Flug und vieles mehr. Es fühlte sich an, als ob ich ein alter Bekannter wäre, der nach langer Zeit wieder einmal zu Besuch kommt. Dass das nicht der Fall war merkte man spätestens an meinem höchst erstaunten Gesichtsausdruck als wir Narita-San, den buddhistischen Tempel Naritas erreichten. Die detaillierte Ausführung meiner Gasteltern hinsichtlich sämtlicher Tempeltraditionen und Verhaltensregeln sollten mir im Verlaufe meiner Reise noch des Öfteren von Nutzen sein. In den folgenden vier Tagen verbrachte ich sehr viel Zeit mit meiner Gastmutter Tomoko und ihrer Freundin Yasuko, die mit mir in kürzester Zeit gefühlt halb Japan bereisten und mir sehr viel über sich und ihr Land erzählten. Vor allem in und um Tokio fühlte ich mich rasch heimisch, ich verliebte mich in die japanische Küche und lernte einiges über Japans Hauptreligionen - den Buddhismus und den Shintoismus. An meinem letzten Abend mit den beiden besuchte ich ein Meeting ihres Lions-Clubs Kamagaya Hisho. Der Verlauf eines Clubabends in Japan gleicht weitestgehend dem in Deutschland, mit einigen interessanten Unterschieden: vor dem offiziellem Beginn des Abends wurde sowohl die japanische Nationalhymne gesungen als auch die japanische Lions Hymne. Im Folgenden brachte der Abend viele anregende Unterhaltungen und erstaunlicherweise half mir insbesondere mein etwas eingestaubtes Französisch.

Die kommenden zwei Tage verbrachte ich mit der Clubpräsidentin Frau Kawata. Es galt das Gebiet nördlich von Tokio und um Mito zu erkunden. Neben einer äußerst beeindruckenden und 120m hohen Buddhastatue besuchten wir ein Aquarium, fuhren zum Pazifischen Ozean, ich lernte einiges über das Tokugawa Shogunat, wir besuchten Museen und vieles mehr. Meine erste Woche in Japan war unglaublich erlebnisreich und hätte nicht besser sein können.

Meine zweite Woche verbrachte ich in der Präfektur Gunma, westlich von Chiba und Tokio. Ich traf auf 24 weitere Jugendliche aus aller Herren Länder, die wie ich über den Lions-Jugendaustausch nach Japan gereist waren. Wie sich bald zeigte waren wir alle auf einer Wellenlänge und verstanden uns von Anfang an. Die Lionsorganisatoren und die freiwilligen Helfer des eigentlichen Jugendcamps bemühten sich sehr, das Camp für uns möglichst interessant und abwechslungsreich zu gestalten. Allerdings kämpften wir mit der großen Sprachbarriere (Amtssprache Japanisch mit Übersetzung ins Englische), zumal das Camp in Form einer Vortragsreihe mit Inhalten zur  Japanischen Kultur gehalten war. Dennoch hatten wir eine tolle Zeit und kamen in den Genuss vieler unterschiedlicher Aktivitäten: eine traditionelle Zazen Teezeremonie, viele verschiedene Sehenswürdigkeiten in Gunma und auch etwas japanische Geschichte. Neben dem Wissen über Japan, lernten wir auch viel über die anderen Campteilnehmer und deren Länder. Die Woche verging wie im Flug – es waren sehr  abwechslungsreiche, informative und in erster Linie sehr erinnerungsreiche sieben Tage.

Das Camp verließ ich mit gemischten Gefühlen - sich so schnell wieder von den anderen Jugendlichen  zu trennen war wirklich schade. Doch meine Laune besserte sich schlagartig als ich von meiner letzten Gastfamilie, den Hanazawas abgeholt wurde. Die folgende Woche sollte der perfekte Abschluss meiner Reise werden. Die Hanazawas weihten mich bald in über Generationen erhaltene Familientraditionen ein und ich durfte an einer traditionellen buddhistischen Zeremonie teilnehmen. Insbesondere meine zwei Gastschwestern Narumi und Hikari, meine Gasteltern und Großeltern nahmen sich sehr viel Zeit für mich. Sie zeigten mir Yokohama und Tokio, wir fuhren ans Meer und gingen zum Zip-Lining. Wir schauten aber auch einfach zusammen Olympia und unterhielten uns über Politik und Religion. Vor allem die Offenheit der Hanazawas beeindruckte mich und gab mir das Gefühl, ein Familienmitglied zu sein - das hervorragende Essen meiner Gastmutter und Großmutter taten ihr Übriges. Wenige Tage vor meiner Abreise dürfte ich noch den Lions Club meiner Familie kennenlernen, der mich mit einer Deutschlandfahne, einem großem Willkommensschild und vielen netten Menschen begrüßte. Mein Gastvater bemühte sich sogar die deutsche Nationalhymne mit mir zu singen. Das Clubmeeting war eines meiner Highlights in der letzten Woche, da ich mich noch einmal mit vielen interessanten Menschen austauschen konnte und einmal mehr die große Herzlichkeit der japanischen Menschen zu spüren bekam.

Meiner „längsten“ Gastfamilie, den Hanazawas, kann ich gar nicht genügend danken - haben sie meinen Aufenthalt doch unvergesslich gemacht. Ich hoffe sehr, sie eines Tages wiederzusehen.

Fazit: Mein Austausch nach Japan war das Beste, was ich bislang in Sachen Reisen unternommen habe. Ja, ich habe mich in die japanische Kultur und Tradition verliebt und auch das Essen war ein absoluter Traum. All die Mühen, die die Menschen für mich auf sich genommen haben, ihre Herzlichkeit und Offenheit schätze ich zutiefst und hoffe, wenn ich eines Tages wieder nach Japan reise, mich revanchieren zu können. Arigatou gozaimasou!

Felix, 17 Jahre

 

Campteilnehmer berichten Erfahrungsberichte der Campteilnehmer