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null LC Germering - Mit dem Rennrad von Germering an den Gardasee – und zurück – drei ereignisreiche Tage für einen guten Zweck

LC Germering - Mit dem Rennrad von Germering an den Gardasee – und zurück – drei ereignisreiche Tage für einen guten Zweck

Der Himmel fließt in den See – v.l.n.r. Michael Sigmund, Arnd Große-Frintrop, Erwin Hausner, Markus Brunner, Josef Hausner, Sebastian Beichele

(25.06.2021) Sechs Radler aus Germering und Umgebung radeln für eine Spende an die Namaste-Stiftung in Gilching in einem Tag von Germering an den Gardasee und in zwei Tagen zurück. Gesponsort werden sie vom Lions Club Germering, der SSS International Clinical Research GmbH und der MINcom GmbH. Insgesamt kommen so ca. 3.000 Euro für Hilfsprojekte in Nepal zusammen.

Morgens um halb sechs Uhr in Achenkirch am Achensee: Sechs Rennradler klicken ihre Schuhe aus den Pedalen und blicken leicht fröstelnd auf die grauen, leichten Sprühregen verbreitenden Wolken über dem Achensee. Der Tag ist noch jung und doch liegen schon 100 km hinter der Truppe. Um die Zeit hat noch nicht einmal die Bäckerei in Achenkirch geöffnet – Aufwärmpause mit Cappuccino und Croissant muss daher verschoben werden.

Los ging die Radltour bereits um halb drei in Germering. Nach kurzer Nacht ohne wirklich zu schlafen geht jeder in Gedanken nochmal die Packliste durch – das Gepäck ist auf das Minimum beschränkt, alles muss in kleine Taschen passen und daher ist jedes einzelne Teil wichtig. Ein Begleitfahrzeug gibt es nicht – jeder hat alles Notwendige dabei. Dann wird der Startknopf auf dem Fahrradcomputer gedrückt und es geht wieder einmal los. Mit dem Fahrrad an den Gardasee – an einem Stück, an einem Tag, aus Spaß am Rennradfahren und für einen guten Zweck.

Die ersten Kilometer rollen ruhig dahin, jeder ist noch mit eigenen Gedanken beschäftigt – wird alles pannenfrei funktionieren, sind die Beine heute gut, fängt der Körper jetzt schon an zukünftige Schmerzstellen mitzuteilen, hätte doch die Regenhose ins Gepäck müssen?
Mit dem Morgengrauen wird die Truppe gesprächiger. Fotos und kurze Videoclips sollen die magischen Momente dieses Tages für später aufbewahren. Erstes zartes Morgenlicht, Nebelschwaden über taunassen Wiesen, das leise Brummen der Laufräder bei schneller Fahrt - intensive Momente sind die Motivation für verbundene Strapazen.

Nach der Pause in Achenkirch geht es unter Nieselregen weiter am malerischen Achensee vorbei ins Inntal. Die nassen Füße werden im Laufe des Tages wieder trocknen – der Wetterbericht ist eindeutig: südlich des Alpenhauptkamms wird es heute noch richtig heiß. Die Brennerbundesstraße hinauf fließt dann schon der Schweiß und alle überflüssigen Kleidungsstücke sind in den Taschen verstaut. Kaum zu glauben, dass man noch wenige Stunden zuvor durch eine kalte Voralpennacht geradelt war. Überhaupt dehnt sich die Zeit an so einem Tag schier endlos und rückblickend verwandeln die vielen Eindrücke Stunden in gefühlte Tage. Die B182 – sonst vielbefahren und eines der wenigen Stücke auf der Strecke, die nicht wirklich Freude bereiten – ist heute relativ ruhig. Wohl noch Pandemiebedingt hält sich die Anzahl motorisierter Zweiräder in Grenzen. Auf dem Brennersattel gibt es dann endlich die verdiente Pause mit italienischem Kaffee. 

Auf der Bundesstraße vom Brenner nach Sterzing und weiter nach Brixen stehen oft und lange Geschwindigkeiten jenseits der 40km/Stunde auf dem Tacho – der Radweg mäandert hier in die Seitentäler hinein und ist daher zu langsam, wenn man noch bis an den Gardasee möchte. An einer Wasserstelle in Brixen, die in Südtirol regelmäßig für Radfahrer und Fußgänger zur Verfügung stehen, ist die Temperatur bereits auf deutlich über 30 Grad Celsius angestiegen und der eine oder andere Radler hält den Kopf komplett unter Wasser um etwas Kühlung zu erlangen. Kurz vor Bozen nerven drei Reifenpannen kurz hintereinander.

Von Bozen bis Trento folgt dann der mühsamste Teil der Strecke – zumindest mental. Scheinbar endlos führt der Etsch-Radweg auf Dämmen dem Fluss entlang durch Obstplantagen, Dörfer und Weingärten. Wenigstens bläst der Nordföhn heute den Radlern in den Rücken - sonst hemmt bei blauem Himmel die ‚Ora‘, ein stetiger, strenger, warmer Südwind das Vorankommen im Etschtal zusätzlich. 

Das nahe Ziel und die kühlere Luft setzt ab Rovereto letzte Kräfte frei. Ein paar Höhenmeter noch über den Passo di San Giovanni - eher ein Hügel als ein Pass - und in Nago öffnet sich der Blick auf den Gardasee. In der Dämmerung liegt das nächtlich beleuchtete Torbole. Jedes Mal ein überwältigender Eindruck und mit der Gewissheit das Ziel erreicht zu haben geht`s die letzten Meter bergab. 

Dann noch ein Zielfoto am Ufer, in der Unterkunft kurz geduscht und natürlich die obligatorische Pizza unter italienischem Himmel. Ein perfekter Tag, der Erinnerungen für ein Jahr enthält, geht zu Ende.

Viel Zeit zum Ausschlafen bleibt am nächsten Morgen nicht, denn an den folgenden beiden Tagen geht die Reise mit dem Radl zurück nach Germering, auf der etwas kürzeren Route über das gerade eröffnete Timmelsjoch.
 

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