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Das Motto unserer Präsidentin Sabine Scharnagl

für das Lionsjahr 2018/2019: 

 

Empathie,

Engagement,

Enthusiasmus

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Beilngrieser Lions erleben Sorge, Not und Hoffnung bei Besuch in der Ukraine

Beeindruckende Erlebnisse in einem gespaltenen Land und 2.000 Euro für zwei Jugendprojekte

Beilngries/Kiew/Lwiw. Eine Gruppe von zwölf Beilngrieser Lions besuchte für eine Woche die Ukraine. Die erlebnisreiche Reise gab den Lions viele Einblicke in das Leben eines gespaltenen Landes. Neben einem touristischen und kulturellen Programm gab es viele Begegnungen mit kompetenten Gesprächspartnern. Begleitet wurde die Reisegruppe von Archimandrit Dr. Andreas-A. Thiermeyer aus Oening, der das interessante Programm gemeinsam mit der Lions-Präsidentin Sabine Scharnagl vorbereitet hatte.

Bereits der erste Eindruck beim Bezug des Hotels Ukraina in Kiew, der ersten Reisestation, hinterließ einen unvergesslichen Eindruck. Das über dem Maydan-Platz liegende Haus erinnerte mit jedem Blick aus dem Fenster an den Aufstand des 24. November 2013. Zehntausende waren vor sechs Jahren auf der Straße und es wurden immer mehr. Es war unglaublich, so berichten heute noch viele Leute. Die Menschen damals hielten wochenlang auf dem Platz aus. Notunterkünfte und Kirchen gaben ihnen eine behelfsmäßige Bleibe und Schutz. Viele übernachteten bei Nässe, Frost und Kälte im Freien. Und doch kam es bei der Niederschlagung des Aufstandes zu unzähligen Toten. Die genaue Zahl kennt niemand, sie geht in die Tausende. Gedenktafelnmit enorm vielen Fotos der Getöteten rund um den Maydan-Platz sowie eine kleine Holzkirche erinnern an diese Opfer. Heute wird die Gedenkstätte durch Fotos von den im Krimkrieg getöteten Ukrainern ergänzt. Viele Menschen besuchen diesen eindrucksvollen Ort und verharren in stillem Gedenken.

In Kiew konnten etliche interessante Sehenswürdigkeiten wie beispielsweise das Höhlenkloster, die Sophienkathedrale, das Goldene Tor sowie der Andreassteig besichtigt werden. Auch dem Regierungsviertel statteten die Lions einen Besuch ab.

In interessanten Hintergrundgesprächen, beispielsweise mit Bischof Boghdan Zurach, dem Sekretär der griechisch-katholischen Bischofskonferenz in Kiew, wurde deutlich: Die Ukrainer haben die Traumata des Maydan-Aufstandes sowie die kriegerischen Auseinandersetzung im Osten ihres Landes noch nicht überwunden. Vielmehr wird das Leben von Sorge und Not im Kampf um das tägliche Überleben geprägt. Aber auch Hoffnung prägt die Wirklichkeit der Ukrainer. Stark bewegt die Menschen auch die Spaltung und das Ringen um die Einheit der Kirche seit dem Herbst des Jahres 2018. Das ökumenische Patriarchat von Konstantinopel unterstützt die Vereinigung des Kiewer Patriarchats und der Autokephalen Kirche, was dem Patriarchat von Moskau sehr missfällt. Die griechisch-katholische Kirche, die hauptsächlich im westlichen Teil des Landes verbreitet ist, die 1946 enteignet wurde und nur im Untergrund überlebte, muss eine langwierige Aufbauarbeit leisten, denn sie erhält keine Hilfe.

So konnten sich die Lions in Ternopil und dem Wallfahrtsort Zarvanytsia beim herzlichen Empfang durch Metropolit Erzbischof Vasyl Semenjuk und seiner Führungsmannschaft von einer Mut machenden Aufbruch-Stimmung überzeugen. Der Ökonom Pater Volodymyr Firman gab einen Einblick in die Wirtschaftsbetriebe, die 120 Menschen aus der näheren ländlichen Umgebung Arbeit sowie ein gutes Einkommen geben.

Archimandrit Dr. Andreas Thiermeyer, PP Thomas Schmidtner, Metropolit Erzbischof Vasyl Semenjuk, Maria Schmidtner, Präsidentin Sabine Scharnagl

Die Lions konnten unter Führung des Ökonomen Pater Volodymyr Firman Einblicke in die Stroh-Pellets-Produktion, die landwirtschaftlichen Betriebe, eine eigene Pasta-Produktion, die Wasserabfüllanlage sowie eine kleine Zahnarztpraxis nehmen. Eine Fisch-Räucherei ist gerade im Entstehen. Auch der Wallfahrtsort selbst wird zu einem geistlichen und kulturellen Erlebnis-Zentrum ausgebaut, in dem die Menschen für ihren Alltag fit gemacht werden. So entsteht derzeit gerade ein Multifunktionshaus, in dem vor allem im Winter Seminare für in der Landwirtschaft tätigen Menschen angeboten werden, damit sie sich notwendiges und geeignetes Know-how aneignen können, um sich selbstständig machen und im Land bleiben können. Neben den Wirtschaftsbetrieben wird auch ein Kindergarten für Kinder der Mitarbeiter sowie der Bevölkerung betrieben und die Grundschule unterstützt.

Die vom Lions Club Beilngries unterstützten Hilfsprojekte

In der Ukraine gibt es derzeit etwa 2,1 Millionen Kriegsflüchtlinge, viele darunter sind traumatisierte Kinder, die durch ihre Erlebnisse in ihrer Entwicklung stark beeinträchtigt sind und dringend fachlicher Hilfe bedürfen.

In Ternopil überreichte Präsidentin Sabine Scharnagl einen Scheck über 1.000 Euro an Metropolit Erzbischof Vasyl Semenjuk für das Sommerlager in Zarwanitsya. Hier werden Kinder, meist Waisen, eingeladen, die unter traumatischen Erlebnissen, insbesondere dem Kriegsgebiet der Ost-Ukraine, leiden. Sie erfahren in diesen Tagen Zuneigung, Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft bei Sport und Spiel. Darüber hinaus erhalten Sie fachliche Hilfestellung bei der Verarbeitung Ihrer traumatischen Erlebnisse durch ausgebildetes Fachpersonal.

Weitere 1.000 Euro übereichte Sabine Scharnagl für die Lions an den Rektor des Priesterseminars in Lwiw (Lemberg), Dr. Ihor Boyko. Die Seminaristen des Priesterseminars führen im Juni ebenfalls für 60 Kinder, insbesondere aus Soldatenfamilien, ein Sommerlager durch. Auch hier werden Sport, Spiel, Workshops, Umweltschutzprojekte und Talentshows sowie Bibelkreise, Gesprächsgruppen, Gottesdienste, fachliche und therapeutische Hilfe angeboten.

Die Präsidentin des Lions Clubs Beilngries, Sabine Scharnagl, betonte bei den Spendenübergaben, dass es ihr und dem Lions Club besonders wichtig sei, dabei zu helfen, „jungen Menschen wieder eine Perspektive für ihr Leben zu geben“. Weiter hob sie hervor, dass die Sommerlager dazu sicherlich einen wichtigen Beitrag leisten können, damit die Kinder und Jugendlichen wieder in ein „normales“ Leben zurückfinden. Darüber hinaus kümmert sich das Priesterseminar um vier Waisenhäuser, die vom Staat kaum Hilfe erhalten.

In Lemberg informierte Professor Dr. Vasyl Rudeyko über die geschichtliche, kulturelle und gesellschaftliche Entwicklung der Millionenstadt. Der ehemalige Student des Collegiums Orientale in Eichstätt begeisterte die Beilngrieser Gäste für Lwiw, zu KuK-Zeiten Lemberg und heute noch die Stadt der Löwen.

Die erlebnisreiche Reise endete mit einem großen Dank an die Gastgeber, die mit ihrer Herzlichkeit und Freundlichkeit zum Gelingen der Lions-Reise beitrugen. Alle Teilnehmer waren sich einig: Diese Reise hat sich gelohnt und man würde sich über weitere Begegnungen mit den ukrainischen Gesprächspartnern, ob in Bayern oder der Ukraine, sehr freuen.