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Lions Club Vechta

Die fünf Gründungsväter des LC Vechta gehörten bereits dem Club im Nachbarkreis Diepholz an. Als sie dort mal einen Lionsabend als eher langweilig erlebten, kam ihnen auf der gemeinsamen Heimfahrt die Idee: „Wir müssten eigentlich einen Lions Club Vechta gründen.“ So schilderte Gründungsmitglied Erich Schmidt in der Chronik und im Herbst 2016 auf dem Festabend zum 40-jährigen Bestehen des LC Vechta die Anfänge des Clubs.

Bei seiner Gründung am 16. Februar 1976 zählte der Club 21 Mitglieder, die sich nicht langweilten. Schnell prägten Vorträge, Activitys und die Freundschaft untereinander das Clubleben. Ob Hilfe für Aussiedler in Damme oder für Vietnamesen in Vechta - die Lions packten an und spendeten.

Ein Blick ins erste Kassenbuch belegt, dass schon im Gründungsjahr auch internationale Hilfsprojekte unterstützt wurden: Als erste Ausgabe ist der „Katastrophendollar“ vermerkt. Insgesamt wurden bereits für 1976 mehr als 11.000 DM an Beiträgen und Spenden gebucht. Mittlerweile ist es ein fünfstelliger Euro-Betrag, den die Mitglieder Jahr für Jahr spenden.

Ein Teil des Geldes fließt selbstverständlich in Aktivitäten von Lions International - also in Kinder- und Jugendprojekte rund um den Erdball. Auch die dauerhafte Distrikt-Aktivität North Sea Lions unterstützen die Vechtaer regelmäßig finanziell. Sein besonderes Augenmerk richtet der Club aber auf die Hilfe vor Ort oder auf auswärtige Projekte mit eigener Handschrift.

Besonders stolz sind die Vechtaer Lionsfreunde auf ihre Unterstützung eines mutigen Projekts in den 90er Jahren im sächsischen Hoyerswerda. Nach den aufsehenerregenden Skinhead-Krawallen 1991 wurde der Club durch einen Lionsfreund auf die Jugend-Sozialarbeit des Diakonischen Werks in Hoyerswerda aufmerksam gemacht. Er berichtete ausführlich und engagiert über ein innovatives Beschäftigungsmodell, das vor Ort ins Leben gerufen worden war.

Ein Teil der Jugendlichen war nach den Krawallen verurteilt worden. Das Gericht forderte von ihnen gemeinnützige Arbeit. Allerdings: Keine Einrichtung mochte sich mit den Skinheads abgeben. Schließlich jedoch wurde von der Diakonie in Hoyerswerda ein beispielhaftes Projekt gestartet: Unter dem Motto „Holz - Steine - Farbe“ renovierten arbeitswillige Skinheads das ruinöse Altenheim „Bethesda“.

Von September 1993 bis Mai 1999 wurde das Projekt durch den LC Vechta engagiert und konsequent unterstützt - einerseits durch Besuche, andererseits und vor allem durch Geldspenden aus Club und Zone, aus Distrikt und Hilfswerk. Insgesamt flossen etwa 50.000 DM nach Hoyerswerda. Ein Transporter, Maschinen, Handwerkszeug und Kacheln wurden zur Verfügung gestellt. Der zuständige Sozialarbeiter berichtete bei seinem letzten Besuch in Vechta, dass 80 Prozent der Jugendlichen in den Arbeitsmarkt oder in eine Ausbildungs-Umschulung vermittelt werden konnten.

Ein weitere Aktivität außerhalb des Landkreises Vechta und über mehrere Jahre war der Bau eines Kindergartens auf Sri Lanka. Ein Lionsfreund hatte auf mehreren Reisen mit seiner Frau vor allem nach der Tsunami-Katastrophe tiefere Einblicke auch in die wirtschaftliche und soziale Struktur des Landes gewonnen.

Das Ehepaar hat sich selbst finanziell engagiert, Spenden kamen über ein privates Konzert und aus dem Club. So konnte der neue Kindergarten innerhalb von zweieinhalb Jahren mit Toiletten- und Waschanlage, mit neuen Tischen und Stühlen sowie mit Spielplatzgeräten ausgestattet werden. Im Februar 2007 wurde er in Gegenwart des Erziehungsministers von Sri Lanka eingeweiht.

„Ein wesentliches Ereignis im Laufe eines Lionsjahres sind unsere Weihnachtsfeiern,“ heißt es in der Chronik des Clubs. Die einzelnen Gänge des Menüs wurden und werden durch verschiedenste Programmpunkte aufgelockert. Viele Mitglieder haben im „Lions Chor“ mitgewirkt, wobei in der Chronik unbeantwortet bleibt, „wer dabei mehr Freude an den Darbietungen hat - die Gruppe der Zuhörerinnen und Zuhörer oder die Sängerinnen und Sänger, für die schon die Proben ein Erlebnis sind.“ Zwölf Auftritte sind dokumentiert.

Fester Bestandteil der Weihnachtsfeiern war und ist eine Versteigerung oder eine Tombola. Mal wurde Wild amerikanisch versteigert (was bereits bei der Premiere 1985 mehr als 2000 DM für ein Reh einbrachte), seit über 20 Jahren ist es eine Tombola mit Äpfeln als Losnummern-Trägern. In den Kassenbüchern verewigt ist eine Gesamteinnahme von mehr als 25.000 Euro allein aus den Weihnachtsfeiern.

Eine weitere wichtige Einnahmequelle ist das alljährliche Benefizkonzert. Seit 2002 füllen die Auftritte auswärtiger oder heimischer Akteure in der Vorweihnachtszeit das Rathausfoyer Vechta. Mit den Erlösen werden musikalische Bildungsprojekte für Kinder, Jugendliche und alte Menschen sowie die ambulante und stationäre Hospizarbeit im Landkreis Vechta gefördert.

Neben Weihnachtsfeier und Benefizkonzert zählen auch Fahrten und Reisen zu den festen Punkten im Vechtaer Lionskalender. Ob Rheingau oder Potsdam, ob Cornwall oder Ijsselmeer, ob Familienfahrt oder Herrentour - gemeinsam wird der Horizont erweitert, die Freundschaft untereinander vertieft.

Aktuell zählt der Lions Club Vechta 50 Mitglieder. Wobei die Altersstruktur dank konsequenter Aufnahmepraxis recht ausgeglichen ist - die Mitglieder sind zwischen Anfang 40 und Mitte 80. Und obwohl es ein reiner Herrenclub ist, werden die Damen zu fast allen Clubabenden selbstverständlich eingeladen.