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WaSH_Sambia_2025_26_Update Standort Kitwe

„Wasser ist Leben“ – mehr Wirkung für unser WaSH-Projekt in Sambia

Rebecca Chanda aus Kitwe schöpft Wasser aus einem Brunnen, den sie selbst gegraben hat. | Habitat for Humanity Zambia

Gute Neuigkeiten für das Lions-WaSH-Projekt 2025/26: Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) hat für unser geplantes Projekt nachträglich die A-Priorisierung vergeben. Damit können wir voraussichtlich deutlich mehr Mittel für umfangreichere WaSH-Maßnahmen mobilisieren. Das führt allerdings auch zu einer Standortverschiebung innerhalb Sambias. Über die Hintergründe haben wir mit PID Daniel Isenrich, Vorstand für Projekte und Kommunikation bei der Stiftung der Deutschen Lions, gesprochen.

Herr Isenrich, was bedeutet die A-Priorisierung durch das BMZ ganz konkret für unser Projekt?

Daniel Isenrich: Die A-Priorisierung ist ein wichtiger Meilenstein in unserer Projektarbeit. Sie sichert uns zu, dass ausreichend Zuschüsse für unser Projekt zur Verfügung stehen, wenn wir einen sinnvollen und überzeugenden Projektantrag an das BMZ stellen. Dies gelingt uns schon seit Jahren, denn bisher wurden alle beantragten Zuschüsse für WaSH-Projekte bewilligt. Wenn es auch dieses Mal so kommt, vervielfachen sich dadurch die Spenden der Lions. Denn zusammen mit Zuschüssen unseres lokalen Partners Habitat for Humanity liegt das Gesamtvolumen in der Regel deutlich über dem Vierfachen unserer Eigenmittel. Das heißt: Jeder gespendete Euro entfaltet noch mehr Wirkung für die Menschen vor Ort.

In diesem Jahr ließ die Priorisierung ungewöhnlich lange auf sich warten. Gab es dafür einen bestimmten Grund?

Daniel Isenrich: Ja, die aktuell sehr schwierige Haushaltslage. Mittel für humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit wurden zuletzt stark gekürzt. Deshalb mussten wir zeitweise damit rechnen, dass auch unser WaSH-Projekt betroffen sein könnte. Lange Zeit haben wir keine Rückmeldung durch das BMZ erhalten, und wir haben vorsorglich mit einem kleineren Projektvolumen geplant. Umso mehr freuen wir uns jetzt über die Nachpriorisierung – sie ist eine Auszeichnung für die Qualität unserer Arbeit und die Verlässlichkeit unserer Stiftung.

Mit dem größeren Projektvolumen soll nun auch eine Verlagerung des Projektstandorts innerhalb von Sambia erfolgen – von der Provinzhauptstadt Kabwe nach Kitwe, der zweitgrößten Stadt des Landes. Warum diese Standortänderung?

Daniel Isenrich: Kitwe war der ursprünglich vorgesehene Standort unseres WaSH-Projekts 2025/26. Unsere beim BMZ eingereichte Projektbeschreibung bezog sich vor allem auf benachteiligte Randbezirke wie Ipusukilo und Musonda. Die A-Priorisierung ist also direkt an Kitwe gekoppelt. Wir hatten Kitwe ausgewählt, weil dort ein massiver Bedarf an WaSH-Maßnahmen besteht. Über 20 informelle Siedlungen verfügen hier größtenteils weder über sauberes Wasser noch über Strom. Die geplanten Aktivitäten beinhalteten deshalb neben Infrastruktur auch viel Arbeit mit den lokalen Behörden, was ressourcenintensiv ist, sich aber durch langfristig stabile Strukturen und Verbesserungen über das direkte Projektgebiet hinaus auszahlt. 
 

In Kitwe müssen sich Kinder oft schon lange vor Schulbeginn auf den Weg zu den wenigen Wasserstellen machen, um den Tagesbedarf ihrer Familien nach Hause zu tragen. | Habitat for Humanity Zambia

Warum wurde dann bis jetzt für ein Projekt in Kabwe geworben?

Daniel Isenrich: Als wir zwischenzeitlich nicht mehr mit einem BMZ-Zuschuss rechnen konnten, mussten wir verantwortungsvoll umplanen. Gemeinsam mit Habitat for Humanity haben wir nach einem Standort gesucht, an dem ähnliche Bedarfe bestehen, aber an dem wir mit einem kleineren Projektvolumen trotzdem eine nachhaltige Wirkung erreichen können. Die informellen Siedlungen am Rande von Kabwe waren dafür naheliegend, da wir dort Synergien mit dem aktuell schon laufenden BMZ-Projekt der Lions schaffen konnten. Wir haben also nach bestem Wissen auf die damalige Lage reagiert.
 

Was bedeutet das nun aber für die Menschen in Kabwe?

Daniel Isenrich: Die Bedarfe in Kabwe sind weiterhin groß, das wissen wir – auch aus der Projektreise, über die im LION 8/25 berichtet wurde. Der Standortwechsel nach Kitwe fällt uns deshalb nicht leicht. Aber als verantwortungsvoller Projektträger der deutschen Lions folgen wir der Verpflichtung, Spendengelder dort einzusetzen, wo wir mit den gegebenen Mitteln die größtmögliche Wirkung erzielen können. Kabwe bleibt trotzdem im Blick: Unser laufendes WaSH-Projekt aus dem Jahr 2022/23, das sich auf Kabwe fokussiert, macht weiterhin große Fortschritte. Und auch unser Partner Habitat for Humanity ist weiter mit verschiedenen Projekten vor Ort aktiv.

Was ändert sich für unsere Spenderinnen und Spender durch den Wechsel nach Kitwe?

Daniel Isenrich: Der Kern des Projekts bleibt unverändert: Ihre Spenden fließen in lebenswichtige WaSH-Maßnahmen in Sambia. Neu ist, dass wir dank der zusätzlichen Mittel wieder in der ursprünglich geplanten Region arbeiten können – mit größerer Reichweite. Das bedeutet: Mit denselben Lions-Eigenmitteln erzielen wir eine noch größere Wirkung und unterstützen mehr Menschen mit sauberem Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene-Wissen. Für uns ist das eine sehr positive Entwicklung, die aus den Lions-Spenden das Maximum herausholt.

Was möchten Sie den Lions-Mitgliedern zum Schluss mitgeben?

Daniel Isenrich: Die A-Priorisierung zeigt, dass die Arbeit der Lions und ihrer Stiftung verlässlich ist – und dass unsere Projekte auch auf staatlicher Seite großes Vertrauen genießen. Zugleich möchten wir transparent sein: Projektplanung in einem dynamischen Umfeld heißt manchmal, Kurskorrekturen vorzunehmen. In diesem Fall führt die Veränderung zu etwas sehr Gutem: Mehr Menschen in Sambia werden Zugang zu sauberem Wasser und Sanitärversorgung erhalten – und genau dafür setzen wir uns gemeinsam ein.
 

PID Daniel Isenrich, Vorstand Projekte und Kommunikation. | Lions Deutschland

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